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Neue Maßnahmen immer mit Blick auf die Fahrradstadt

2022 wird für Bürgermeister Sven Stratmann das Jahr der Projektstarts und -umsetzungen. Bei der Stadtplanung stehen das Fahrrad und die Nachverdichtung ganz oben auf der Agenda.

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Planänderung: An der Straße Grüner Hof sollen Fahrradfahrer künftig sofort merken, dass sie in Friesoythe willkommen sind. Bis dahin ist es ganz offensichtlich noch ein weiter Weg.    Foto: Stix

Planänderung: An der Straße Grüner Hof sollen Fahrradfahrer künftig sofort merken, dass sie in Friesoythe willkommen sind. Bis dahin ist es ganz offensichtlich noch ein weiter Weg.    Foto: Stix

Mit einem Rückblick auf 2021 will sich Friesoythes Bürgermeister Sven Stratmann beim traditionellen Pressegespräch zum Jahresanfang gar nicht lang aufhalten. Vor allem, weil die 2022 anstehenden Maßnahmen zum großen Teil Folgen der Beschlüsse und Planungen aus dem vergangenen Jahr sind. "2022 ist das Jahr der Projektstarts und -umsetzungen", sagt Stratmann. 

Der vielleicht wichtigste Startschuss fällt im Südwesten der Stadt. Wenn das Wetter mitspielt, soll im Februar, spätestens im März der Bau des dritten und letzten Abschnitts der Entlastungsstraße vom Oldenburger Ring zur Ellerbrocker Straße starten. Parallel dazu soll auch die Planung eines Radwegs an der Umgehungsstraße beginnen. Stratmanns Ziel ist es, Friesoythe als Fahrradstadt zu etablieren; Mitglied im ADFC ist die Kommune bereits. "Wir wollen künftig jede Maßnahme unter dem Blickwinkel 'Fahrradstadt Friesoythe' betrachten", sagt der Bürgermeister.

„Man soll direkt erkennen, dass Fahrradfahrer hier willkommen sind.“Sven Stratmann, Bürgermeister

Das hat auch Auswirkungen auf andere Planungen und führt beispielsweise bei den anstehenden Umbauarbeiten in der Straße Grüner Hof zu einer Konzeptänderung. "Hier haben sich die Schwerpunkte geändert", sagt Stratmann. "Wir wollen dort für Radfahrer etwas Neues, Innovatives voranbringen." Sein Ziel ist es, die Straße zum Vorbild für andere Einfallstraßen wie etwa die Barßeler Straße oder die Ellerbrocker Straße zu machen. "Man soll direkt erkennen, dass Fahrradfahrer hier willkommen sind", beschreibt Stratmann die Idee dahinter. 

Optimierungspotenzial gibt es auch bei den Gewerbegebieten. Die in Gehlenberg verfügbaren Flächen sind alle verkauft und am C-Port wird es langsam eng. "Wir können noch private Flächen aktivieren", sagt Stratmann, "ansonsten stoßen wir dieses Jahr an unsere Grenzen." Allerdings habe die Kommune in Neuscharrel und in Thüle noch insgesamt 14 Hektar, die infrage kämen. "In Thüle hängt es aber an der Prüfung, ob das Naturschutzflächen sind", sagt Stratmann.

Nachverdichtungskonzept einer der Schwerpunkte im Baubereich

Bei den Wohnbaugebieten will Stratmann 2022 eine Baulandoffensive starten. Ziel sind, rund 80 Bauplätze pro Jahr im gesamten Stadtgebiet zu schaffen. "Das geht aber nicht ohne personelle Verstärkung im Bauamt", sagt er. "Der Bereich ist eigentlich für die nächsten 3 Jahre ausgebucht, außerdem müssen wir uns auf anstehende Pensionierungen vorbereiten, also frühzeitig die Neulinge einarbeiten."

Ein Schwerpunkt wird zudem auf dem zu erstellenden Nachverdichtungskonzept liegen. Dabei geht es vor allem um den sozialen Wohnungsbau sowie um die Frage, wo Mehrfamilienhäuser entstehen können und wo nicht. "An den Einfallstraßen ist das sicher möglich", sagt Stratmann, mitten in gewachsenen Wohngebieten demnach eher nicht. "Der schwerste Teil ist die Frage, was man mit den Graubereichen macht", so der Bürgermeister. "Wie geht man beispielsweise mit den Flächen im Übergang zu bestehenden Gebieten um?" Ihm und den Ratsmitgliedern sei klar, dass man bei dem Thema unmöglich alle Betroffenen vollends zufriedenstellen könne. 

Platt gemacht: Die Burgwiese ist hinter der Kita bereits planiert. Hier soll ein Multifunktionsplatz mit Naturtribüne entstehen. Foto: StixPlatt gemacht: Die Burgwiese ist hinter der Kita bereits planiert. Hier soll ein Multifunktionsplatz mit Naturtribüne entstehen. Foto: Stix

Und nicht zuletzt stehen – neben vielen anderen Punkten – noch das Tourismuskonzept, das Dachmarken- und Marketingkonzept sowie das Thema Kultur auf der Tagesordnung der Stadtverwaltung. Beim Tourismus etwa will Stratmann die Eigenständigkeit Friesoythes voranbringen, ohne die Mitarbeit in Organisationen wie etwa dem Verband Oldenburger Münsterland oder dem Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre aufzugeben. "Bei unserer Größe dürfen wir selbstbewusst auftreten und auch unabhängig von anderen agieren", sagt er. "Aber natürlich fließen unsere Ideen dann auch zurück in den regionalen Rahmen."

Zu diesen Ideen gehört die Ausweitung des städtischen Kulturprogramms bis hin zu eigenen Festivals, Konzert- und Theaterabenden. Ein Standort dafür könnte der neue Veranstaltungsplatz an der Burgwiese sein, der bereits planiert ist und demnächst eine Naturtribüne erhalten soll. Reit- und Ballsportveranstaltungen sind dort gesetzt, auch ein Mittelalter-Spektakel kann sich Stratmann dort vorstellen. "Das", sagt er, "passt doch irgendwie zu dem Namen Burgwiese." 

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