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"Noch zwei bis drei globale Krisen, und schon ist Frühling"

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Europa ist im Krieg. Zwischen Ironie und Aufklärung werden die Sozialen Netzwerke für viele zur wichtigsten Informationsquelle.

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Es ist wie in einem schlechten Horrorfilm: Da wacht man eines Morgens auf und es herrscht Krieg in Europa. Stündlich verfolge ich die Nachrichten. Die Journalisten und Kriegsreporter in den Nachrichtensendungen geben trotz Ausnahmezustands ihr Bestes und versuchen, Informationen sicher einzuordnen. Nicht immer gelingt es aufgrund der Lage, seriös und ernst zu bleiben, wie es kürzlich der emotionale Ausbruch einer Übersetzerin beim Nachrichtensender WELT zeigt. Während sie die Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj übersetzt, bricht sie in Tränen aus. Es ist eben nur menschlich. 

Noch nie habe ich in meinem noch jungen Leben solch eine angespannte Situation erlebt. Nun ist auch meine Generation Zeuge eines Ereignisses geworden, das höchstwahrscheinlich in die Geschichte eingehen wird. Während unsere Großeltern zumeist noch den Zweiten Weltkrieg und unsere Eltern den Mauerfall miterlebt haben, sind wir bis jetzt von solchen Ereignissen verschont geblieben. Deshalb ist es umso interessanter, wie unsere Generation mit der Krise umgeht. Die meisten meiner Altersgenossen sind, genau wie ich, von den Sozialen Medien geprägt. Hier spielt sich alles ab. 

"Egal wie satirisch das Internet in solchen Krisen-Situationen manchmal reagiert, es ist ein unverzichtbares Medium für die Gesellschaft geworden."Lisa Bernhardt

"Gute Nachricht: Nach Seuche, Sturm und Krieg sind nicht mehr viele biblischen Plagen übrig" oder "Noch zwei bis drei globale Krisen, und schon ist Frühling". Solche Sätze findet man oft in sogenannten "Memes". Das sind Bilder, die in der Regel durch einen Text ergänzt werden. Ein Meme enthält fast immer eine satirische, humoristische oder auch gesellschaftskritische Botschaft. Jetzt könnte man sich natürlich fragen, warum in solch einer ernsten Situation, lustige Memes erstellt werden. Immerhin geht es hier um einen Krieg, in dem Menschen ums Leben kommen und Hunderttausende aus ihrer Heimat flüchten. Das Prinzip ist einfach: Das Thema soll eine hohe Reichweite erzielen. Die Beiträge haben teilweise Millionen von Likes und werden oft geteilt. Es findet also auch eine Art von Sensibilisierung statt.

Welche Macht das Internet und die sozialen Medien haben, wird genau in solchen Ausnahmezuständen sichtbar. Spenden werden gesammelt oder Solidarisierungen bekannt gegeben. Aber auch der Informationsfluss läuft mittlerweile fast vollständig über Plattformen wie Instagram, Twitter oder Facebook. Der ukrainische Präsident postet seine Videobotschaften auf Instagram und räumt damit Fake-News aus dem Weg. Videos von Bombeneinschlägen und Zivilisten, die sich Panzern in den Weg stellen, gehen durch die Decke. Sie zeigen die wahrhaftige und erschreckende Realität. 

Wie wichtig die oft verteufelten Sozialen Medien sind, zeigt sich im Augenblick auch bei den Widerstandsbewegungen in Russland. Über Bilder, die symbolische Codes enthalten, organisieren die Menschen ihre Proteste. Kein Wunder also, dass Putin die Plattformen wie so oft einschränken will. Egal wie satirisch also das Internet in solchen Krisen-Situationen manchmal reagiert, es ist ein unverzichtbares Medium für die Gesellschaft geworden. 


Zur Person:

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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