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Mehr Optimismus!

Thema: Warnungen trotz sinkender Zahlen - Trotz positiver Entwicklungen bei Inzidenz und R-Wert werden Mahnungen immer lauter. Doch Politiker sollten Menschen auch Kraft und Energie spenden.

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Bundesweit sinkende Fallzahlen seit Wochen, sinkender Reproduktionswert, sinkende Inzidenz: Eigentlich gute Nachrichten, die für Optimismus sorgen sollten. Doch offensichtlich scheint das nur eine laienhafte Gefühlsregung auf der oberflächigen Erscheinungsebene zu sein. Nicht anders ist es zu erklären, dass die mahnenden Worte und die Warnungen immer lauter werden.

Virologen befinden sich in der Interpretation des Geschehens zusehends im Wettbewerb, sie sehen den Kampf gegen die drei Mutanten bereits verloren, prophezeien englische Verhältnisse und der RKI-Chef betrachtet die Entwicklung "mit großer Sorge". Soll heißen: Die Zahlen sinken zwar, aber sie sinken zu langsam.

Ich habe vollstes Verständnis dafür, die Dinge nicht schönreden zu wollen, wenn nichts schönzureden ist. Wie wäre es aber mit ein bisschen mehr Optimismus, um den Menschen Kraft und Energie für den weiteren Kampf zu geben? Natürlich müssen wir uns alle weiter sensibilisieren und erkennen, dass die Pandemie noch längst nicht vorüber ist.

"Vermutlich sollen wir mental schon mal darauf vorbereitet werden, dass es ab dem 15. Februar keine spürbaren Lockerungen geben wird"Chefredakteur MT

Rein psychologisch wäre es jedoch sinnvoller, auch die positive Tendenz zu benennen, ohne die Gefahr zu verharmlosen. Und so für die Erkenntnis zu werben, dass der Verzicht der Bürgerinnen und Bürger auch Früchte trägt und sich lohnt.

Gesundheitsminister Jens Spahn wünscht sich weiter ein standhaftes Durchhaltevermögen der Menschen und spricht von einem "Charakter- und Stresstest für unsere Gesellschaft". Stimmt wohl.

Umso wichtiger wäre es, die Anstrengungen zu würdigen, um - flapsig formuliert - die Leute bei Laune zu halten. Vermutlich sollen wir mental schon mal darauf vorbereitet werden, dass es ab dem 15. Februar keine spürbaren Lockerungen geben wird.

Nun drückt Spahn aufs Gaspedal, so heißt es, um den zu erwartenden Impfstoff von Astrazeneca schnell mehr Menschen zur Verfügung stellen zu können. Das ist allerdings nichts mehr als ein erkennbares Manöver, um vom eigentlichen Impf-Desaster abzulenken. Denn die Situation wird nicht besser, indem man einfach auf die monatelang beschworene Zweitimpfung verzichtet.

Das Versagen auf europäischer Ebene hat nun auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eingeräumt. Man habe sich zu sehr auf die Entwicklung des Impfstoffs konzentriert und weniger auf die Problematik der Massenproduktion geschaut. Im Klartext: Es hat niemand daran gedacht, dass für viele Millionen Menschen möglichst schnell viele Millionen Impfdosen hergestellt werden müssen. . . Kann man ja mal vergessen.

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