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Nur wer genug Punkte sammelt, soll in den Bakumer Los-Topf kommen

Die Bakumer SPD-Fraktion regt ein neues Verfahren zur Bauplatzvergabe an. Demnach sollen Bewerber zuerst einen Kriterienkatalog erfüllen, um eine Chance in einem Losverfahren zu bekommen.

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Begehrt: In Bakum gibt es immer wieder mehr Bewerbungen als es Bauplätze gibt. Die SPD-Fraktion möchte die Vergabe deshalb verändern. Symbolfoto: dpa/Pleul

Begehrt: In Bakum gibt es immer wieder mehr Bewerbungen als es Bauplätze gibt. Die SPD-Fraktion möchte die Vergabe deshalb verändern. Symbolfoto: dpa/Pleul

Nur wer die nötige Punktzahl erreicht, soll in Bakum künftig eine Chance auf einen Bauplatz bekommen. So stellt es sich, grob gesagt, die Bakumer SPD-Fraktion vor. Die Sozialdemokraten regen ein neues Vergabeverfahren für Bauplätze in der Gemeinde an. Der Fraktionsvorsitzende Siegfried Böckmann stellte es in der vergangenen Ratssitzung vor.

Die Verwaltung habe in der Vergangenheit mit „sehr viel Arbeit und sehr viel Mühe“ Listen aufgestellt, nach denen Bauplätze vergeben werden, leitete Böckmann ein. Dies sei alles so abgelaufen, wie vom Gemeinderat vorgesehen und er betonte, dass dies „top“ gemacht worden sei. Nun aber sei Zeit für Veränderungen. 

Wie lief es bislang? Wie der zuständige Fachbereichsleiter Steffen Meyer erklärte, gebe es eine Interessentenliste für Bauplätze in Bakum. Sobald Grundstücke vermarktet werden, werden diese Personen auf der Liste kontaktiert. Sie können sich dann überlegen, ob sie das Angebot annehmen oder nicht.

Wenn für die Interessentin oder den Interessenten ein Bauplatz infrage komme, so Meyer, müsse sie oder er ein umfangreiches Bewerbungsformular ausfüllen. Damit werde sichergestellt, dass es einen Bezug zur Gemeinde gebe. So werde beispielsweise abgefragt, ob die Person bereits in Bakum wohnt, arbeitet oder sich ehrenamtlich in der Gemeinde engagiert. Es sei nicht ganz einfach, das alles auszuwerten. Zudem habe es in den vergangenen Jahren immer mehr Interessentinnen und Interessenten als Bauplätze gegeben.

Bezug zur Gemeinde muss gegeben sein

Was schlägt die SPD vor? Die SPD-Fraktion habe sich überlegt, welche Alternativen es gebe, führte Böckmann weiter aus. Andere Kommunen verlosen beispielsweise Bauplätze – „das wollen wir auch nicht“. So schlägt die SPD-Fraktion folgendes Verfahren vor: Wenn Bauplätze zu vergeben sind, können interessierte Bürgerinnen oder Bürger sich darauf bewerben. Nach einem Kriterienkatalog – Bezug zur Gemeinde – werden Bewertungspunkte auf die Bewerbungen verteilt. Bewerbungen mit einer Mindestanzahl an Punkten bekommen einen Bauplatz. Sollte es mehr Bewerbungen als Bauplätze geben, kommen alle Bewerbungen mit der Mindestanzahl an Punkten in einen Lostopf und die Bauplätze werden an diese Interessenten verlost. Dabei ginge es nicht darum, die meisten Punkte zu haben, betonte Böckmann.

Der Vorteil bei diesem Verfahren liegt nach der Auffassung der SPD-Fraktion darin, dass keiner mehr auf die Idee kommen könnte, zu behaupten, bei der Vergabe der Bauplätze würden Kriterien eine Rolle spielen, „die nicht ganz koscher sind“, sagte Böckmann. Bislang sei das zwar nie der Fall gewesen und „wer so etwas behauptet, liegt falsch“, aber der Verdacht könnte nichtsdestoweniger entstehen. Die Mischung aus Kriterienkatalog und Losverfahren bezwecke, dass möglichst diejenigen eine Chance auf einen Bauplatz in Bakum haben, denen diese nach Ansicht der Gemeinde auch zusteht. Zudem werde die Schwierigkeit genommen, bei gleichwertigen Bewerbungen entscheiden zu müssen.

Thema soll im Finanzausschuss besprochen werden

Jan Hoyer (CDU) ließ Böckmann wissen, dass er in vielen Punkten „ganz dicht bei dir“ sei. Er halte Ortsansässigkeit und Ehrenamt für wichtige Punkte für den Kriterienkatalog. Allerdings warf er die Frage auf, ob alle Punkte gleichwertig anzusehen seien oder ob man da nicht eine Wertigkeit hereinbringen müsse. Er fand, darüber sollte man noch einmal nachdenken und schlug vor, das Ganze im nächsten Finanzausschuss zu beraten. Christoph Eiken (CDU) schloss sich dem an und konstatierte, dass die SPD-Fraktion einen guten Vorschlag ausgearbeitet habe. Aber auch er tue sich schwer mit dem Kriterienkatalog und dem darauffolgenden Losverfahren. Als Beispiel nannte er Feuerwehrleute, die im Zweifel bei so einem Losverfahren nicht zum Zug kämen. Deshalb empfahl auch er, das Thema noch einmal zu beraten.

„Wir gehen da mit“, sagte Siegfried Böckmann und zeigte sich einverstanden mit dem Vorschlag Hoyers. Er wollte aber wissen, ob es nicht theoretisch – sofern der Rat wolle – möglich sei, den Antrag bereits im Rat zu beschließen. Bürgermeister Tobias Averbeck erklärte, dass jeder Antrag, der im Rat beschlossen werden sollte, eine Vorberatung brauche. Damit könne der Antrag also noch nicht beschlossen werden. Die Mitglieder des Rates sprachen sich einstimmig dafür aus, das Thema im nächsten Finanzausschuss noch einmal zu beraten.

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