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Mehr Konsequenz

Thema: Wassermanagement in Niedersachsen – es scheint zwar löblich, dass nun eine Strategie vorliegt, aber sie greift viel zu kurz. Das kostbare Gut muss besser geschützt werden, bevor es zu spät ist.

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Auf den ersten Blick scheint es lobenswert: Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat Pläne zu einem Wasser-Management in Niedersachsen vorgestellt. Doch: Die Initiative kommt einer verpassten Chance gleich, jetzt – bevor es zu spät ist – die nötige Vorsorge mit der erforderlichen Konsequenz zu treffen.

Denn: Der Regen, der für die Grundwasserneubildung sorgt, verhält sich im Zuge des Klimawandels nicht mehr wie noch vor einigen Jahren. Es gibt unterm Strich immer weniger Niederschläge, zudem verteilen sie sich anders als zuvor übers Jahr. Sie können – nach großer Trockenheit im Sommer – im Winter in großen Mengen herabfallen, füllen aber längst nicht die Grundwasserkörper im Boden bis zum alten Pegelstand wieder auf.

Verschärft wird diese Situation, indem der Regen durch zunehmende Flächenversiegelung einfach abfließt – bei gleichzeitiger Verdunstung. Letztere gibt es auch im Winter verstärkt, durch die gestiegenen Temperaturen.

"Die rechtliche Lage zur Erteilung von Grundwasserentnahmen ist in ihrer Großzügigkeit längst überholt. Sie muss verschärft werden."Giorgio Tzimurtas

Die Devise muss lauten: Das Wasser sammeln, wenn es fällt, sparsam damit umgehen. Sonst droht das kostbare Gut immer knapper zu werden. Das hat zwar auch das Umweltministerium erkannt, aber die vorgelegte Strategie ist zu unkonkret und zu zaghaft.

Wenn aber in naher Zukunft Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft, Industrie und privaten Haushalten vermieden werden sollen, muss sich angesichts markant sinkender Grundwasserstände viel mehr ändern.

Eigene Wasserkreisläufe für die Industrie, Zisternen und Sickerflächen in Wohngebieten – das sollte zur Pflicht werden. Und: Die rechtliche Lage zur Erteilung von Grundwasserentnahmen ist in ihrer Großzügigkeit längst überholt. Sie muss verschärft werden.

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