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Nächstes unwürdiges Kapitel: Die SPD wird Gerhard Schröder nicht los

Thema: SPD darf Schröder nicht ausschließen – Mit einem Wisch hätten die Sozialdemokraten sich vom Schmuddel des Altkanzlers befreien wollen. Der bleibt vorerst Genosse – und sinkt immer tiefer.

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Es hätte so schön sein können. So elegant, so endgültig. Die SPD wollte Altkanzler Gerhard Schröder via Parteiausschlussverfahren loswerden, aus ihren Reihen verbannen und ihr einst leuchtendes Rot auf diese Weise vom Schmuddel der jüngsten Vergangenheit befreien. Doch sie darf nicht. Das hat die Schiedskommission der Partei am Montag mitgeteilt.

Dabei darf man eines nicht vergessen: Die Causa Schröder war zweifelsohne zuletzt in verlässlicher Regelmäßigkeit der öffentlichkeitswirksamste Schandfleck für die Sozialdemokraten. Sie ist aber längst nicht die einzige Baustelle der einstigen Arbeiterpartei. Man werfe nur einen Blick nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort regiert nach wie vor SPD-Frau Manuela Schwesig, auch wenn diese bis zuletzt mit allerlei Kniffen versuchte, die Gas-Pipeline Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen. Ein Ausschluss des Altkanzlers hätte diese Querelen nicht vergessen lassen.

Für die SPD bleibt Schröder eine tragische Figur. Als blickte sie auf den unliebsam gewordenen Sohn, den die Familie am liebsten verbannen würde, dem man Namen und Stammbucheintrag aber nicht nehmen kann. Das Schlimmste: Der Putin-Freund sitzt eine öffentliche Demontage nach der anderen regungslos aus – ganz nach dem Motto „Morgen Früh sieht die Welt bestimmt schon wieder anders aus“. Aber diese Hoffnung wird sich für Schröder nicht erfüllen. Im Gegenteil: Er bleibt als Persona non grata Mitglied einer Partei, die ihn gern als Sündenbock abgestoßen hätte. Es ist das nächste unwürdige Kapitel im Abstieg eines alternden Staatsmannes.

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