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Notfalls mit leichtem Druck

Thema: Strengere Corona-Regeln und Impfpflicht - Frankreich und Griechenland machen vor, wie es geht. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diesem Beispiel zu folgen.

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Leichter Druck kann manchmal wahre Wunder bewirken, selbst unter temporären Wissensverweigerern. Beispiel Frankreich: Dort müssen Impfnachweise künftig deutlich häufiger vorgezeigt werden, wenn jemand am gesellschaftlichen Leben teilnehmen will. Zudem gilt alsbald eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal. Kaum hat Präsident Emmanuel Macron diese strengeren Corona-Regeln angekündigt, steigen die Impfanmeldungen rasant. Das zeigt, dass viele Menschen offenbar einen Impuls brauchen - wachgerüttelt werden müssen - und noch nicht vollends im Meer der Verschwörungsmythen untergegangen sind.

Parallel zieht Griechenland die Zügel an. Auch dort dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger künftig nur noch in Innenräumen von Gastronomie- und Kultureinrichtungen aufhalten, wenn sie geimpft sind. Anlass in beiden Ländern sind stark steigende Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen und eine rapide abnehmende Bereitschaft, sich impfen zu lassen. In Deutschland ist die Impfmüdigkeit ebenfalls angekommen. Und man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die stark ansteckende Virusvariante Delta die Infektionszahlen auch hierzulande in die Höhe treiben wird.

Masernimpfpflicht hat Vorbildcharakter

Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dem französischen und griechischen Beispiel zu folgen, um der unsäglichen Kreuzwirkung aus zurückgehender Impfbereitschaft und Unachtsamkeit etwas entgegenzusetzen. Gedacht vor allem für all jene, die rationalen Argumenten - zumindest bislang - nicht zugänglich sind und damit alle anderen gefährden.

Vorbild ist aber auch die seit dem vergangenen Jahr bundesweit geltende Masernimpfpflicht. Sie sieht etwa vor, dass Erzieherinnen, Lehrer, Tagespflegekräfte und medizinisches Personal Impfnachweise vorlegen müssen. Eigentlich selbstverständlich, denn wer sich aus freien Stücken in eine Gruppe vulnerabler Personen begibt, trägt schon von Berufs wegen eine besondere Verantwortung für das Leben der ihm anvertrauten Menschen.

Also: Eine Impfpflicht macht dort Sinn, wo Schwächere geschützt werden müssen. Und für den Rest gilt: Impfen ist Bürgerpflicht. Notfalls muss mit leichtem Druck daran erinnert werden.

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