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LNG-Infrastruktur wächst: Scholz eröffnet zweites Terminal

Deutlich weniger als ein Jahr hat es gedauert, bis die ersten LNG-Terminals in Deutschland betriebsbereit waren. Nach Wilhelmshaven gibt Kanzler Scholz nun auch in Lubmin den Startschuss.

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MV-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (von links), Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Bundeskanzler Olaf Scholz in Lubmin. Foto: dpa

MV-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (von links), Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Bundeskanzler Olaf Scholz in Lubmin. Foto: dpa

In Lubmin an der Ostsee hat am Samstag das zweite deutsche Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) offiziell den Betrieb aufgenommen. Im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erhielten die Betreiber der Anlage die Betriebsgenehmigung. Nach dem Terminal im niedersächsischen Wilhelmshaven ist es das zweite deutsche Terminal, das nun betriebsbereit ist.

Wie das Terminal in Niedersachsen steht die Lubminer Anlage für die Bemühungen Deutschlands, Alternativen zu schaffen für ausbleibende russische Gaslieferungen. Die Terminals stehen ebenso für das hohe Tempo, das die Verantwortlichen beim Aufbau einer eigenen deutschen Import-Infrastruktur für Flüssigerdgas (LNG) an den Tag gelegt haben. Innerhalb von Monaten wurden die Terminals geplant, genehmigt und gebaut.

Wie das Terminal in Niedersachsen steht die Lubminer Anlage für die Bemühungen Deutschlands, Alternativen zu schaffen für ausbleibende russische Gaslieferungen. Die Terminals stehen ebenso für das hohe Tempo, das die Verantwortlichen beim Aufbau einer eigenen deutschen Import-Infrastruktur für Flüssigerdgas (LNG) an den Tag gelegt haben. Innerhalb von Monaten wurden die Terminals geplant, genehmigt und gebaut.

Lubminer Terminal wird komplett privat finanziert

Das Lubminer Terminal ist das nach Betreiberangaben bislang einzige komplett privat finanzierte Terminal in Deutschland. Das Unternehmen Deutsche Regas spricht von Kosten in Höhe von etwa 100 Millionen Euro, die aus Eigenkapital und von Investoren stammten. Anfang der Woche war im Rahmen eines genehmigten Testbetriebs erstmals Gas ins Gasnetz eingeleitet worden. In Wilhelmshaven war es Ende vergangenen Jahres bereits soweit gewesen. Nach Erhalt der eigentlichen Betriebsgenehmigung könne man auch jenseits der bisher geltenden Beschränkungen Gas einspeisen, hieß es von der Deutschen Regas.

Das schwimmende LNG-Terminal Neptune im vorpommerschen Lubmin. Foto: dpaDas schwimmende LNG-Terminal "Neptune" im vorpommerschen Lubmin. Foto: dpa

Die Starts der beiden Terminals sind von Kritik begleitet. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bereits Widerspruch gegen die Betriebsgenehmigung des Terminals in Wilhelmshaven eingelegt und fordert, die Betriebsdauer von 20 Jahren auf höchstens 10 Jahre zu beschränken. Außerdem kritisiert die DUH das Einleiten von mit Bioziden behandeltem Abwasser ins Meer.

Mit Blick auf Lubmin kritisieren Verbände eine aus ihrer Sicht überstürzte Genehmigung und verweisen darauf, dass derzeit kein Gasmangel drohe. Ihrer Ansicht nach wurden etwa Auswirkungen auf den geschützten Greifswalder Bodden, durch den die Tanker das LNG transportieren, nicht ausreichend berücksichtigt. Zudem gibt es Klagen von Anwohnern über Lärm, den sie mit dem Terminal in Verbindung bringen. Behörden haben bereits Messungen veranlasst. Für die offizielle Eröffnung sind Proteste angekündigt.

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