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Lindern hofft auf Fernwärmenetz-Ausbau

Der Rathaus-Anschluss spart mehr als die Hälfte der Heizenergiekosten. Ingenieur Frank Hanneken informierte auf der jüngsten Ausschusssitzung über bestehende Netze.

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Wird ans Fernwärmenetz angeschlossen: Auf mehr als die Hälfte der bisherigen Kosten schätzen die Verantwortlichen die Einsparungen, die sich aus dem Anschluss des Rathauses in den kommenden Wochen für die Heizkosten der Gemeinde ergeben.    Foto: Siemer

Wird ans Fernwärmenetz angeschlossen: Auf mehr als die Hälfte der bisherigen Kosten schätzen die Verantwortlichen die Einsparungen, die sich aus dem Anschluss des Rathauses in den kommenden Wochen für die Heizkosten der Gemeinde ergeben.    Foto: Siemer

Von einer deutlichen Reduzierung der Heizenergiekosten des Linderner Rathauses gehen die Verantwortlichen aus, wenn das Verwaltungsgebäude in den kommenden Wochen an das bestehende Fernwärmenetz im Ort angeschlossen wird. Thomas Lüken, der Stellvertretende Verwaltungsleiter, rechnet nach dem aktuellen Stand mit einer Halbierung dieser Ausgaben.

Dieser Anschluss sei natürlich auch ein kleiner Beitrag zum Nutzen und zum Ausbau der erneuerbaren Energien, so Lüken. Das Verwaltungsgebäude wird über eine rund 100 Meter lange in dieser Woche verlegten Leitung an das bereits das Schulzentrum und das Hallenbad mit Wärme versorgende Blockheizkraftwerk an der alten Turnhalle der Firma Bahlmann Naturstrom angeschlossen. Dort wird das in den Biogasanlagen des Unternehmens erzeugte Biomethan genutzt, um zum einen Wasser auf rund 80 Grad für den Wärmekreislauf in den Gebäuden zu erhitzen und zum anderen den erzeugten Strom einzuspeisen.

Neben dem Bahlmann-Netz betreibt auch Diplom-Ingenieur Frank Hanneken ein in den letzten Jahren immer weiter ausgebautes Fernwärmenetz mit mehreren BHKW, in denen ein hoher regenerativer Anteil des in einer Biogasanlage in Kleinenging erzeugten Biomethans zum Erzeugen von Wärme und Strom verbrannt wird.

Rund 200 Privathäuser sind am Netz

Auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Wirtschaft und Verkehr informierte Hanneken über den aktuellen Ausbaustand. Der Experte ist sowohl als Betreiber eines Fernwärmenetzes in seinem Heimatort Wachtum mit 250 Häusern wie auch in Lindern aktiv und arbeitet zugleich als Projektentwickler.

Nach seinen Angaben sind in Lindern rund 200 Privathäuser, unter anderem in Marren, und viele Gewerbebetriebe im Bereich Stühlenfeld und ein Gartenbaubetrieb in Osterlindern als Großkunde an seine Leitungen angeschlossen.

Wartungskosten halten sich im Rahmen

Zu den Vorteilen neben den deutlichen Kosteneinsparungen angesichts der momentan verrückt spielenden Preise nannte er die nicht bei den vielen einzelnen Kunden, sondern nur einmal im BHKW anfallenden Wirkungsgradverluste von 15 Prozent, geringe Wartungskosten und keine Schornsteinfegergebühren. Bürgermeister Karsten Hage betonte, dass angesichts der bereits bestehenden Infrastruktur und des Know-How der beiden Unternehmen intensiv darüber nachgedacht werde, dass Fernwärmenetz in Lindern noch weiter auszubauen.

Konkret sei angedacht, die auf der grünen Wiese entstehenden Wohnhäuser an der Löninger Straße und die Firmen im neuen Gewerbegebiet an der Umgehung mit Fernwärme zu heizen. Neben dem Nutzen eines großen Anteils regenerativer Energien beflügelten natürlich auch die rasant steigenden Gaspreise die Beratungen. Das gelte umso mehr angesichts der möglichen Gasversorgungskrise durch den Ukraine-Krieg und seine Folgen. Dazu seien aber eingehende weitere Untersuchungen und Gespräche notwendig, so Hage.

Hanneken dämpfte die Hoffnungen der Ratsmitglieder und interessierter Zuhörer auf eine einfache Lösung aber durch den Hinweis, dass das Bestandsnetz ausgelastet sei.

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