Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Lukasz Reinert möchte in Damme Toleranzbeauftragter werden

Am Mittwoch stellte sich der 33-Jährige dem Schul-, Jugend- und Sozialausschuss der Stadt vor. Sein Ziel ist die Förderung von Toleranz durch Aufklärung und Präsenz innerhalb der Bevölkerung.

Artikel teilen:
Möchte Toleranzbeauftragter der Stadt werden: Lukasz Reinert lebt seit 12 Jahren in Damme. Foto: Thomes

Möchte Toleranzbeauftragter der Stadt werden: Lukasz Reinert lebt seit 12 Jahren in Damme. Foto: Thomes

Braucht die Stadt Damme einen Toleranzbeauftragten? Ja, sagt Lukasz Reinert. Der in Bunzlau (Polen) geborene Reinert hat sich jetzt auf Einladung im Schul-, Jugend- und Sozialausschuss der Stadt Damme als Bewerber für dieses Ehrenamt vorgestellt. Bei den Kommunalpolitikerinnen und Politikern um die Ausschussvorsitzende Natalie Schwarz (CDU) kam er gut an.

Bisher fehlt ein solches Ehrenamt

Lukasz Reinert ist vor 12 Jahren von Polen nach Deutschland ausgewandert. Seitdem lebt der 33-Jährige in Damme, ist mittlerweile im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit. Seine Eltern und Schwester wohnen weiterhin in Polen. Den Kontakt zu seiner Heimat halte er stets aufrecht, sagt Reinert.

Vor 8 Jahren hat er sich mit einem Nagel- und Kosmetikstudio selbstständig gemacht. Nun also will der ausgebildete Kosmetiker auf ehrenamtlicher Basis die Toleranz in Damme fördern. Und bewirbt sich damit auf einen Posten, den es derzeit noch nicht gibt.

Durch seine Bewerbung wolle er die Aufmerksamkeit auf das Thema lenken und Veränderung anregen. Dabei gehe es ihm nicht um Toleranz für unterschiedliche sexuelle Orientierungen, sondern um Verständnis für jeden Menschen an sich.  "Toleranz bedeutet, die Mitmenschen zu akzeptieren und respektieren, die anders sind, als man selbst. Das betrifft alle Lebensformen", erklärt der 33-Jährige. Damme sei eine offene Stadt; aber sie habe bisher keinen Ansprechpartner für das Thema Toleranz. Was der Beauftragte tun soll? "Es soll eine Kontaktstelle für Betroffene geben, die Aufklärung leistet und präsent ist."

Förderung eines weltoffenen Stadtbildes

Reinert ist sich sicher, dass die Förderung der Toleranz wichtig für die Zukunft Dammes sei. Viele junge Menschen würden in die größeren Städte abwandern, da diese weltoffener seien. Alle würden sich dort freier entfalten können. Mit der neuen ehrenamtlichen Stelle zeige die Stadt, dass das auch in Damme möglich sei. Ein Netzwerk derjenigen, denen das Thema aus persönlichen Gründen wichtig sei, gebe es längst.

Es fehle nur eine Art offizielle Adresse. Und natürlich ein Kontaktangebot – etwa über eine Telefonnummer, die wählen könne, wer Fragen oder Anregungen habe. "Viele Menschen haben Vorurteile und zugleich niemanden, den sie fragen können. Das ist ein Problem."

Auch in Schulen möchte der 33-Jährige Aufklärungsarbeit leisten. Und Ängste abbauen helfen, etwa was die Themen Sexualität, Herkunft oder Inklusion angehe. Eine Idee, die bei den Eltern- und Lehrervertretern gut ankomme, versichert er. Diese seien nämlich bei dem Thema schnell überfordert, können sich oftmals nicht in die Situation hineinversetzen, wie die beratenden Mitglieder des Ausschusses, Nadine Fortmann und Maria Pille, verdeutlichten.

Reinert wirbt für die freie Entfaltung

Er, so Reinert, habe Intoleranz erlebt. Er sei beleidigt und angefeindet worden; auch aufgrund von Äußerlichkeiten. Oft hätten ihm dann gute Freunde geholfen.

"Man lebt nur einmal. Da ist die Lebenszeit viel zu schade, um sich darüber aufzuregen. Jeder sollte sich entfalten können, wie er möchte", betont der 33-Jährige.

Der Schul-, Jugend- und Sozialausschuss begrüßte die Bewerbung Reinerts und sprach eine einstimmige Empfehlung aus. Lukasz Reinert freute sich sehr über die positive Resonanz im Ausschuss: "Es ist schön, dass auch kleinere Städte wie Damme sich offen gegenüber dem Thema präsentieren. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass sich auch in anderen Gemeinden die Aufmerksamkeit für Toleranz erhöht."

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Lukasz Reinert möchte in Damme Toleranzbeauftragter werden - OM online