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Nach Votum für Merz: Christdemokraten im OM haben viele Wünsche

Der von den Mitgliedern zum zukünftigen Chef gekürte Friedrich Merz soll die Partei einen und die programmatische Arbeit beginnen. Die Freude über die hohe Wahlbeteiligung ist groß.

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Die Basis hat entschieden: Friedrich Merz soll neuer CDU-Chef werden. Foto: dpa/Gabbert

Die Basis hat entschieden: Friedrich Merz soll neuer CDU-Chef werden. Foto: dpa/Gabbert

Ob Merz-Fans oder nicht – Spitzenvertreter der Christdemokraten aus dem Oldenburger Münsterland sind sich einig: Friedrich Merz, der klare Sieger des Basisentscheids zur Frage des CDU-Vorsitzes, steht jetzt vor großen Aufgaben. Und: Alle freuen sich über die hohe Wahlbeteiligung von 64,31 Prozent der etwa 400.000 CDU-Mitglieder in Deutschland.

"Ich habe Merz gewählt, deshalb bin ich persönlich zufrieden mit dem Ausgang der Mitgliederbefragung", sagte André Hüttemeyer aus Erlte, der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Vechta. Er findet es "sehr gut", dass es bereits im ersten Wahlgang ein klares Ergebnis von 62,1 Prozent gegeben habe. Das statte den zukünftigen Vorsitzenden "mit einer sehr hohen Legitimation aus", hinzu komme die hohe Wahlbeteiligung, sagte Hüttemeyer.

Hüttemeyer: Klares Profil ist "dringendste Aufgabe"

Dadurch gebe es nicht das Problem der vergangenen beiden Wahlen zum CDU-Vorsitz, die jeweils sehr knapp ausgegangen seien. Nun müsse die inhaltliche Erneuerung der CDU "unbedingt angegangen werden", betonte Hüttemeyer. Noch immer stehe die Diskussion zum Grundsatzprogramm an. Hüttemeyer wünscht sich ein klares Profil, so dass nicht nur Parteimitglieder, sondern auch Bürger anhand von drei bis zehn Punkten sagen könnten, wofür die Partei stehe. "Das ist die dringendste Aufgabe", stellte Hüttemeyer heraus.

Die Frage des Profils: Merz bedient Sehnsüchte nach einer konservativeren Ausrichtung der Partei und gilt als Wirtschaftsexperte. Vor diesem Hintergrund sagte Marlies Hukelmann, die Vorsitzende des Cloppenburger Kreisverbandes der Frauen Union (FU): Sie habe die Erwartung, dass er den Mitgliedern „querbeet“ gerecht werde, der politische Alltag habe viele Bereiche.

"Ich wünsche mir, dass er neben der Wirtschaft alles, was den sozialen Bereich betrifft, in den Fokus nimmt", unterstrich die Löningerin Hukelmann. Es dürfe keine Flügelkämpfe in der Partei geben. Sie hoffe, dass er es schaffe, die CDU zusammenzuhalten; das nämlich würden sich alle wünschen.

In der Frauen Union ist Norbert Röttgen beliebt

Ihr Wunschkandidat sei Merz nicht gewesen. Dass er sich aber drei Mal um den Vorsitz beworben habe, "das hat Respekt verdient", sagte sie.

In der FU, der Frauen-Organisation der CDU, hätten viele Norbert Röttgen gern als Gewinner der Basisbefragung gesehen. Auch Katharina Willenbrink aus Steinfeld, Vorsitzende des FU-Kreisverbandes Vechta und des FU-Landesverbandes Oldenburg, sagte: "Ich habe Röttgen gewählt." Denn Merz stehe für sie angesichts seines Alters von 66 Jahren nicht für Aufbruch.

Das eindeutige Ergebnis für Merz sollten aber alle Parteimitglieder respektieren. Merz sei nun an seiner Arbeit zu messen.

Breher freut sich auf Zusammenarbeit mit Merz

So sieht es auch Christoph Eilers aus Cappeln, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Cloppenburg und Landtagsabgeordneter. Er hat Merz gewählt und ist "vollauf zufrieden" mit dem eindeutigen Ergebnis. Jetzt müsse es um die Programmatik der CDU gehen, sagte Eilers. Merz habe zu erkennen gegeben, alle in der Partei mitnehmen zu wollen.

Die heimische CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende CDU-Vorsitzende Silvia Breher aus Lindern freut sich über die hohe Wahlbeteiligung und das eindeutige Ergebnis, weil das zur Geschlossenheit beitrage – und "zum Vollgas in die Zukunft".

Sie selbst steht für ein erneute Nominierung als Partei-Vize durch die Niedersachsen-CDU im Januar bereit. Im Fall ihrer Wiederwahl freue sie sich auf die Zusammenarbeit mit Merz, sagte Breher. Sie habe im Vorfeld mit ihm gesprochen. Er wolle die Partei breiter aufstellen, die Vizevorsitzenden arbeitsteilig einbinden. Breher verweist auch darauf, dass Merz selbst gesagt hatte, er würde sich freuen, wenn Breher wieder CDU-Vizevorsitzende werden würde.

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