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Nur der zweitbeste Weg

Thema: Stromleitung Nordlink geht in Betrieb – Damit rückt die Energiewende wieder ein Stückchen vor. Ungut ist das starre Festhalten an den Übertragungsnetzen.

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623 Kilometer lang, 500 davon auf dem Grund der Nordsee, weit mehr als zwei Milliarden Euro teuer und ausgestattet mit der Kapazität eines großen Atomkraftwerks: Das ist die Ökostromleitung Nordlink, die jetzt ihren Betrieb aufgenommen hat. Das Riesenkabel hat durchaus seine Daseinsberechtigung, ist aber kein Problemlöser.

Positiv: Nordlink ist ein weiteres sichtbares Symbol dafür, dass die Tage von Atom- und Kohlestrom unwiderruflich gezählt sind und die Energiewende sowie der Kampf gegen den Klimawandel endlich in die Hufe kommen. Damit die Versorgung gewährleistet ist, auch wenn Wind und Sonne gerade nicht verfügbar sind, kann ab sofort über die neue Energieautobahn Strom aus norwegischer Wasserkraft nach Deutschland fließen. Hinzu kommt, dass Nordlink keine Einbahnstraße ist. In Trockenperioden soll Wind- und Sonnenstrom von hier nach Skandinavien geliefert werden.

Das Problem: Es stockt an Land

Negativ: Nordlink ist zwar fertig, die Stromtrassen im Binnenland, die die grüne Energie von der Küste in die Industriezentren im Westen und Süden Deutschlands transportieren sollen, sind es aber nicht. Stattdessen gibt es weiterhin zahlreiche juristische Auseinandersetzungen um Trassenverläufe und Standorte von Umspannwerken. Genau da liegt das eigentliche Dilemma: So richtig der politische Weg auch ist, auf den Klimakiller Kohle sowie die gefährliche, teure und todbringende Kernenergie zu verzichten, so falsch ist das starre Festhalten an den Übertragungsnetzen und ihrer räumlichen Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch.

Deutlich verträglicher für die Umwelt und vor allem den gesellschaftlichen Zusammenhalt wären dezentrale Energieversorgungssysteme, an denen die Bürgerinnen und Bürger beteiligt sind. Von daher sind Nordlink und alles, was damit zusammenhängt, nur der zweitbeste Weg.

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