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Mit "Speed" das Ehrenamt nach vorn bringen

Der Antrag ist gestellt, schon in der nächsten Ratssitzung könnte das Programm durch den Essener Rat gehen. Eine Eintagsfliege soll es nicht werden, betont der CDU-Fraktionschef.

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Hand in Hand: Das Ehrenamt muss gefördert werden, findet Essens CDU. Symbolfoto: dpa

Hand in Hand: Das Ehrenamt muss gefördert werden, findet Essens CDU. Symbolfoto: dpa

Der Ukraine-Krieg hat es an den Tag gelegt: Viele Menschen sind bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Hilfsbereitschaft für die Geflüchteten ist riesengroß. Um das Ehrenamt in Essen auch abseits der großen Krisen zu fördern, möchte die CDU-Fraktion jetzt ein neues Programm ins Leben rufen. "Speed 20.000" soll all jenen Geld zur Verfügung stellen, die sich in Essen und Bevern zum Wohle der Gesellschaft einsetzen wollen. 

Die plakative Abkürzung sei bewusst gewählt worden, sagt Jürgen Meyer. Der volle Name, "Stärkungsprogramm für ein engagiertes Essener Dorfleben" klinge dann doch ein wenig sperrig. "Wir wollen das Angebot ja in die Köpfe hineinbekommen." Einen konkreten Antrag hat Meyers Fraktion bereits gestellt. Er liegt dem Rathaus vor und soll bereits am 18. März im Gemeinderat auf die Tagesordnung kommen. 

20.000 Euro im Jahr für ehrenamtliche Aktivitäten

Konkret plant die CDU, jährlich 20.000 Euro für ehrenamtliche Aktivitäten in den Haushalt einzustellen. "Durch diese kommunale Förderung soll in der Gemeinde Essen ein attraktives, vielseitiges, abwechslungsreiches und kreatives Angebot von Maßnahmen, Initiativen, Veranstaltungen und Projekten geschaffen werden", heißt es in dem Papier. Vereine, Dorfgemeinschaften, Gruppen und Einzelne sollten ihre Ideen umsetzen können. Benötigen sie dafür finanzielle Unterstützung, werde die Gemeinde helfend einspringen, erklärt Jürgen Meyer. 

In Deutschland spielt ehrenamtliches Engagement eine besonders große Rolle – und zwar nicht nur auf Vereinsebene. Damit das so bleibt, müsse man den Aktiven die Arbeit erleichtern oder auch erst ermöglichen, findet der CDU-Chef. Seiner Fraktion liege dieses Ziel besonders am Herzen. "Wir haben uns darüber viele Gedanken gemacht." Die Verwaltung sei bei dem Thema zwar bereits gut aufgestellt. "Trotzdem suchen wir nach weiteren Möglichkeiten, um das Wir-Gefühl in unserer Gemeinde zu stärken", sagt Meyer. Förderwürdig seien alle  gemeinschaftsstiftenden Aktivitäten. "Das kann sowohl die Ausrichtung eines Seniorencafés als auch die Durchführung einer kulturellen Veranstaltung im Dorf sein. Der Kreativität seien praktische keine Grenzen gesetzt.

Neben der finanziellen Förderung soll die Gemeinde die Projekte auch beratend unterstützen. So benötigen Antragsteller zum Beispiel versicherungsrechtliche Informationen. Wer sich im Rathaus um sie kümmern soll, steht allerdings nicht fest. "Darüber müssen wir mit der Verwaltung noch reden", räumt Meyer ein. Und schließlich benötigen ehrenamtliche Veranstalter auch organisatorische Hilfe, etwa durch den Bauhof. "Wichtig wäre, dass für den Antragsteller ein übergeordneter Ansprechpartner zur Verfügung steht", schreibt die CDU.

Jugendbericht liegt der Gemeinde vor

Mit ihrem Vorschlag möchte die Fraktion die beiden Ortszentren Essen und Bevern sowie das Image der Gemeinde insgesamt stärken. "Speed kann zur Steigerung der Lebensqualität in der Gemeinde beitragen", ist die Fraktion überzeugt. Dass das nicht in einem Jahr zu schaffen sein dürfte, sei allen klar, betont Jürgen Meyer. Das Programm müsse deshalb dauerhaft in die Haushaltsplanung aufgenommen werden. 

Während sich die neue Ehrenamtsinitiative an alle Altersgruppen richten soll, hat die Gemeinde noch vor der Pandemie bei der Uni Vechta ein Jugendgutachten in Auftrag gegeben. Es liegt laut Meyer inzwischen vor. Die 400 Seiten starke Studie werde demnächst vorgestellt. Sie dürfte Aufschluss darüber geben, was sich die Jugendlichen in Essen wünschen und damit zugleich weitere Anregungen für ehrenamtliche Aktivitäten liefern.

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