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Nachverdichtung soll in Goldenstedt besser gesteuert werden

Den Mitgliedern des Goldenstedter Bauausschusses wurde ein Verdichtungskonzept vorgestellt, dass eine verträgliche Innenentwicklung gewährleisten soll. Dabei wird der Ort in mehrere Zonen eingeteilt.

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Stein auf Stein: In Zukunft soll die Nachverdichtung in Goldenstedt besser gesteuert werden können. Bauherren, die lockere Festsetzungen älterer Bebauungspläne ausnutzen, sollen damit gebremst werden. Symbolfoto: dpa/Dittrich

Stein auf Stein: In Zukunft soll die Nachverdichtung in Goldenstedt besser gesteuert werden können. Bauherren, die lockere Festsetzungen älterer Bebauungspläne ausnutzen, sollen damit gebremst werden. Symbolfoto: dpa/Dittrich

Wie könnte eine verträgliche Nachverdichtung in Goldenstedt aussehen? Damit befassten sich am Donnerstagabend die Mitglieder des Goldenstedter Bauausschusses. Diedrich Janssen von der NWP Planungsgesellschaft in Oldenburg stellte ein Verdichtungskonzept vor. Dies sieht 4 verschiedene Verdichtungszonen für den Ort vor. Der Ausschuss stimmte dem Beschlussvorschlag, das vorgestellte Verdichtungskonzept als städtebauliches Konzept zu beschließen, einstimmig zu.

Bevor Janssen die einzelnen Zonen vorstellte, erläuterte er zunächst den Anlass der Planung und warum es eines Konzepts bedürfe. Eine ungesteuerte Nachverdichtung sei seinen Erklärungen zufolge nicht immer verträglich. So käme es gerade bei Ersatzbauten – also Neubebauung – immer wieder vor, dass sie sich nicht in die vorhandene Siedlung einfügen. Das kann vor allem in Gebieten geschehen, in denen in den Bebauungsplänen weniger differenzierte Festsetzungen vorhanden sind. In Goldenstedt sei das insbesondere bei älteren Bebauungsplänen der Fall. Das führe im Zweifel dazu, dass ausgenutzt werde, dass es keine klaren Regeln gebe. Konsequenz: Nachbarschaftskonflikte.

Deshalb habe die NWP Planungsgesellschaft alle vorhandenen Bebauungspläne, die Wohn- und Mischgebiete betreffen, ausgewertet und die örtliche Siedlungsstruktur überprüft, so Janssen. So sei man zu dem Schluss gekommen, dass eine höhere Verdichtung im Ortskern mit zentraler Versorgungsfunktion unter Berücksichtigung des Schutzes ortsbildprägender Siedlungsstrukturen möglich sei. Eine maßvolle Verdichtung sei in Bereichen, in denen bereits Mehrfamilien- und Reihenhäuser gebaut wurden, möglich. Vorhandene kleinteilige Siedlungsstrukturen mit Einfamilienhäusern sollten geschützt werden. Gesteuert werden kann das Ganze durch eine Begrenzung der Wohnungsdichte, Begrenzung der Höhen sowie der Gebäudelängen.

In Zone 1 gibt es die meisten Einschränkungen

Im Detail: In Zone 1 ist maximal eine Wohnung auf 250 Quadratmetern Baugrundstückfläche vorgesehen. Maximal 2 Wohnungen pro Wohngebäude sind zulässig. Es darf maximal ein Vollgeschoss geben bei einer Traufhöhe von 4,5 bis 5 Metern. Ziel ist es, die vorhandene städtebauliche Struktur zu erhalten. Eine Nachverdichtung durch andere Bauformen soll es nicht geben. Gebiete, die in diese Zone 1 fallen, sind: Dierken Busch (östlich), Langes Iland (westlich), Bankkamp, Quartiere am Abelmeyersweg, Am Sportplatz und am Schwarzen Berg, Quartiere Überthünen, Quartier am Huntetal, Quartier westlich Campingplatz und Quartiere Auf der Lieth.

Ein wenig mehr ist in der Zone 1A möglich. Dort ist ebenfalls nur eine Wohnung auf 250 Quadratmetern Baugrundstückfläche vorgesehen wie auch maximal 2 Wohnungen pro Wohngebäude. Allerdings sind 2 Vollgeschosse möglich bei einer Traufhöhe von bis zu 6,5 Metern. Damit ist eine höhere Ausnutzung im Obergeschoss möglich. Gebiete, die in diese Zone 1A fallen, sind: die Neubaugebiete Dierken Busch (westlich), Langes Iland (östlich), Bussardweg und Östungsbusch (östlich), Abschnitt an Adolf-Kolping-Straße, Quartier Auf dem Esch, Quartier nördlich Meerkamp sowie Potentialflächen Bankkamp West.

In Zone 3 sind große Mehrfamilienhäuser möglich

Eine Nachverdichtung durch kleinere Mehrfamilienhäuser soll an geeigneten Standorten in Zone 2 möglich sein. Pro 150 Quadratmeter Grundstücksfläche ist maximal eine Wohnung zulässig. Pro Wohngebäude dürfen 4 bis 6 Wohnungen errichtet werden. 2 Vollgeschosse sind erlaubt. Gebiete, die in diese Zone 2 fallen, sind: Grundstücke an der Ortsdurchfahrt und den Ausfallstraßen (Hauptstraße, Zur Lieth, Tiefer Weg, Brunkhorststraße, Überthünen), Abschnitte am Apeler Weg, teilweise Quartiere In der Wand, Quartier Gartenstraße, Abschnitte Bussardweg, der Abschnitt um die Kirche, der Abschnitt östlich der Ortsdurchfahrt und südlich der Brunkhorststraße, Abschnitte am Tangen Weg sowie der nördliche Abschnitt Bankkamp westlich der Ortsdurchfahrt.

Mehrere größere Mehrfamilienhäuser können schließlich in Zone 3 realisiert werden. Pro 120 Quadratmetern Baugrundstücksfläche ist eine Wohnung zulässig. Maximal sind 8 bis 10 Wohnungen pro Gebäude möglich. Es können durchaus 3 Vollgeschosse gebaut werden. Möglich ist diese Umsetzung im Ortskern, erklärte Janssen.

Mit diesem Konzept soll eine verträgliche Nachverdichtung ermöglicht werden. Janssen machte in seinen Ausführungen noch einmal deutlich, dass dies ein Grobkonzept sei und sich nicht en detail auf jedes Grundstück übertragen lasse. Grundsätzlich soll das Konzept eine Beratungsgrundlage für Bauvorhaben sein. Dafür könne es nötig sein, dass Bebauungspläne geändert werden müssten.

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