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Lösungen für das Verkehrsproblem auf der Hauptstraße sollen her

Am Montag konstituiert sich der Garreler Rat. Für die neue Legislaturperiode steht ein Großprojekt an oberster Stelle der Prioritätenliste: die Verkehrssituation im Kernort.

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Oberste Priorität: Die Hauptstraße in Garrel und die damit verbundene Verkehrsdichte soll in der neuen Legislaturperiode angepackt werden. Foto: Hoff

Oberste Priorität: Die Hauptstraße in Garrel und die damit verbundene Verkehrsdichte soll in der neuen Legislaturperiode angepackt werden. Foto: Hoff

Die Verkehrssituation im Kernort bereitet allen Parteien im Garreler Gemeinderat Bauchschmerzen. OM-Medien hat im Vorfeld der am Montag (8. November) stattfindenden konstituierenden Sitzung des Garreler Gemeinderats nachgehakt und wollte von CDU, BfG, SPD, FDP und Grüne wissen, welche Ziele sie sich für die neue Legislaturperiode gesetzt haben. Wo hat Garrel Nachholbedarf, wo ist die Gemeinde Vorreiter? Und was wird vom neuen Rat erwartet?

"Bei der Verkehrsentwicklung hinken wir hinterher", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Paul Drees, "allerdings passiert schon einiges im Hintergrund. Eine Verbesserung lässt sich nicht von heute auf morgen erreichen, wir sind zu sehr auf andere angewiesen". Von einer "langfristigen Gestaltung" in diesem Zusammenhang spricht die CDU. Fraktionsvorsitzender Dirk Koopmann ergänzt: "Die Verkehrssituation im Ort hängt trotz der durch die CDU-Fraktion beantragten Ampelanlagen entlang der Hauptstraße immer noch hinterher." Hier müssten Beschlüsse und Entscheidungen schneller umgesetzt werden. Auch die L871 zwischen Garrel und Großenkneten müsse schnellstmöglich ausgebaut werden, damit "wir mit der Anbindung an die Autobahn weiterhin für Firmen und Unternehmen attraktiv bleiben".

Für SPD, BfG und CDU hat der Ausbau der Ganztagsschulen oberste Priorität

Arnold Hannöver, Fraktionsvorsitzender der BfG, weiß ebenfalls, dass eine nachhaltige Verbesserung des Verkehrsaufkommens im Kernort "viel Zeit in Anspruch nehmen wird", gleichwohl betont er, dass in der Vergangenheit "schon einiges erreicht werden konnte". Reinhard Meyer (Grüne) ergänzt: "Die Verkehrsführung entlang der Hauptstraße muss angepasst werden. Das ist einer von mehreren Schritten, um den Kernort wieder attraktiver zu machen." Dem kann sich Uwe Behrens (FDP) nur anschließen: "Der Kernort ist in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden. Die Hauptstraße ist ein Riesen-Thema. Die Verkehrsdichte wird immer mehr zum Problem. Dass es sich bei der Hauptstraße um eine Landstraße handelt, macht es uns nicht leichter."

Für SPD, BfG und CDU hat der Ausbau der Ganztagsschulen oberste Priorität. "Hier sind wir seit Jahren dran, die Zielgerade haben wir aber noch nicht erreicht", sagt Hannöver, der auch weiteren Handlungsbedarf im Bereich der Digitalisierung sieht: "Wir sind nicht auf dem neuesten Stand, vieles stottert vor sich hin, was aber auch mit dem Land Niedersachsen zu tun hat." Behrens redet von einem "Riesen-Problem. Firmen und Privatpersonen werden durch fehlende schnelle Internetverbindungen völlig ausgebremst. Leider spielen auch hier viele Faktoren eine Rolle, wir sind auf das Mitwirken anderer angewiesen, aber wir versuchen alles."

"Für uns steht die Errichtung eines Mehrgenerationenhauses und die Schaffung von Angeboten im Bereich Kunst und Kultur auf der Agenda."Dirk Koopmann (CDU)

Für CDU und SPD muss mehr sozialverträglicher Mietwohnraum her, zudem gebe es  im Bereich der Jugendarbeit noch einiges zu tun. Koopmann: "Für uns steht die Errichtung eines Mehrgenerationenhauses und die Schaffung von Angeboten im Bereich Kunst und Kultur auf der Agenda. Aber auch der Radwegeausbau im gesamten Gemeindegebiet und damit verbunden der Ausbau der touristischen Angebote an der Talsperre sowie die innerörtliche Stadtentwicklung gilt es weiter voranzubringen."

