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Ministerium muss noch grünes Licht geben

Der Züchterverband will mit den Arbeiten beginnen. Aber der Förderbescheid des Landes steht noch aus. Pläne für Sanierung und Erweiterung des Oldenburger Pferdezentrums liegen auf dem Tisch

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Große Pläne an der Grafenhorststraße in Vechta: Rund drei Millionen Euro sollen in die Sanierung und Erweiterung des Oldenburger Pferdezentrums fließen. Dabei kann der Verband auf Zuschüsse von Land, Kreis und Stadt bauen. Foto: Speckmann

Große Pläne an der Grafenhorststraße in Vechta: Rund drei Millionen Euro sollen in die Sanierung und Erweiterung des Oldenburger Pferdezentrums fließen. Dabei kann der Verband auf Zuschüsse von Land, Kreis und Stadt bauen. Foto: Speckmann

Die Pläne für die Sanierung und Erweiterung des Oldenburger Pferdezentrums in Vechta liegen auf dem Tisch, die Ausschreibung für die ersten Maßnahmen ist erfolgt, die Finanzierung prinzipiell gesichert. Wenn es nach dem Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes (VZOP) geht, könnten die Bauarbeiten sofort beginnen, aber es fehlt noch die schriftliche Zusage für die Fördermittel des Landes Niedersachsen. Ohne diese Zuschüsse wäre das Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von drei Millionen Euro nicht zu stemmen.

"Wir warten auf grünes Licht aus dem Landwirtschaftsministerium", erklärt Geschäftsführer Heiner Kanowski auf Anfrage. Er rechne täglich mit dem Bescheid. Die mündliche Zusage für den Zuschuss in Höhe von einer Million Euro habe es bereits zum Jahreswechsel gegeben, nachdem der Landtag den Haushaltsplan für das Jahr 2020 verabschiedet hatte. Damit wurde die Basis für die Modernisierung der Einrichtung an der Grafenhorststraße gelegt.

Kreistag beschließt Fördermittel

Die Stadt Vechta wird sich mit 50 000 Euro an dem Projekt beteiligen. Dieser Beschluss war im Rahmen der Haushaltsberatungen gefasst worden, und zwar unter der Maßgabe, dass der Landkreis Vechta einen Betrag in gleicher Höhe besteuert. Dies ist nun geschehen. In der jüngsten Sitzung des Kreistag, der aufgrund der Corona-Pandemie in kleiner Runde tagte, votierten 14 Mitglieder für eine Förderung des Pferdezentrums. Auf der anderen Seite standen zehn Gegenstimmen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Eckhard Knospe hatte bereits in der Debatte angekündigt: „Die SPD lehnt den Antrag ab.“ Er verwies darauf, dass das Pferdezentrum „keine Einrichtung des Landkreises“ sei. Angesichts der Ausgaben durch die Corona-Epidemie müsse es andere Prioritäten geben. Dazu gehöre nicht, einen Zuschuss „für diese elitäre Veranstaltung“ zu zahlen. Josef Diersen, Fraktionschef der Grünen, lehnte die Bezuschussung ebenfalls ab. Das sei „überflüssiger Schnickschnack für Reiche“.

Die CDU hatte sich schon im Vorfeld der Sitzung für eine Förderung auf Landes- und Kreisebene stark gemacht. Der Abgeordnete Josef Kläne hob jetzt noch einmal die Bedeutung des Pferdes als Wirtschaftsfaktor mit den vor- und nachgelagerten Bereichen hervor. Sein Fraktionskollege Niklas Droste, ebenfalls aus Vechta, sagte: Der Pferdebrand der Oldenburger Rasse komme aus Vechta. „Wir können stolz sein, dass wir einen solchen Verband bei uns in Vechta haben.“

Der Verband begrüßte die finanziellen Zusagen. "Grundsätzlich finde ich es sehr erfreulich, dass die Politik die Arbeit der Züchter wahrnimmt und unterstützt. Das ist auch eine Stärkung für den ländlichen Raum", so Kanowski. Die Züchter würden mit jährlich rund 25 Großveranstaltungen für viel Publikumsverkehr sorgen und die Wertschöpfungskette ankurbeln. Unter den jährlich etwa 90 000 Besuchern befinden sich viele ausländische Gäste. Entsprechend groß sei die Nachfrage in der Gastronomie- und Hotelbranche.

"Da müssen wir mit dem spitzen Bleistift ran."Heiner Kanowski, Geschäftsführer des Verbands der Züchter des Oldenburger Pferdes (VZOP)

Gleichwohl werden die Betreiber des Pferdezentrums tief in die Tasche greifen müssen, um die Bedingungen für Züchter und Besucher zu verbessern. Sie hatten sich zunächst eine Förderung in Höhe von jeweils 250 000 Euro von Stadt und Landkreis erhofft und müssen nun die Differenz aus eigener Kraft aufbringen. Nicht ausgeschlossen, dass die vorliegenden Baupläne etwas abgespeckt werden. "Da müssen wir mit dem spitzen Bleistift ran", sagt der Geschäftsführer.

Der Verband hat in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und Überschüsse im sechsstelligen Bereich erzielt. Ob sich dieser positive Trend fortsetzt, vermag der Geschäftsführer allerdings angesichts der Corona-Krise nicht zu sagen. Die jüngste Frühjahrsauktion im Online-Verfahren sei durchaus erfolgreich verlaufen, aber die wirtschaftliche Krise trage nicht zur Sicherheit bei. Es sei ungewiss, wie sich die Umsätze entwickelten.

Die Zeit der Pandemie sieht der Geschäftsführer aber auch als Chance. Durch den zwangsläufig eingeschränkten Verkehr auf der Anlage ließen sich Maßnahmen gerade jetzt umsetzen, ohne den Geschäftsbetrieb zu stören. Sobald die schriftliche Zusage des Ministeriums vorliege, könnten die Arbeiten beginnen. In einem ersten Abschnitt soll die Sanierung des Stall- und Hallentraktes erfolgen.

Die Arbeiten in Stall und Halle sollen bis Oktober abgeschlossen sein, um die Herbst-Auktion und weitere umsatzstarke Veranstaltungen nicht zu behindern. Sollte dieser Zeitplan nicht eingehalten werden, müsste die Sanierung auf das kommende Jahr verschoben werden. Damit könnte sich der zweite Abschnitt, die Modernisierung und Erweiterung der Auktionshalle, bis ins Jahr 2022 verzögern.

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