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Mindestens 3500 ukrainische Flüchtlinge im Oldenburger Münsterland

Bisher kommen die Landkreise Cloppenburg und Vechta mit der dezentralen Unterbringung der Vertriebenen gut zurecht. Die tatsächliche Zahl der Neuankömmlinge könnte aber deutlich höher liegen.

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Archivfoto: G. Meyer

Archivfoto: G. Meyer

Im Oldenburger Münsterland wurden bisher knapp 3500 ukrainische Kriegsflüchtlinge registriert. Das erklärten die Landkreise Vechta und Cloppenburg auf Anfrage unserer Redaktion. Demnach waren am Donnerstag im Landkreis Vechta 1436 Flüchtlinge aus der Ukraine offiziell registriert. Der Landkreis Cloppenburg gab am Donnerstag die Zahl von 2061 Personen an.

Ob diese Zahl der tatsächlichen Anzahl von Ukrainern zwischen Saterland und Dammer Bergen entspricht, lässt sich derzeit nur schwer überprüfen, da viele Ukrainer weiterhin visumsfrei in die Europäische Union einreisen dürfen und sich frei bewegen können. Die Ausländerbehörden der Landkreise erfahren nur dann von ihnen, wenn sich diese Personen selbstständig melden oder sie den Kreisen durch das Land Niedersachsen zugewiesen werden.

Bei der Unterbringung kommen die beiden Kreise im Oldenburger Münsterland bisher noch weitgehend mit dezentralen Angeboten aus, wie die Sprecher der beiden Kreisbehörden erklären. Im Landkreis Cloppenburg seien bis Dienstag 11 Personen im Christinenhof in Schwichteler und 27 Personen im Haus Don Bosco in Calhorn untergekommen.

Die meisten Ukrainer kommen in Einzelwohnungen unter

In der Notunterkunft in Lastrup, die bis zu 420 Kriegsflüchtlinge aufnehmen könne, sind demnach derzeit 49 Personen untergebracht. 24 davon – laut Kreisbehörde vor allem Kinder – kamen am Dienstag per Zuweisung des Landes an. In der Vergangenheit konnten die in Lastrup untergebrachten Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt werden. Der allergrößte Teil der Vertriebenen komme daher bei Bekannten, Freunden oder Verwandten oder in privat angemieteten Wohnungen unter, wie Kreissprecher Frank Beumker erklärte.

Ähnlich sieht es im Landkreis Vechta aus: Bisher hätten alle Flüchtlinge in dezentralen Unterkünften der Kommunen oder in privat zur Verfügung gestellten Wohnungen und Häusern unterkommen können, erklärt Kreissprecherin Laura Niemann. Im Vechtaer Marienhain, wo ein ehemaliger Wohntrakt kurzfristig zu einem "Drehkreuz" für Flüchtlinge ausgebaut worden war, seien bislang etwa 30 Personen untergebracht worden, hieß es Anfang der Woche. Diese hätten im Anschluss auf die Städte und Gemeinden im Landkreis Vechta verteilt werden können. In dieser Woche wurden dem Kreis 25 weitere Personen vom Land Niedersachsen zugewiesen, die vorübergehend im Marienhain Zuflucht finden sollen.

Die Starterpakete erfüllen ihren Zweck: Kontaktaufnahme

Unterdessen scheinen die Starterpakete für ankommende Flüchtlinge, die in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta ausgegeben werden, ihren Zweck zu erfüllen. Der Cloppenburger Kreissprecher Frank Beumker erklärt dazu, zu Beginn des Projektes vor etwa 3 Wochen seien 340 Starterkits an den 18 Ausgabestellen im Kreis hinterlegt worden. Man gehe davon aus, dass davon knapp die Hälfte bereits ihre Empfänger erreicht habe. Der "gewünschte Effekt, mit den Vertriebenen in Kontakt zukommen", würde laut Rückmeldungen durch die Ausgabestellen erreicht, erklärt Beumker.

Inhalt der Tüten, die von Kreis und Hilfsorganisationen verteilt werden, sind neben allerlei hilfreichen Informationen und Kontaktdaten auch FFP2-Schutzmasken sowie 30 Euro Bargeld pro Person für Ausgaben während der ersten Tage in der Region.

Wer helfen will, kann sich bei om-hilft.org informieren

Im Landkreis Vechta läuft die Ausgabe der Starterpakete schon etwas länger. Hier wurden bisher 1100 Taschen ausgegeben, wie der Landescaritasverband auf Anfrage erklärte. Diese hätten einen Gesamtwert von 61.500 Euro gehabt – die ehrenamtliche Arbeit der vielen Flüchtlingshelfer nicht mitgerechnet.

Wer derweil Flüchtlinge beim Ankommen im Oldenburger Münsterland unterstützen möchte, kann weiterhin auf dem Infoportal om-hilft.org prüfen, was benötigt wird. Gesucht wurden zuletzt zum Beispiel große Elektrogeräte, Fahrräder, Schultaschen, aber auch ehrenamtliche Helfer. Derzeit gibt es gut 30 Einträge.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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