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Neuenkirchen-Vördens Bauhof zieht auf Gelände der Firma Kruse um

Die Gelegenheit, an der Göttinger Straße das Betriebsgelände zu erwerben, ergab sich kurzfristig. Mitte Dezember war Waltraud Timpe als Kruse-Geschäftsführerin auf die Gemeinde zugetreten.

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Das Ende nach über 60 Jahren ist nah: Der Betrieb Heinz Kruse schließt Ende Juni. Die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden wird nach einem Ratsbeschluss von Donnerstag das Betriebsgelände samt den Gebäuden erwerben. Foto: Lammert

Das Ende nach über 60 Jahren ist nah: Der Betrieb Heinz Kruse schließt Ende Juni. Die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden wird nach einem Ratsbeschluss von Donnerstag das Betriebsgelände samt den Gebäuden erwerben. Foto: Lammert

Die Gemeinde wird das Gelände der Firma Heinz Kruse an der Göttinger Straße kaufen und zukünftig für den Bauhof nutzen. Das hat Neuenkirchen-Vördens Rat bei einer Sitzung am Donnerstag im Rathaus in Neuenkirchen beschlossen. Über die Kaufsumme gab es keine Angaben. Der Rat bewilligte aber im Zusammenhang mit dem Kauf eine überplanmäßige Auszahlung von 400.000 Euro.

Die Firma Kruse wird mit Ablauf des 30. Juni dieses Jahres aufhören zu existieren. Die Geschäftsführerin Waltraud Timpe hat sich nach eigenen Angaben dazu entschlossen, weil sie keinen Nachfolger gefunden hat.

Betrieb Heinz Kruse zählt noch 17 Mitarbeiter

Das vor mehr als 60 Jahren gegründete Unternehmen zählt derzeit noch 17 Beschäftigte. Fast alle hätten nach dem 30. Juni einen neuen Arbeitsplatz gefunden, sagte Waltraud Timpe.

Ihr Mitarbeiter Johannes Luttmer etwa wird die Elektrosparte des Unternehmens Kruse unter einem anderen Namen und an einem neuen Ort fortsetzen. Er übernimmt acht Beschäftigte. "Das ist ein gutes Gefühl", kommentierte Waltraud Timpe den nahtlosen Übergang für ihre Mitarbeiter.

Gemeinde erwirbt 6700 Quadratmeter großes Grundstück

Nach Worten von Neuenkirchen-Vördens Bürgermeister Ansgar Brockmann erwirbt die Gemeinde das Grundstück mit einer Fläche von rund 6700 Quadratmetern, dazu das Betriebsgebäude und zwei Wohnhäuser.

Der Bauhof, den die Gemeinde von der Dammer Straße dorthin verlegen wird, könne das Betriebsgebäude ohne dringend erforderliche Umbaumaßnahmen sofort beziehen. Gewisse Investitionen würden im Laufe der kommenden Jahre aber wohl notwendig sein.

Die beiden Wohngebäude – eines ist vermietet – könnte die Gemeinde nach entsprechenden Umbaumaßnahmen zum Beispiel dafür nutzen, Menschen ohne Wohnung unterzubringen. Allerdings werde die Gemeinde zunächst mit dem Mieter des einen Hauses reden, um zu klären, ob er dort wohnen bleiben möchte.

Umzug des Bauhofes startet voraussichtlich im Oktober

Der Bauhof wird nach Angaben des Bürgermeisters voraussichtlich ab Oktober von seinem Betriebsgelände beim Neuenkirchener Feuerwehrgerätehaus umsiedeln. Spätestens zum Jahresende soll das abgeschlossen sein.

Dieses Gelände samt den darauf stehenden Hallen übereignet die Gemeinde der Feuerwehr zur Nutzung. "Damit ist die Feuerwehr für die nächsten 15 bis 20 Jahre gut aufgestellt", erklärte der Bürgermeister.

"Die Lösung für den Bauhof nimmt uns einiges an finanziellen Sorgen."Ansgar Brockmann, Bürgermeister

"Die Lösung für den Bauhof nimmt uns einiges an finanziellen Sorgen", fügte Ansgar Brockmann hinzu. Seit 2 bis 3 Jahren habe die Gemeinde nach einem neuen Standort für den Bauhof gesucht. Angebotene Hallen hätten sich als nicht optimal erwiesen. Die Verwaltung hatte auch ins Auge gefasst, in einem Gewerbegebiet auf 6000 bis 7000 Quadratmetern Fläche neue Gebäude für den Bauhof zu errichten. Das sei nun alles hinfällig geworden, nachdem sich bereits Mitte Dezember 2021 die Kruse-Lösung abgezeichnet habe.

Dass der Bauhof ein neues Betriebsgelände mit entsprechenden Räumen benötigt, steht sowohl für den Bürgermeister als auch für seine Ratskollegen und -kolleginnen außer Frage. Das Gelände ist längst zu klein, der Bauhof betreibt notgedrungen zwei Außenlager.

Josef Schönfeld von der Interessengemeinschaft Neuenkirchen-Vörden (IGNV) sagte dazu bei der Ratssitzung, beim Bau der Betriebsstätten vor 35 Jahre habe der Bauhof zwei Mitarbeiter gezählt. Heute seien es acht. Entsprechend sei zum Beispiel auch der Fuhrpark gewachsen.

Dr. Brand spricht von "glücklicher Chance"

Dr. Heinrich Brand von der CDU sprach von "einer glücklichen Chance", die sich für die Gemeinde mit der Möglichkeit ergeben habe, das Kruse-Gelände zu erwerben. Günter Plohr von der SPD/FDP-Fraktion verwies auf die zentrale Lage des neuen Bauhofstandortes zwischen den Ortsteilen Neuenkirchen und Vörden.

Der Beschluss des Rates, der unter dem Vorsitz des Christdemokraten Rainer Duffes tagte, über die 400.000 Euro an überplanmäßigen Auszahlungen für den Kruse-Kauf war erforderlich, weil die im aktuellen Haushaltsplan veranschlagten Mittel unter dem Punkt "Erwerb von Grundstücken" nicht ausreichen. Die Mehrkosten will die Gemeinde durch Einsparungen finanzieren, so etwa 200.000 Euro beim Erwerb von Grundstücken als Bauland.

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