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Letzter Ratssitz: Michael Schneiders zieht das goldene Los

Der SPD-Kandidat hatte genauso viele Stimmen wie sein Parteifreund erhalten. Der neue Gemeinderat ist jetzt komplett. Eine Zusammenarbeit mit dem AfD-Vertreter schließt Fraktionschef Detlef Kolde aus.

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Nummer sechs: Michael Schneiders zieht für die SPD in den Essener Rat ein. Foto: SPD

Nummer sechs: Michael Schneiders zieht für die SPD in den Essener Rat ein. Foto: SPD

Michael Schneiders verstärkt als 6. Mitglied die neue SPD-Fraktion im Essener Gemeinderat. Weil er bei der Kommunalwahl am Sonntag auf exakt die gleiche Stimmenanzahl wie sein Parteifreund Jan-Michel Gerwing gekommen war, musste zwischen beiden das Los entscheiden. 

Schneiders und Gerwing hatten am Sonntag jeweils 158 Wählerstimmen erhalten. Beide hatten sich auf ein Direktmandat beworben. Der Gemeindewahlausschuss bat beide am Mittwoch zur Ziehung. SPD-Fraktionsvorsitzender Detlef Kolde bedauert, dass einer der beiden Kandidaten den Sprung in den Rat auf diese Weise verpassen musste. "Wir sind keine Freunde von Losentscheidungen bei politischen Ehrenämtern, aber eine andere Vorgehensweise sieht die Kommunalverfassung dafür leider nicht vor", sagt er.

SPD schickt 3 Frauen und 3 Männer in den Rat

Grundsätzlich zeigte Kolde sich mit dem Abschneiden seiner SPD sehr zufrieden. Mit 3.303 Wählerstimmen und einem Stimmenanteil von 28,78 Prozent  habe sie ihr bisher bestes Ergebnis bei Kommunalwahlen in Essen erreicht. "Leider spiegelt sich dieser Erfolg nicht in der SPD-Fraktionsstärke wider, da wir auch künftig mit 6 Mandaten im Gemeinderat vertreten sein werden". Der 7. Sitz sei um knapp 100 Stimmen verfehlt worden. Der Stimmenzuwachs gegenüber der Wahl 2016 liegt bei 0,53 Prozent. "Darauf sind wir besonders stolz, denn wir konnten unsere Wählerschaft halten und  haben keine Stimmen an die AfD abgeben müssen." Aus Sicht Koldes auch positiv ist, dass die SPD ebenso viele Frauen wie Männer in den neuen Rat entsendet.

Eine Zusammenarbeit mit dem künftigen AfD-Ratsmitglied Timo Elmar Schmidt schloss Kolde aus. "Einen politischen Austausch, wie  wir ihn in den vergangenen Legislaturperioden mit der FDP und besonders mit der damaligen Kandidatin der Grünen gepflegt haben, werden wir mit ihm nicht vollziehen. Wir respektieren den Wählerwillen, dass wir nun auch einen Kandidaten einer undemokratischen Vereinigung am Ratstisch ertragen müssen, mehr aber auch nicht."

Die CDU habe zum wiederholten Mal deutliche Wählerverluste von 5,20 Prozent zu verzeichnen, stellt Kolde zufrieden fest.  Mit ihr werde es eine „rein politische Auseinandersetzung“ geben. "Es geht uns hier nicht um Blockbildungen, sondern um offene, faire Diskussionen und Entscheidungsprozesse". Die politische Ausrichtung der Gemeinde solle "zum Wohle der Bevölkerung " gelenkt werden.

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