Einer Meinung sind BfG und CDU bei dem Punkt, dass das Ehrenamt wieder einen höheren Stellenwert bekommen sollte. Beide Parteien sprechen sich für die Wiedereinführung des Ehrenamtspreises aus.

Familien fehle es an arbeitszeitgerechten Kinderbetreuungsangeboten

Vorreiterpotenzial habe die Gemeinde Garrel beim Sport- und Sportanlagenangebot, "hier sind wir sehr gut ausgestattet", sagt Drees. "Um unsere Sportanlagen beneidet uns der ganze Landkreis, hier ist aber in der Vergangenheit auch viel Geld geflossen und das in allen Kirchdörfern, nicht nur im Kernort", betont Hannöver. Koopmann: "Auch die Nahversorgung durch die Versorgungszentren ist sehr gut." Drees ergänzt die Liste: "Die Ausrüstung und Ausstattung unserer Kitas ist mehr als vorbildlich. Wir haben tolle, moderne Einrichtungen und mit dem Neubau der Kita im Auetal werden wir dem Bedarf an Betreuungsplätzen weiterhin gerecht".  Familien fehle es an arbeitszeitgerechten Kinderbetreuungsangeboten, hier müsse das Angebot erweitert werden, gibt Koopmann zu bedenken. Für Behrens ist die Oberschule mit gymnasialem Zweig "super eingeschlagen. Die Ausstattung vor Ort kann sich sehen lassen und jetzt werden die Grundschulen angepackt". Die Kindertagesstätten im Gemeindegebiet bewertet er ebenfalls als "top". 

Einhellig vertreten die Parteien zudem die Ansicht, dass die positive Einwohnerentwicklung zeige, dass Garrel ein attraktiver Lebens- und Wohnort ist. "Damit einhergehend steht auch die Entwicklung zahlreicher Wohn- beziehungsweise Baugebiete auch in den Bauerschaften und Kirchdörfern", führt Koopmann aus. 

„Wir arbeiten ergebnisorientiert. Wenn jemand eine gute Idee vorbringt, wird sie auch von anderen Fraktionen mitgetragen.“Uwe Behrens (FDP)

Vorab öffentlich ausgetragene Querelen wie etwa im Stadtrat Cloppenburg findet man in Garrel nicht. Dass die Cloppenburger sich im Vorfeld der konstituierenden Sitzung in die Haare bekommen haben, "liegt größtenteils daran, dass die Mehrheitsverhältnisse nicht geklärt waren.  Es ging um politische Machtansprüche". Nüchtern ergänzt er: "Bei uns in der Gemeinde hat die CDU mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, damit sind die Mehrheitsverhältnisse geklärt. Punkt." Nichtsdestotrotz findet Hannöver, dass persönliche Befindlichkeiten, die in Cloppenburg sicherlich auch eine Rolle gespielt haben, im Rat nichts zu suchen hätten. "Wir vertreten schließlich die Bürger." Darum habe sich die BfG auch bewusst dagegen entschieden, sich mit anderen Parteien zusammenschließen, um sich somit weitere Sitze in Ausschüssen zu sichern, „weil wir im Wahlkampf versprochen haben, dass wir überparteilich und unabhängig sind. Alles andere wäre Betrug am Bürger“.

Behrens: "Wir arbeiten ergebnisorientiert. Wenn jemand eine gute Idee vorbringt, wird sie auch von anderen Fraktionen mitgetragen." Sicherlich gebe es immer wieder Diskussionsbedarf und Unstimmigkeiten, aber solange alles auf sachlicher Ebene bleibe, profitiere das Gremium nur davon. Auch auf die neuen Gesichter freut sich Behrens. "Neue Ratsmitglieder bringen frischen Wind." Koopmann wünscht sich eine konstruktive Zusammenarbeit und für die Zukunft, dass Entscheidungen und Beschlüsse  schneller umgesetzt werden. Meyer als Einzelkämpfer hofft, dass er mit seinen Ansichten Gehör und bei guten Ideen auch die entsprechende Unterstützung erhalte. 

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