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Michael Fischer: "Ich kann mir keine andere Gemeinde vorstellen"

Der Kandidaten-Check von OM online: Michael Fischer ist seit 2007 Bürgermeister in Emstek und strebt eine 3. Amtszeit an. Die Kommune sieht er gut aufgestellt.

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Blühende Landschaften: Emsteks Bürgermeister Michael Fischer im Rosengarten des Mehrgenerationenparks. Foto: Vorwerk

Blühende Landschaften: Emsteks Bürgermeister Michael Fischer im Rosengarten des Mehrgenerationenparks. Foto: Vorwerk

Der  Kandidaten-Check von OM online. In dieser Reihe stellen wir zur Kommunalwahl im September die Bürgermeister- und Landratskandidaten in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta vor. Das Konzept: Einen thematischen Treffpunkt darf der Kandidat wählen, den anderen bestimmt die Redaktion. In dieser Folge: Emsteks amtierender Bürgermeister Michael Fischer im Talk vom Reporter Thomas Vorwerk.

Von Amtsmüdigkeit ist bei Michael Fischer keine Spur. Seit 2007 ist er Bürgermeister der Gemeinde Emstek und dies soll auch mindestens noch 5 weitere Jahre so bleiben. Bislang ist kein weiterer Bewerber in Sicht, auch wenn die Frist erst am 26. Juli abläuft. Bis dahin können noch weitere Frauen und Männer den Hut in den Ring werfen.

Wenn man in Emstek nach eklatanten Defiziten sucht, dann gibt es eigentlich nicht viel zu meckern. Die bauliche Situation entlang der Hauptachse des Ortes ist augenfällig, die Einflussmöglichkeiten der Politik sind allerdings eingeschränkt. Der Bereich Coma/Riemann sieht zunehmend verwahrlost aus, "so lange aber keine Gefahr von dem Grundstück ausgeht, können wir auch nicht eingreifen", sagt der Verwaltungschef.

Mit dem Investor ist man im Gespräch, seitens der Politik ist man darauf bedacht, dass sich die geplante Bebauung in die vorhandenen Strukturen einfügt. 122 Wohnungen sind demnach möglich, der Grundstückseigentümer würde gerne mehr Wohnraum schaffen. "Wir wollen aber kein Pieper-Gelände haben." Auch an der Clemens-August-Straße gibt es noch Verschönerungspotenzial und auch dort gilt: Die Eigentümer der Immobilien kann man nicht zu Investitionen zwingen. Fischer: "Im Ort sind die Gewerbetreibenden aber auch gefordert, Kontakte zu knüpfen und Leute anzusprechen."

Unterstützung bei der Beseitigung von Leerstand erhofft sich die Kommune durch das React-Programm der EU. Konzepte können beispielsweise aus diesem Topf bezahlt werden. "Wir hoffen, dort Fördermöglichkeiten zu bekommen."

600 Anfragen für ein Wohngrundstück

Was die Wohnbebauung betrifft, sieht Fischer die Gemeinde gut aufgestellt. In Halen können in mehreren Abschnitten alsbald 100 Grundstücke auf den Markt gebracht werden und in Hesselnfelde laufen die Verhandlungen, um ein großes Areal zu erschließen. Der Bedarf ist da. 600 Anfragen für beide Gebiete liegen vor. Hierfür und auch für die Bereitstellung weiterer Gewerbeflächen steht die Kommune aber wie immer vor dem Problem, an geeignete Flächen – auch zum Tausch – zu kommen.  

Gut gelaufen ist bislang die Umgestaltung des Mehrgenerationenparks. Aus dem ehemaligen Krankenhauspark ist ein Schmuckstück geworden, das alle Altersschichten anlockt, viel Aufenthaltsqualität bietet und in Zukunft auch Raum für Theater und Konzerte geben soll. Ein Bürgerfest in mehrjährigem Rhythmus soll das Areal noch bekannter machen. "Ich könnte mir noch einen 4. oder 5. Abschnitt zur Umgestaltung vorstellen."

Energiesektor ist wichtige Einnahmequelle

Das alles kostet Geld und bislang ist Emstek finanziell auch gut aufgestellt, was nicht zuletzt der Gewerbesteuer aus dem Energiesektor (30 % Einnahmen) zu verdanken ist. Eine Quelle, die auf lange Sicht nicht mehr so kräftig sprudeln wird und "die wir so nicht ausgleichen werden können. Das muss aber nicht bedeuten, dass wir weniger in der Kasse haben", zielt Fischer auf Ausgleichszahlungen ab.

Wenn er ein paar Jahre in die Zukunft blicken könnte, dann würde er gerne folgende Entwicklung sehen: die Entlastungsstraße ist eröffnet, die dadurch weniger frequentierte Ortsdurchfahrt ist zu einer Gastro- und Flaniermeile geworden und das Festival "Hell over Halen" mit tausenden Teilnehmern ist in die vierte Runde gegangen. Es gibt eine Musikhalle für Proben und Konzerte, die Feuerwehr hat ein neues oder neu gestaltetes Gebäude und ein kreatives Jugendparlament hat erfolgreich seine Arbeit aufgenommen.

Noch kein Gedanke an Ruhestand

"Es macht mir weiterhin Spaß. Vieles ist gestaltet worden oder soll zu Ende gebracht werden, wie der Bau der Schulmensen und der Sporthallen. Die Tage, an denen der Job Freude bereitet, überwiegen deutlich." Entsprechend denkt er auch noch lange nicht an den Ruhestand, auch noch nicht in 5 Jahren, wenn die nächste Legislaturperiode abgelaufen ist. "Ich könnte mir keine andere Gemeinde als Emstek vorstellen."


Zur Person:

  • Michael Fischer ist 49 Jahre alt, verheiratet
  • Laufbahn des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes
  • Studium Verwaltungsmanagement
  • Berufliche Stationen waren der Landkreis Osnabrück, das Bischöfliche Generalvikariat Münster und die Gemeinde Bohmte
  • Erster Gemeinderat in Bohmte
  • Seit 2007 Bürgermeister in Emstek
  • Zu seinen Hobbys zählt er Heavy Metal, Konzertbesuche, Fitness, Radfahren und Lesen

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