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Moorkamp will in den Landtag und löst bei der Emsland-CDU einen Mitglieder-Boom aus

Nicht nur in der emsländischen CDU reibt man sich die Augen. Dass eine Partei binnen weniger Wochen derart viele Aufnahmeanträge erhält, ist bundesweit eine  Sensation.

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Will in den Landtag: Hartmut Moorkamp ist Bürgermeister in Rastdorf. Foto: CDU

Will in den Landtag: Hartmut Moorkamp ist Bürgermeister in Rastdorf. Foto: CDU

Der Vorgang ist bundesweit außergewöhnlich: Mehr als 700 neue Mitglieder hat die CDU im Kreisverband Aschendorf-Hümmling in den vergangenen Wochen neu hinzugewonnen. Die meisten davon in der Samtgemeinde Werlte. Hintergrund ist die bevorstehende Neuwahl eines Kandidaten für die Landtagswahl im Oktober. 

747 Mitgliedsanträge waren bei der Kreis-CDU eingegangen. In seiner jüngsten Sitzung musste der Vorstand über sie entscheiden. "Die Prüfung hat ergeben, dass 722 Mitgliedsanträge korrekt eingereicht wurden und die Antragsteller somit auch für die Aufstellungsversammlung als ordentliche Mitglieder stimmberechtigt sind", heißt es in einer Pressemitteilung. 

Damit dürfte der Rastdorfer Hartmut Moorkamp gute Chancen auf die Nachfolge von CDU-Urgestein Bernd Busemann haben. Der ehemalige Kultusminister und jetzige Landtagsvizepräsident geht nach dem Ende der Legislaturperiode in den politischen Ruhestand. Busemann hat den  Wahlkreis 82 Papenburg, zu dem neben der Stadt Papenburg, unter anderem die Samtgemeinden Dörpen, Lathen, Nordhümmling, Sögel und Werlte gehören, 28 Jahre lang vertreten.

Briefwahl wird entscheiden

Um ihren Kandidaten zu unterstützen, hatte die Werlter CDU alle Hebel in Bewegung gesetzt. So lud sie unter anderem zu  Infoveranstaltungen ein. Der Erfolg war überwältigend. Innerhalb von nur einem Monat kam es zu einer regelrechten Flut von Anträgen. Der bis vor Kurzem noch 1700 Mitglieder große Kreisverband ist jetzt auf fast 2500 Personen angewachsen. Das hat zur Folge, dass die ursprünglich für Freitag (25. Februar) angesetzte Urwahl über den Landtagskandidaten verschoben werden musste. Entschieden wird jetzt stattdessen per Briefwahl.  Die Mitglieder werden angeschrieben. Die Unterlagen müssen bis zum 31. März zurückgeschickt werden. 

Neben Hartmut Moorkamp stehen Vera Butterweck-Kruse (Lehe) und Heinz-Hermann Hoppe (Sustrum) zur Wahl. Wegen des starken Stimmenpotenzials aus seiner eigenen Samtgemeinde dürfte der Rastdorfer nun der Favorit sein. Er stand am Donnerstag aus privaten Gründen nicht für ein Gespräch zur Verfügung.

Moorkamp, Bürgermeister der Gemeinde Rastdorf, ist Bankkaufmann und aktiver Landwirt. Unterstützung erhält er auch aus der Nachbargemeinde Vrees. "Ich schätze ihn als Kollegen", sagt Bürgermeister Heribert Kleene. Dreimal habe sich Moorkamp in den vergangenen Wochen in Vrees vorgestellt. "Viele, die dabei waren, nahmen anschließend gleich mehrere Mitgliedsanträge mit." Das Ergebnis: Rund 70 Bewohner traten inzwischen neu in die CDU ein. "Am Ende war es ein Selbstläufer", berichtet Kleene, der für die CDU im Meppener Kreistag sitzt.

Kandidat stellte sich auch in Vrees vor

Der Bürgermeister gibt zu, von dem Erfolg überrascht gewesen zu sein. "Das hätte ich mir nicht träumen lassen". Er wehrt sich zugleich gegen Kritik. "Einige Leute haben uns Taschenspielertricks vorgeworfen. Wir dagegen sind stolz darauf, dass Hartmut Moorkamp eine so große Zustimmung erfährt." Kleene führt den Zuwachs auch auf einen Imagegewinn der CDU zurück. "Seit der Übernahme des Bundesvorsitzes durch Friedrich Merz tut sich wieder etwas." Der Mitgliederboom im Emsland ist mittlerweile auch in den überregionalen Medien zum Thema geworden. Eine Reaktion der Bundespartei habe es bislang nicht gegeben, sagt Kleene. "Wir warten noch darauf."

Für den CDU-Kreisverbandsvorsitzenden Bernd Albers hat sich vor allem das "Klinkenputzen" bewährt. Auf die Hilfe von Social Media sei bewusst verzichtet worden. "Stattdessen haben wir viele Menschen, zum Beispiel in den Vereinen, angesprochen. Unser Ziel ist es, nach 67 Jahren auch einmal einen Landtagsabgeordneten aus unserer Samtgemeinde nach Hannover zu schicken." 

Zunächst muss aber gewählt werden. Die Bekanntgabe des Ergebnisses erfolgt am 4. April um 18 Uhr, teilt die CDU mit.

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