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Mit Brandbrief Ministerium um Hilfe gebeten

Die Gruppe Bürgerfraktion Barßel/Bündnis 90 /Die Grünen im Barßeler Gemeinderat protestiert gegen einen Kahlschlag an Radwegen und fordert Ersatzmaßnahmen.

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An der Oltmann-Strenge-Straße: Die Bäume wurden gefällt, aber die Schäden am Radweg sind noch nicht behoben. Foto: C. Passmann

An der Oltmann-Strenge-Straße: Die Bäume wurden gefällt, aber die Schäden am Radweg sind noch nicht behoben. Foto: C. Passmann

Einen Brandbrief an das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz hat   die Gruppe Bürgerfraktion Barßel/Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Gemeinde Barßel wegen der in den vergangenen Jahren von der Gemeindeverwaltung veranlassten Baumfällungen entlang von Radwegen gerichtet. Die Gruppe bezweifelt die Rechtmäßigkeit des Vorgehens und bittet nun das Ministerium, den Vorgang zu prüfen.

Außerdem soll die Landesbehörde darauf hinwirken, dass die Gemeindeverwaltung vermeidbare Fällungen entlang von Radwegen künftig unterlässt und für bereits abgeholzte Bäume Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen vorzunehmen hat. „Umfangreiche Baumfällungen entlang von Radwegen in der Gemeinde Barßel haben in den vergangenen Jahren in der Bevölkerung immer wieder für Unverständnis und Bedenken über die Rechtmäßigkeit des Handelns von Seiten der Verwaltung gesorgt.

Dies umso mehr, als es sich nicht um die Herausnahme einzelner Gehölze handelte, die nachweislich geschädigt waren, sondern um den Kahlschlag ganzer Baumreihen. Als jüngstes Beispiel ist hier die Fällung von über 30 Bäumen an der Oltmann-Strenge-Straße im Ortsteil Elisabethfehn zu Beginn dieses Jahres zu nennen, die nicht nur die Bevölkerung überrascht hat, sondern auch parteiübergreifend alle Fraktionen im Rat der Gemeinde Barßel, schreibt der Fraktionsvorsitzende Josef Wagner.

Er verweist auf Paragraf 15, Absatz 1, des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG), nach dem vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen seien, „wenn durch zumutbare Alternativen der mit dem Eingriff erfolgte Zweck am gleichen Orte zu erreichen ist“.

Jüngstes Beispiel: 30 gekappte Bäume in Elisabethfehn

Durch die extremen Dürren der vergangenen Jahre sei es zu erheblichen Verlusten an Bodenfeuchte in der von Moorböden geprägten Region gekommen – mit zum Teil drastischen Bodenabsenkungen als Folge. Sie zeigten sich deutlich auch an vielen Stellen entlang der Radwege wie an der Westmarkstraße, dem Mühlenweg oder der Oltmann-Strenge-Straße, was einen erheblichen Sanierungsbedarf hervorgerufen habe, so Wagner. Die Wurzeln der alten Bäume seien nicht unmittelbar Ursache dafür, dass der Asphalt aufgebrochen sei. Vielmehr hätten die Bäume über lange Jahre hinweg eher zu einer Regulierung des Feuchtigkeitsgehaltes im Unterboden beigetragen und so die Stabilität der Radverkehrswege maßgeblich unterstützt. „Darüber hinaus sind nach den Fällungen die Sanierungen der Fahrbahndecken weiterhin notwendig und keinesfalls behoben“, teilt Wagner mit.

Selbst wenn die Gemeindeverwaltung argumentiere, die Eingriffe seien unvermeidbar gewesen, müsse sie der Verpflichtung nachkommen und entweder entlang der betroffenen Radwege gleichwertige Gehölze als Ersatzmaßnahme pflanzen oder im Umfeld als Ausgleichsmaßnahme Neuanpflanzungen vornehmen. Weder das eine noch das andere sei bisher passiert – und eine entsprechende Planung nicht kommuniziert worden.

Auch für den Fall, dass der Kahlschlag aus Gründen der Verkehrssicherheit und im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der Radwege vorgenommen worden sei, entbinde dies nicht von dieser Pflicht, findet Wagner klare Worte

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