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Norbert Walter-Borjans tritt nicht mehr als SPD-Chef an

Geschlossenheit im Wahlkampf, Wahlsieg, Tempo bei den Koalitionsverhandlungen – bei der SPD läuft es rund wie lange nicht. Doch nun geht der Parteichef von Bord.

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Norbert Walter-Borjans will auf dem nächsten SPD-Parteitag nach Informationen der Rheinischen Post nicht mehr zur Wahl als Parteivorsitzender antreten. Foto: dpa/Schmidt

Norbert Walter-Borjans will auf dem nächsten SPD-Parteitag nach Informationen der Rheinischen Post nicht mehr zur Wahl als Parteivorsitzender antreten. Foto: dpa/Schmidt

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans will als Parteivorsitzender aufhören. Er werde sich beim Parteitag im Dezember nicht erneut um den Parteivorsitz bewerben, sagte der Politiker der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag).

Eine SPD-Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Freitag, Walter-Borjans werde dann nicht erneut antreten.

Walter-Borjans war 2019 gemeinsam mit Saskia Esken bei den SPD-Mitgliedern als Sieger einer aufwendigen Kandidatenkür hervorgegangen. Planmäßig neu gewählt wird bei einem dreitägigen Parteitag vom 10. bis 12. Dezember. Walter-Borjans wollte laut "Rheinischer Post" die SPD-Gremien an diesem Freitag über seinen Schritt informieren.

"Mit dieser Mission bin ich so weit gekommen, dass ich sagen kann: Jetzt sollen mal Jüngere ran."Norbert Walter-Borjans (SPD)

"Für mich war mit dem Vorsitz von vornherein keine weitere Karriereplanung verbunden, sondern das Ziel, die Partei auf Kurs zu bringen", sagte Walter-Borjans der Zeitung. "Mit dieser Mission bin ich so weit gekommen, dass ich sagen kann: Jetzt sollen mal Jüngere ran." Er habe deshalb den Vorstand seines nordrhein-westfälischen
Landesverbandes gebeten, auf seine erneute Nominierung zu
verzichten.

Esken dankte Walter-Borjans auf Twitter mit den Worten: «Lieber Norbert, ich bin Dir unendlich dankbar für die gemeinsame Zeit.» Die SPD werde ihren Weg in den Koalitionsverhandlungen zu einem guten Erfolg führen. 

Scheidender SPD-Chef äußert sich nicht über Wunschnachfolger

Er gehe mit dem "gutem Gefühl, zwei Jahre die SPD mitgeprägt zu haben", sagte der 69-Jährige. "Wir haben in dieser Zeit gezeigt, dass wir zusammenhalten und mit sozialdemokratischer Politik erfolgreich sein können."

Über einen Wunsch-Nachfolger oder eine Wunsch-Nachfolgerin sagte der scheidende SPD-Chef nichts. Er ist aber dagegen, dass die Parteiführung ins neue Kabinett gehe. "Ein Regierungsmitglied als Parteichefin oder Parteichef ist notwendigerweise immer ein Stück Regierungssprecher", sagte Walter-Borjans. Die bisherige Arbeitsteilung – Parteivorsitz auf der einen und Regierungsamt auf der anderen Seite – habe sich bewährt.

Lesen Sie dazu einen Kommentar von Max Meyer (Redakteur).

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