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Neue Interessengemeinschaft Holdorf will in den Gemeinderat

Das war schon immer so! Das gab es noch nie! Diese Argumente lässt die IGeHo nicht gelten. Ihre Mitglieder wollen offener und unbefangener Politik machen.

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Sie wollen Holdorf voranbringen: IGeHo-Vorsitzender Andreas Lucht (rechts), sein Stellvertreter Thomas Deters (links) und Beisitzerin Anja Schlarmann (Mitte). Foto: Heinzel

Sie wollen Holdorf voranbringen: IGeHo-Vorsitzender Andreas Lucht (rechts), sein Stellvertreter Thomas Deters (links) und Beisitzerin Anja Schlarmann (Mitte). Foto: Heinzel

Sie wollen neue Perspektiven und frische Ideen in die Holdorfer Kommunalpolitik einbringen. Gemeint sind Andreas Lucht, Thomas Deters und Anja Schlarmann sowie die anderen Mitglieder der jetzt gegründeten überparteilichen „Interessengemeinschaft Holdorf“ (IGeHo). „Wir wollen Politik von Bürgern für Bürger machen“, sagt Thomas Deters, der zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. „Wir wollen einzelne Sachthemen lösen.“  Ein Anliegen sei es, dabei auch in größeren Zusammenhängen zu denken, und zwar über die Gemeindegrenzen hinaus, betont der frisch gewählte Vorsitzende Andreas Lucht: „Wir wollen uns überkommunal vernetzen.“

Der Startschuss ist gefallen, nachdem die Gründung der IGeHo seit etwa 2 Jahren im Gespräch war. Vor 3 Jahren zog Andreas Lucht nach Holdorf und wurde seitdem immer wieder darauf angesprochen, ob man sich nicht gemeinsam politisch engagieren wolle. Und so wuchs dieser Gedanke kontinuierlich, bis der 56-Jährige sagte: „Dann lass uns mal Politik machen und zwar ganz ohne Altlasten.“ Andreas Lucht bringt dabei – wie einige andere in der Interessengemeinschaft – Erfahrung in der Kommunalpolitik mit. In Wallenhorst saß er für eine unabhängige Wählergemeinschaft 7 Jahre lang im Gemeinderat.

Doch Corona erschwerte die Durchführung der Gründungsversammlung. Eigentlich wollten die Initiatoren nämlich eine große Veranstaltung organisieren. Doch dies war pandemie-bedingt nicht möglich. So fand nun die Gründung in kleiner Runde statt. Die neue Gemeinschaft sei bunt, generationenübergreifend, offen und breit aufgestellt, erzählt Andreas Lucht. Das Führungsteam rechnet damit, dass in kurzer Zeit 50 bis 60 Mitglieder hinzukommen; die Hälfte habe bereits fest zugesagt.

„Jeder ist herzlich willkommen, der eine realisierbare Politik vertreten möchte.“Andreas Lucht, Thomas Deters und Anja Schlarmann

Demnächst werde die Homepage freigeschaltet. Das Programm solle ausgearbeitet werden. In Teams werde daran gearbeitet. Daneben gelte es, die Aufstellungsversammlung vorzubereiten, auf der die Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderats- und Kreistagswahl Mitte September bestimmt werden. Einen Termin gibt es für diese Veranstaltung noch nicht. 7 Kandidaten hätten bereits fest zugesagt. „Jeder ist herzlich willkommen, der eine realisierbare Politik vertreten möchte“, sagt das Führungstrio.

„Wir sind unbefangener und weniger durch die Geschichte und bereits eingenommene Positionen geprägt“, sagt Anja Schlarmann über die Interessengemeinschaft. Einen Fraktionszwang werde es bei der IGeHo nicht geben. Ziel sei eine transparente Politik. Die Bürgerinnen und Bürger sollten Prozesse begleiten und gestalten können.

Holdorf soll eine moderne, dörfliche Struktur erhalten

Die Schwerpunkte? Andreas Lucht, Thomas Deters und Anja Schlarmann geben 3 Beispiele. Holdorf sei in den letzten Jahren immer größer geworden, sagt Andreas Lucht. Es gehe nicht darum, Veränderungen oder Wachstum zu verhindern, aber Vorsicht sei nötig. Holdorf verdiene eine „moderne, dörfliche Struktur mit Augenmaß“. „Bewährtes erhalten, Neues zulassen", sagt Andreas Lucht.

Anja Schlarmann plant, sich im sozialen Bereich stark zu machen. Die Diplom-Sozialpädagogin möchte Frauen intensiver unterstützen und die Arbeit der Frauenbeauftragten ausbauen. Wichtig sei ihr eine generationenübergreifende, gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger. 

Thomas Deters Schwerpunkt liegt auf Finanzen, Wirtschaft und Ökologie. Er möchte in Sachen Mühlenbach neue Lösungen suchen, die Straßenausbausatzung überarbeiten und die Digitalisierung der Gemeindeverwaltung forcieren. Dabei geht es dem Bankbetriebswirt um mehr Interaktion, damit sich die Holdorferinnen und Holdorfer zu Wort melden können.

„Wir treten an, um der Gemeinde zu helfen“Andreas Lucht, Vorsitzender Interessengemeinschaft Holdorf (IGeHo)

Es gehe nicht nur darum, Politik zu machen. Die Gruppe will beim Stadtradeln in die Pedalen treten, bei der Umweltwoche zur Müllzange greifen. Kurz: Die IGeHo will eine Rolle in Holdorf spielen – und zwar unabhängig von einzelnen Personen, berichtet Thomas Deters. „Wir treten an, um der Gemeinde zu helfen“, fasst Andreas Lucht zusammen.

  • Info: Die letzte Wahl zum Holdorfer Gemeinderat fand im Herbst 2016 statt. 18 Sitze waren zu vergeben. 10 Mitglieder des Rates gehören derzeit der CDU an; 5 der SPD; 2 der UWG und ein Vertreter der FDP. FDP und SPD bilden eine Gruppe. Stimmberechtigt ist im Rat außerdem Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug.

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