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Linderner brauchen weiter Geduld bei Grundstückserschließung

Die Archäologen im Baugebiet Ortsmitte an der Löninger Straße in Lindern haben bisher rund 4700 historische Funde entdeckt. Mindestens 2500 weitere werden noch erwartet.

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Buddeln weiter nach historischen Funden: Drei Ausgrabungsteams sind am Baugebiet an der Löninger Straße im Einsatz. Foto: Wienken

Buddeln weiter nach historischen Funden: Drei Ausgrabungsteams sind am Baugebiet an der Löninger Straße im Einsatz. Foto: Wienken

"Dass wir im Sommer Grundstücke im Baugebiet Ortsmitte verkaufen können, ist inzwischen unrealistisch", stellte Linderns Bürgermeister Karsten Hage auf der Sitzung des Ausschusses für Bau- und Wirtschaftsförderung und Umwelt klar. Doch mehr Druck und Empörung bessere die Situation nicht – von daher solle von verbalen Attacken abgesehen werden. Stattdessen sei derzeit Geduld das oberste Gebot der Stunde. Die Erschließung der rund 30 Bauplätze an der Löninger Straße in Lindern lässt also weiter auf sich warten.

Bei den archäologischen Grabungen (im Fachjargon als Prospektion bezeichnet) im Baugebiet Ortsmitte seien inzwischen rund 4700 historische Funde registriert worden. In der Mitte des Areals erwarten die Archäologen mindestens 2500 weitere Funde, wie Bauamtsleiter Thomas Lüken informierte. Dies sei jedoch nur eine vorsichtige Schätzung. Von der Eisenzeit bis hin zum Mittelalter graben sich die Archäologen durch die einzelnen Schichten und damit die Geschichte Linderns. "Momentan sind sogar drei Ausgrabungsteams am Werk. Bevor wir überhaupt über den Verkauf der Grundstücke nachdenken können, werden wir uns daher zunächst auf den Auftrag für die Erschließungsstraße konzentrieren."

Einen kuriosen Fund gab es auch bei den Bauarbeiten an der Vreeser Straße: Hier legten die Arbeiter ein defektes Stromkabel frei, das sich neben einer Gasleitung befand. Der Energieversorger EWE lobte in diesem Zusammenhang die Mitarbeiter des Linderner Bauhofs, die die Situation schnell erkannt und entsprechend reagiert hätten, wie Lüken mitteilt.

Linderner Schwimmbad erhält neue Fenster

Derweil schreitet die Sanierung im Linderner Schwimmbad weiter voran. So sei zum Beispiel die Decke entkernt worden. In 14 Tagen sollen die neuen Fenster verbaut sein, sodass der Baufortschritt auch von außen zu erkennen sein wird, kündigt Lüken an. Wenn es keine Verzögerungen gibt, etwa Materialengpässe oder Lieferschwierigkeiten, soll das Projekt im Oktober abgeschlossen sein. Für die Sanierung fällt eine Investitionssumme von rund 1,26 Millionen Euro an. Dank eines 90-prozentigen Zuschusses aus Bundesmitteln muss die Gemeinde Lindern davon nur rund 126.000 Euro aus dem eigenen Haushalt aufwenden.

Bei der Anliegerversammlung anlässlich des Ausbaus der Kreisstraße 155 (Ermker Straße) zwischen Großenging und Ermke in der Gaststätte Lübke ging es laut Bürgermeister Karsten Hage "sehr lebhaft zu". Bei dem Projekt ist angedacht, die Straße von 5 auf 6 Meter zu verbreitern. Außerdem soll der Lückenschluss des Radweges erfolgen und der Weg verbreitert werden. Dies sei jedoch ohne Grunderwerb nicht möglich, so der Verwaltungschef. Der Ausbau der Ermker Straße soll die Sicherheit erhöhen, da der Abstand auf der Fahrbahn zwischen Radfahrern und Autofahrern bislang zu gering gewesen ist und vermehrt Unfälle drohten. Dies soll auch dem Fahrrad-Tourismus im Oldenburger Münsterland zugutekommen.

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