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Neue Buslinie Vechta-Cloppenburg könnte im Herbst 2022 starten

Auch der Vechtaer Stadtrat bewilligt Fördermittel für das kreisübergreifende Projekt. Die Behörde bereitet nun die Ausschreibung vor.

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Die Haltestelle am Vechtaer Bahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt. Neben dem Angebot des Systems "moobil+" soll es eine direkte Busverbindung geben, um im stündlichen Takt zwischen Vechta und Cloppenburg zu pendeln. Foto: Speckmann

Die Haltestelle am Vechtaer Bahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt. Neben dem Angebot des Systems "moobil+" soll es eine direkte Busverbindung geben, um im stündlichen Takt zwischen Vechta und Cloppenburg zu pendeln. Foto: Speckmann

Gute Nachricht für Pendler: Die geplante Buslinie Vechta-Cloppenburg ist ihrer Einführung einen großen Schritt näher gekommen. Der Rat der Stadt Vechta hat sich für eine finanzielle Unterstützung des kreisübergreifenden Nahverkehrsprojektes ausgesprochen. Wenn die erhofften Fördermittel des Landes Niedersachsen fließen, könnte der Betrieb zwischen den beiden Kreisstädten frühestens im Herbst 2022 starten.

„Das ist ein großer Gewinn für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs der nächsten Jahrzehnte“, sagt Bürgermeister Kristian Kater (SPD). Er begrüßt den mehrheitlichen Beschluss des Stadtrates, denn Vechta habe einen guten Nutzen von der landesbedeutsamen Verbindung. Durch das Angebot werde der Verkehr von der Straße geholt und die Busbeförderung gestärkt. Aber dieser Schritt ließe sich nur mit Fördermitteln realisieren.

Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Aufbau neuer und die Aufwertung bestehender Buslinien zu fördern, um alle Regionen des Landes noch bedarfsgerechter in den öffentlichen Nahverkehr einzubeziehen und an überregional relevanten Bahnknoten anzubinden. Gerade in Gebieten, wo eine Ausweitung des Schienennetzes wirtschaftlich nicht vertretbar oder realisierbar ist, soll das Programm einen Anreiz für alternative Angebote bieten.

Wie Landrat Herbert Winkel unlängst erklärte, wird der Betrieb ein Defizit von 770.000 Euro pro Jahr einfahren. Das Land übernimmt 360.000 Euro. Die Restfinanzierung liegt bei den Kommunen. Der Landkreis Cloppenburg zahlt aufgrund des größten Anteils der Kilometerstrecke den Löwenanteil von 263.000 Euro. Auf Kreis und Stadt Vechta kommen jeweils 75.000 Euro pro Jahr zu.

Zuschüsse fließen über drei Jahre

Die Zuschüsse sind für einen Zeitraum von 3 Jahren vorgesehen, entsprechend der Dauer der Landesförderung. Die Buslinie soll laut Winkel auch nach Auslaufen der Förderung mindestens 2 weitere Jahre fortgeführt werden – mit Option auf weitere 5 Jahre. Ist die Nachfrage gering, könnte das Fahrplanangebot nach 3 Jahren aber auch um 15 Prozent reduziert werden.

Die Busse sollen zwischen den Bahnhöfen in Vechta und Cloppenburg pendeln, unter anderem mit Halt im Emsteker Ecopark, sodass auch Berufstätige aus dem Gewerbegebiet von dem Angebot profitieren. Der Fahrplan sieht einen stündlichen Takt vor, täglich in der Zeit von 6 bis 23 Uhr, also auch an Wochenenden. Dabei kommen Fahrzeuge mit Niederflureinstieg, Klimaanlage und W-Lan zum Einsatz.

Im Stadtrat stoßen die Pläne auf breite Zustimmung. "Das ist eine wirklich gute Sache", meint Sam Schaffhausen, Fraktionsvorsitzender der Ratsgruppe SPD/WfV. Ratsfrau Dr. Christa Kiene-Schockemöhle (CDU) hebt die stündlichen Taktzeiten hervor. Für Bernhard Schwarting (Ratsgruppe Grüne/FDP) kann die Buslinie auch zu einem besseren Austausch der Städte beitragen.

Linie bietet auch Vorteile für Langförden

Ratsherr Norbert Krümpelbeck (VCD) hebt positiv hervor, dass über die neue Linie auch der Ort Langförden im stündlichen Takt an Vechta angebunden wird. Dies ist nämlich bisher nur in beschränkter Form über die vorhandenen Busverbindungen möglich. Zudem könnten auch Senioren und Menschen mit Handicap das Angebot mit den Zwischenstationen nutzen.

AfD-Vertreter Matthias Elberfeld sieht die Pläne kritisch. Er sei grundsätzlich für den Nahverkehr, aber in Corona-Zeiten sei es nicht verantwortlich, in die Buslinie zu investieren: „Das kostet wahnsinnig viel Geld, wir wissen nicht was dabei herauskommt.“ Der Ratsherr erinnert an die Verbindung Diepholz-Sulingen, die schlecht angenommen werde, aber viel Geld kosten würde.

"Der Öffentliche Personennahverkehr ist immer ein Zuschussgeschäft. Deswegen gibt es auch die Förderung des Landes“, sagt Bürgermeister Kater. Die Pendlerströme würden darauf hindeuten, dass die Buslinie lukrativ sein könnte. Die Entwicklung müsse nach 3 Jahren betrachtet werden. Auch der Vechtaer Stadtbus, der mittlerweile im 12. Jahr sei, habe sich langsam etabliert.

Mit dem Beschluss des Stadtrates ist der Weg frei für das weitere Verfahren. Die zuständigen Gremien der Landkreise Vechta und Cloppenburg haben einer Ausschreibung der Buslinie Vechta-Cloppenburg bereits vor Wochen zugestimmt, ebenfalls unter der Voraussetzung, dass das Projekt von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen gefördert wird.

"Die Landkreise Vechta und Cloppenburg befinden sich derzeit im Austausch mit der Landesnahverkehrsgesellschaft, um letzte Details zu klären."Eva-Maria Dorgelo, Sprecherin des Landkreises Vechta

"Die Landkreise Vechta und Cloppenburg befinden sich derzeit im Austausch mit der Landesnahverkehrsgesellschaft, um letzte Details zu klären", teilt Sprecherin Eva-Maria Dorgelo auf Anfrage mit. Die Ausschreibung der Verkehrsleistung liege in Händen des Landkreises Vechta. Der Betrieb könne voraussichtlich frühestens im Herbst nächsten Jahres beginnen.

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