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Ministerin sieht noch langen Weg beim Moorschutz

Der Schutz der Moore in Niedersachsen ist aus Klimaschutzgründen bedeutend. Aus Sicht der neuen Landwirtschaftsministerin hat Niedersachsen bei diesem Thema zuletzt viel Zeit verloren.

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In Niedersachsen kommen knapp 20 Prozent der Treibhausgasemissionen aus den Moorböden. Foto: dpa

In Niedersachsen kommen knapp 20 Prozent der Treibhausgasemissionen aus den Moorböden. Foto: dpa

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) sieht beim Thema Moorschutz noch großen Nachholbedarf für das Land. In den vergangenen Jahren sei die sehr komplexe Aufgabe nicht ausreichend angegangen worden. "Es ist gerade in den Moorregionen ein hoch emotionales Thema", sagte Staudte der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Frühere Generationen hätten unter großen Entbehrungen Flächen trocken gelegt, nun müsse ein umgekehrter Prozess gestartet werden. Der Moorschutz müsse aber angegangen werden, weil in Niedersachsen knapp 20 Prozent der Treibhausgasemissionen aus den Moorböden kommen.

Notwendig sei ein Dialog mit den Menschen und mit den Regionen. Die Betroffenheit sei regional sehr unterschiedlich. "Es gibt Landkreise, wo 45 Prozent der Fläche Moorböden sind, und es gibt Landkreise, da sind es unter 5 Prozent." Im Moment werde geprüft, welche Flächen sich für eine Vernässung eignen und wie groß die möglichen CO₂-Einsparpotenziale im Einzelfall wären. "Da sind wir noch nicht weit, da stehen wir als neue Landesregierung noch ganz am Anfang", sagte die Grünen-Politikerin.

Staudte will institutionelle Strukturen schaffen

Sie wolle institutionelle Strukturen schaffen, die das Thema voranbringen, so Staudte. Es gehe um eine veränderte landwirtschaftliche Nutzung bei höheren Grundwasserständen als heute üblich. Außerdem sollten Flächen gekauft werden, um diese vollständig zu vernässen. "Wir brauchen schlagkräftige organisatorische Strukturen, weil wir uns nicht einfach von einer Tagung zur nächsten hangeln wollen und schöne Reden halten, und in der Zwischenzeit passiert nicht viel."

Auch die Landwirtschaft stehe in den betroffenen Regionen vor großen Veränderungen, sagte Staudte. "Ich nehme aber auch wahr, dass in der Landwirtschaft eine große Akzeptanz da ist, weil das der Bereich ist, der als erster von einer Klimakrise und den damit verbundenen Veränderungen betroffen ist, ganz unmittelbar." Es sei daher auch den Landwirten klar, dass man um dieses Thema keinen Bogen machen könne.

Zeit für aufwendige Studien zu dem Thema gebe es nicht mehr. "Wir müssen jetzt ins Handeln kommen und parallel evaluieren", sagte Staudte. Wichtig sei dabei auch der internationale Blick. Auch die Niederlande seien an dem Thema dran – ein Austausch mit dem Nachbarland sei notwendig und erfolgversprechend.

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