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Neuenkirchens neuer Kindergarten zieht erst mal in Container

Es muss schnell gehen. In Neuenkirchen gibt es mit Beginn des neuen Kindergartenjahres zu wenig Plätze im Regelbereich. Eine Lösung ist gefunden. Auch die Frage der Trägerschaft ist beantwortet.

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Noch ist es eine Freifläche: Auf diesem Areal hinter dem Rathaus in Neuenkirchen soll die Containeranlage des neuen Kindergartens entstehen. Foto: Oevermann

Noch ist es eine Freifläche: Auf diesem Areal hinter dem Rathaus in Neuenkirchen soll die Containeranlage des neuen Kindergartens entstehen. Foto: Oevermann

Um ab dem am 1. August beginnenden neuen Kindergartenjahr auch in Neuenkirchen genügend Regelplätze für 3 bis 6 Jahre alte Mädchen und Jungen bereitstellen zu können, hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit bei seiner Sitzung am Donnerstag im Rathaus den Weg für eine Übergangslösung frei gemacht.

Auf einer 2650 Quadratmeter großen Fläche im Baugebiet "Hinter dem Rathaus" soll die Gemeindeverwaltung Container für zunächst zwei Gruppen anmieten und aufstellen lassen. In dem Zusammenhang beauftragte der Rat die Verwaltung ferner, mit der Kirchengemeinde St. Viktor einen über 4 Jahre laufenden Erbpachtvertrag für die Fläche abzuschließen.

Erbpachtkosten belaufen sich auf 17.000 Euro im Jahr

Die Kosten belaufen sich pro Jahr auf 17.000 Euro. Die Containermiete hat die Verwaltung für den Zeitraum mit 200.000 Euro veranschlagt. Hinzu kommen einmalige Kosten von jeweils 20.000 Euro für das Verlegen der Versorgungsleitungen und den Auf- und Abbau, 50.000 Euro für die Gestaltung der Außenanlagen sowie 80.000 Euro für die Ausstattung.

Ferner hat der Rat beschlossen, die Trägerschaft über diesen neuen Kindergarten der gemeinnützigen Gesellschaft Verbund sozialer Dienste (VSD) aus Bad Essen zu übertragen. Ein Arbeitskreis aus Ratsmitgliedern und Vertretern der Gemeindeverwaltung hatte kürzlich mit drei potenziellen Trägern gesprochen und sich Einrichtungen von ihnen angesehen.

Verbund sozialer Dienste hat Arbeitskreis überzeugt

Der VSD habe sie am meisten überzeugt, sagte Bürgermeister Ansgar Brockmann. Der VSD werde auch dann die Trägerschaft innehaben, wenn der Kindergarten aus den Containern in sein noch im Ortsteil Neuenkirchen zu bauendes neues Gebäude umgezogen ist.

Der Bürgermeister und verschiedene Ratsmitglieder begrüßten die Wahl des VSD auch deswegen, weil es so eine größere Trägervielfalt bei den Kindergärten in Neuenkirchen-Vörden gibt. Träger der vorhandenen Einrichtungen sind die beiden katholischen Kirchengemeinden sowie der Evangelische Kirchenkreis Bramsche.

In Neuenkirchen fehlen im Regelbereich 25 Plätze

Ansgar Brockmann sagte, ab dem 1. August fehlten im Regelbereich in Neuenkirchen mindestens 25 Plätze. Rat und Verwaltung seien sich einig, dass sie die möglichst ortsnah schaffen wollen. Allerdings habe sich kein festes Gebäude gefunden, in das zwei Gruppen provisorisch einziehen könnten. Das frei werdende Ladenlokal im Betrieb Heinz Kruse, das die Interessengemeinschaft Neuenkirchen-Vörden (IGNV) als Übergangslösung vorgeschlagen hatte, sei aus Sicht der Verwaltung nicht geeignet.

"Ich sehe die Alternative Kruse nicht und auch sonst keine im Ort."Karlheinz Rohe, CDU-Ratsherr

Diese Ansicht teilte die Mehrheit der Ratsmitglieder. Dazu sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Karlheinz Rohe, an den Containern führe nun kein Weg mehr vorbei, da sich die Lage in Sachen fehlender Kindergartenplätze verschärft habe. Es müsse eine ortsnahe Lösung her: "Ich sehe die Alternative Kruse nicht und auch sonst keine im Ort."

Damit lehnte er, wie später Günther Plohr von der SPD/FDP-Fraktion, auch das ebenfalls von der IGNV als möglicher Containerstandort ins Gespräch gebrachte Gelände beim Bahnhof ab, auf dem die Gemeinde die Mobilitätsstation bauen möchte. Helmut Steinkamp von der CDU sagte, die Container seinen nur die B-Lösung, aber es müsse schnell gehandelt werden.

Schönfeld kritisiert verlorene Zeit bei Suche nach Gebäude

Josef Schönfeld von der IGNV kritisierte, dass seine Forderung im vergangenen Jahr, weitere Kindergartenplätze in Neuenkirchen zu schaffen, auf taube Ohren gestoßen sei. Hätte sich der Rat ihm angeschlossen, wäre wesentlich mehr Zeit geblieben, eine gute Lösung zu finden.

Aktuell keine Lösung wäre der von IGNV-Ratsfrau Lisa Haakmann bei der Diskussion ins Spiel gebrachte Waldkindergarten, erklärte der Bürgermeister. Die Auflagen für solch eine Einrichtung seien hoch, außerdem werde sie nicht auf die Zahl der Regelplätze angerechnet. Es liefen aber Überlegungen in Neuenkirchen-Vörden, einen solchen speziellen Kindergarten einzurichten. Darüber werde die Politik demnächst beraten.

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