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Neues Gewerbegebiet am Dinklager Ring nimmt erste Hürde

Wo bisher noch Ackerbau betrieben wird, sollen bald Unternehmen bauen. Dafür müssen Wallhecken gerodet werden. Trotzdem trägt auch die Opposition die Pläne mit.

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Noch ein Acker, bald ein Gewerbegebiet? Südlich des Dinklager Rings wollen sich 2 Unternehmen ansiedeln. Foto: Böckmann

Noch ein Acker, bald ein Gewerbegebiet? Südlich des Dinklager Rings wollen sich 2 Unternehmen ansiedeln. Foto: Böckmann

Am Dinklager Ring soll zwischen der Bahler Straße und der Märschendorfer Straße das neue Gewerbegebiet "Bahlen-Süd" entstehen. Das hat der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung in seiner jüngsten Sitzung einstimmig empfohlen. Damit stimmten auch alle Vertreter der Opposition für die entsprechenden Pläne. Der Verwaltungsausschuss (VA) muss dem in seiner Sitzung am 15. März noch zustimmen.

Auf einer insgesamt 5,8 Hektar großen Fläche wollen 2 Unternehmen bauen. So erläuterte es Bauamtsleiter Michael Busch in der Sitzung. Bisher sind die Flächen, gelegen südlich vom Dinklager Ring und nordwestlich des Firmensitzes der Bäckerei Wolke, Acker. Außerdem stehen dort einige Wallhecken, die von Experten gemeinhin als besonders wichtig für die Tierwelt angesehen werden. Diese müssten gerodet werden, räumte Amtsleiter Busch ein. Sie werden aber ebenso wie die zu fällenden Bäume innerhalb des Gewerbegebiets kompensiert. 

Damit das Gewerbegebiet kommen kann, muss zunächst der Flächennutzungsplan der Stadt geändert werden. Gleichzeitig soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Beides kostet Geld. Geld, für das die Stadt aufkommt, wie Amtsleiter Busch auf Nachfrage einräumt. Standortförderung sei das, heißt es.

Umweltbericht soll Auswirkungen untersuchen

Wo gehobelt wird, fallen Späne, sagt man. Mit Blick auf die ökologischen Folgen eines Gewerbegebietes bedeutet das: Flächen werden versiegelt, Lebensräume von Tieren und Pflanzen werden zu Industriefläche. Deshalb soll laut Vorlage ein Umweltbericht erstellt werden, der „die Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Klima beschreibt“. In der Folge wird die Stadt – wie rechtlich vorgeschrieben – „für alle Eingriffe in Natur und Landschaft entsprechende Kompensationsmaßnahmen“ festlegen und durchführen. Der Verkehr zu und von den Betrieben, die sich auf dem Areal ansiedeln wollen, dürfte vor allem über eine neu zu schaffende Zufahrt vom beziehungsweise auf den Dinklager Ring fließen.

Am westlichen Rand des Areals, aber noch innerhalb der überplanten Fläche, liegt eine Hofstelle. Der Bereich um die Hofstelle solle als „eingeschränktes Gewerbegebiet“ ausgewiesen werden, hieß es in der Sitzung. Das hätte zur Folge, dass hier zwar auch Gewerbe angesiedelt werden dürfe, dieses aber hinsichtlich der Lautstärke begrenzt werde. Grund dafür dürften Wohnhäuser südlich des Bahler Wegs sowie westlich der Bahler Straße sein, wie ein Blick auf die Karte verrät. Allerdings werde diese Fläche „zurzeit“ von den „potenziellen Gewerbetreibenden“ nicht benötigt, erklärte Amtsleiter Busch.

Die schlussendlich einstimmig ausgefallene Abstimmung ist in diesem ersten Teil des mehrstufigen Verfahrens das einzige öffentliche Stimmungsbild, da die kommende Abstimmung des Verwaltungsausschusses nicht-öffentlich stattfindet. Sollte der VA dem Votum folgen, und davon ist auszugehen, würden die Öffentlichkeit sowie die Träger öffentlicher Belange – also Wasser- und Energieversorger, Ämter und so weiter – am Verfahren beteiligt und zu Stellungnahmen eingeladen.


Aus dem Bauausschuss:

  • Auf Nachfrage von Markus Blömer (SPD) teilte die Verwaltung mit, dass die Vermarktung der weniger attraktiven Grundstücke im Baugebiet Höner Kirchweg schwieriger gewesen sei. Insgesamt seien für die 40 Baugrundstücke 70 Bewerber (inklusive Nachrücker) gezogen worden. Einige Grundstücke seien nach Reservierung, Zahlung der Vorausleistung in Höhe von 1000 Euro und aus anderen Gründen (u.a. Corona) wieder zurückgegeben worden. Teilweise seien auch Bewerber berücksichtigt worden, die schon über Eigentum verfügten – und sich verpflichteten, dieses zu verkaufen.
  • Die wegen des geplanten Ausbaus des Windparks Bünne-Wehdel von der SPD geforderte Informationsveranstaltung für die Anlieger hat noch nicht stattgefunden. Sie soll aber nachgeholt werden, sobald die entsprechenden Pläne vorliegen.
  • Für den von der SPD geforderten Mehrgenerationenpark hat die Verwaltung einen Antrag auf Förderung gestellt. Bürgermeister Frank Bittner tauschte sich auch mit seinem Kollegen Alfred Kuhlmann aus, welche Erfahrungen die Gemeinde Goldenstedt mit dem Mehrgenerationenpark gemacht habe. 
  • Die nächste Sitzung des Bauausschusses findet am Dienstag (9. März) ab 17 Uhr als Hybridsitzung online und im Sitzungszimmer des Rathauses statt. Besucher müssen sich vorher anmelden per E-Mail an schwarz@dinklage.de oder telefonisch unter 04443/899120. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem diverse Bebauungspläne und das Verkehrskonzept bei der Kardinal-von-Galen-Grundschule. (fb)

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