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Nachbarn wollen notfalls klagen

Abgesehen von der Maskenpflicht sorgt derzeit in Löningen kein anderes Thema für größere Diskussionen. Die Betroffenen kündigen Gegenwehr an.

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Stein des Anstoßes: Direkt an der Hase könnte ein Hotelkomplex entstehen. Foto: Meyer

Stein des Anstoßes: Direkt an der Hase könnte ein Hotelkomplex entstehen. Foto: Meyer

In der Diskussion über einen möglichen Hotelbau an der Hasestraße haben sich die Anwohner erneut zu Wort gemeldet. Sie haben eine Bürgerinitiative gegründet, deren Ziel es ist, das Projekt an der Hasestraße zu verhindern. Ihre Begründung: Ein derart großer Übernachtungsbetrieb habe in einem Wohngebiet nichts zu suchen.

Zum Hintergrund: Die Besitzer eines Grundstücks zwischen Hasestraße und Fluss wollen einen Hotelkomplex mit 80 Gästezimmern und 20 Eigentumswohnungen errichten. Sie halten den Standort für ideal, auch um die Innenstadt zu beleben. Zugleich könne auf diese Weise der Mangel an Hotelbetten in Löningen behoben werden (MT berichtete). Nach Gesprächen mit den direkt betroffenen Nachbarn seien die Pläne geändert worden. Der Charakter des Wohnumfeldes werde erhalten bleiben, versicherten die Investoren gegenüber der MT.

„Es reicht nicht, mit einigen wenigen Anwohnern zu sprechen“Jürgen Schmeier, Mitbegründer der Bürgerinitiative

Das sehen Jürgen Schmeier, Andreas Behne, Michael Rohen und Olaf Burke ganz anders. Sie vertreten nach eigenen Angaben die Interessen von 105 Haushalten links und rechts der Hasestraße. „Es reicht nämlich nicht, mit einigen wenigen Anwohnern zu sprechen“, sagt Schmeier. Viel mehr Menschen seien von dem Vorhaben betroffen. Das Hotel würde direkt an der Hasebrücke und damit an der einzigen Hauptzuwegung zu ihren Wohngebieten liegen.

Die Gegner fürchten eine ­ Verkehrszunahme, mehr Lärm und auch eine Gefährdung des Schulweges. Obwohl die Investoren eine Tiefgarage bauen wollen, glaubt Andreas Behne nicht, dass sämtliche Gästeautos dort einen Platz finden können. Die Wagen würden dann in den benachbarten Wohnstraßen abgestellt, ist er überzeugt. Die der Innenstadt abgewandte Flussseite diene bislang, abgesehen vom Freibad, ausschließlich zu Wohnzwecken. Und so solle es auch künftig bleiben.

Vertrauen in die Lokalpolitik ist offenbar erschüttert

Bereits im November vergangenen Jahres hatten die Hotelkritiker im Rathaus eine Liste mit über hundert Namen eingereicht, in der sie sich gegen die Änderung des Bebauungsplans aussprachen. Zu einer öffentlichen Vorstellung der Planungen sei es danach nicht gekommen. Den Mitgliedern des Gemeinderates sei stattdessen Anfang März auf einer Sitzung „suggeriert“ worden, dass die neuen Pläne den Anwohnerbedenken Rechnung tragen würden, heißt es in einer Pressemitteilung der BI. Bei einer zwei Tage später folgenden Probeabstimmung hatte eine Ratsmehrheit sich dafür ausgesprochen, das Projekt nicht schon im Ansatz abzulehnen. „Nach diesen Vorgängen, die unser Vertrauen in die Zusagen der Beteiligten zutiefst erschüttert haben, haben wir gemeinsam unsere Bürgerinitiative gegründet, um unserem Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen“. Inzwischen sind der BI nach eigenen Angaben rund 300 Menschen beigetreten.

Gegen ein neues Hotel in Löningen haben Schmeier und seine Mitstreiter nichts. Es gebe aber bessere Standorte, die bislang nicht ausreichend geprüft worden seien, etwa im Bereich der Tennisanlage. Die Bürgerinitiative agiere überparteilich, betonen ihre Vertreter und fordern ein direktes Gespräch mit dem Bürgermeister. Weil auch öffentliche Flächen für die Umsetzung benötigt werden, sehen die Anwohner Politik und Verwaltung in der Pflicht. „Es kann nicht sein, dass private Investoren die Stadtplanung übernehmen“, sagt Schmeier.

Ein Bauantrag liegt laut 1. Stadtrat Thomas Willen bisher nicht vor. Der Antrag müsste die gemeindlichen Gremien durchlaufen und auch öffentlich ausgelegt werden. Sollte es zu dem Verfahren kommen, müssen die Vorhabenträger mit Widerstand rechnen. „Wir werden gegen diese Fehlentwicklung angehen und notfalls auch klagen“, betont Jürgen Schmeier.

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