Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Niedersachsen kann Corona-Mutanten jetzt selbst aufspüren

Seit Anfang der Woche können im Labor des Landesgesundheitsamtes Proben auf neuartige Varianten des Coronavirus untersucht werden. Zwischen 50 und 100 Proben können wöchentlich sequenziert werden.

Artikel teilen:
Die Niedersächsische Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann (rechts) informiert sich gemeinsam mit NLGA-Präsident Dr. Matthias Pulz (links) über die Sequenzierung von SARS-CoV-2 im Labor des NLGA. Foto: NLGA

Die Niedersächsische Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann (rechts) informiert sich gemeinsam mit NLGA-Präsident Dr. Matthias Pulz (links) über die Sequenzierung von SARS-CoV-2 im Labor des NLGA. Foto: NLGA

Niedersachsens Landesgesundheitsamt (NLGA) ist seit Anfang der Woche in der Lage, Varianten des Coronavirus nachzuweisen. Das Verfahren soll dazu dienen, mehr über die Ausbreitung der sogenannten britischen Mutante B.1.1.7 und der sogenannten südafrikanische Mutante B.1.351 zu erfahren, erklärte das Amt am Mittwoch. Bisher liegen Informationen über 259 Ansteckungen mit diesen Varianten vor – 258 mit B.1.1.7 und eine mit B.1.351. Darüber hinaus könnten mit der Sequenzierung aber auch bisher unbekannte Mutanten nachgewiesen werden.

"Neue Mutationen können mit der Sequenzierung frühzeitig identifiziert und bekannte Virustypen bestätigt werden", sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) bei einem Besuch des Labors. "Das Coronavirus passt sich an. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu weiteren Mutationen kommt, die ansteckender sind oder zu schwereren Krankheitsverläufen führen können." Die Sequenzierung sei daher wichtig, um Muster bei den Ansteckungen zu erkennen.

Bei vielen Infektionen soll genauer geschaut werden

"Unser Ziel ist es, schnell für Klarheit zu sorgen, wenn von den Gesundheitsämtern kurzfristig anlassbezogene Untersuchungen angefordert werden", erklärte zudem Dr. Matthias Pulz, Präsident des NLGAs. Im Vordergrund stehe daher nicht die absolute Menge der durchgeführten Sequenzierungen, sondern vor allem eine hohe Flexibilität und schnelles Handeln, wenn akuter Bedarf seitens der kommunalen Behörden besteht. Eine solche Situation wäre laut dem Mediziner beispielsweise gegeben, wenn trotz eingehaltener Hygienemaßnahmen auffällig viele Infektionen oder schwere Krankheitsverläufe auftreten. In diesem Fall würde sich auch die Anzahl der untersuchten Proben erhöhen, zwischen 50 und 100 Proben können wöchentlich in Labor des Landesgesundheitsamtes sequenziert werden.

Wie die Landesbehörde zudem miteilt, wird als weiteres Verfahren zur Erkennung von bekannten Virusmutationen, sogenannten Variants of Concern (VoC), von vielen Laboren eine zusätzliche PCR-Diagnostik eingesetzt. Hierdurch lasse sich bereits in der Routinediagnostik feststellen, ob eine bestimmte Mutation vorliegt. So könne mit verhältnismäßig geringerem Aufwand wesentlich größere Probenmengen als mit der Sequenzierung untersucht werden. Allerdings lassen sich auf diese Art keine neuen noch unbekannten Mutationen finden, dies ermöglicht nur eine Sequenzierung, betont das NLGA.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Niedersachsen kann Corona-Mutanten jetzt selbst aufspüren - OM online