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Leidenschaft für Cappeln hat noch nicht nachgelassen

Der Kandidaten-Check von OM online: Marcus Brinkmann tritt am 12. September als unabhängiger Amtsinhaber bei der Bürgermeisterwahl in Cappeln an. Viele angeschobene Projekte möchte er vollenden.

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Gut angelegtes Geld: Marcus Brinkmann stellt die Investitionen in Kinderbetreuung und Bildung in den Vordergrund. Foto: Vorwerk

Gut angelegtes Geld: Marcus Brinkmann stellt die Investitionen in Kinderbetreuung und Bildung in den Vordergrund. Foto: Vorwerk

Er war einer der letzten Bürgermeister, die noch für volle 8 Jahre in ihr Amt gewählt wurden. Und dieses möchte er auch weiterhin bekleiden. "Ich gehe immer noch voller Leidenschaft und mit Freude morgens ins Rathaus", sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Einen erheblichen Teil dazu trage auch das "gute und qualifizierte Team" bei, unterstreicht der 48-Jährige.

Mehrheitsfähige Lösungen gefunden

Rückblickend erinnert er sich an eine spannende erste Zeit, schließlich hatte er sich als unabhängiger Kandidat gegen den Bewerber der Mehrheitsfraktion durchgesetzt. "Die Akzeptanz war von Anfang an gegeben", bilanziert Brinkmann. Themen gab es genügend. Selbst gesetzte und unerwartete, wie die Flüchtlingskrise und Corona. Viel galt es zu organisieren und zu klären, auch beim Thema Hochspannungstrasse. Selbst bei kritischen Themen habe man in der Politik dabei stets mehrheitsfähige Lösungen gefunden.

Anfang des Jahres war die Harmonie aber dahin, als bei den Diskussionen rund um das neue Rat- und Dorfgemeinschaftshaus der Haushalt erst nach mehreren Anläufen verabschiedet wurde. "Da war schon der Wahlkampf spürbar und für die Außendarstellung ist das nicht gut gewesen." Mittlerweile zieht man an einem Strang und die Verwaltung hat den Auftrag bekommen, eine Umsetzung des Projektes durch private Hand zu prüfen.

Dorfentwicklung als Glücksfall

Dass man als Gemeinde in die Dorfentwicklung aufgenommen wurde, wertet Brinkmann als absoluten Glücksfall. 3,4 Millionen Euro sind bislang an Förderbescheiden geflossen, was auch viele Aufträge für die örtliche und regionale Wirtschaft nach sich gezogen habe. In der Ortsmitte habe man die Chance genutzt, zentrale Grundstücke zu erwerben, um dort unter anderem das neue Rat- und Dorfgemeinschaftshaus zu bauen. Der Siegerentwurf hat in der Jury eine breite Zustimmung erfahren. In der Gemeinde ist er nicht unumstritten. Dennoch: "Für große Projekte würde ich mich jederzeit wieder für einen Architektenwettbewerb aussprechen. So haben wir statt vielleicht 3 Entwürfen über ein Dutzend Pläne bekommen." 

Große Projekte, die hätten sich die Ratsherren auch auf dem ehemaligen Koopmann-Gelände vorstellen können. Jahrelang tat sich dort nichts und erst seit ein paar Monaten kehrt Leben auf der Fläche des ehemaligen Schlachthofes ein. "Es hat gedauert", räumt Marcus Brinkmann ein. Das habe aber auch daran gelegen, die Frage zu beantworten, was dort überhaupt möglich sei. Dienstleistungen, Gewerbe oder Industrie? Auch die Regenrückhaltung war zu klären. Auf der anderen Seite sei man für Großprojekte am Ecopark beteiligt. "Der Anteil an der Gewerbesteuer ist in diesem Jahr höher als die Umlage, die Cappeln zahlt", sieht Brinkmann sich darin bestätigt, gegen einen bisweilen geforderten Ausstieg Position bezogen zu haben. 

Bildung und Betreuung ganz oben auf der Agenda

Fragt man Marcus Brinkmann nach seinen Lieblingsprojekten, dann sind es die Investitionen in Kinderbetreuung und Bildung. "Vor 8 Jahren war Cappeln ein weißer Fleck auf der Landkarte der Ganztagsschulen. Heute haben wir die Oberschule als teilgebundene Ganztagsschule und die Grundschulen mit einem offenen Konzept." 1,2 Millionen Euro wurden in jüngerer Vergangenheit investiert, um eine Mensa in Cappeln zu errichten und in Sevelten waren es 1,6 Millionen Euro, die für neue Räume verbaut wurden. Auch in Elsten waren die Handwerker aktiv. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat einen hohen Stellenwert bekommen." Dazu zählt auch der Umbau des Kindergartens Peter und Paul in Cappeln und der Neubau der Kita Don Bosco in Sevelten. 

Dass sich Jugendliche und Eltern stark gemacht haben für ein Jugendzentrum, freut den Verwaltungschef ebenso, wie die schrittweise Umsetzung des Spielplatzkonzeptes. Die Umgestaltung des Dorfplatzes sei mehr als gelungen, auch wenn es in der Politik Skepsis gegeben habe, so viel Geld in die Hand zu nehmen.

Bauplätze für Cappeln gesichert

Die Schaffung von Bauplätzen bleibt ein heißes Thema. Der Flächendruck ist groß und umso erfreuter ist Brinkmann, dass in den vergangenen Jahren in allen Ortsteilen immer wieder Grundstück für junge Familien bereitgestellt werden konnten. In Sevelten sieht es gut aus und auch in Elsten wird alsbald ein Gelände erschlossen. "In Cappeln wurde aktuell ein Kaufvertrag beurkundet, damit angrenzend an die Bocksiedlung in absehbarer Zeit gebaut werden kann.

Zu tun bleibt - eine Wiederwahl vorausgesetzt - auch in Zukunft genug. "Wir sind weiter in der Dorfentwicklung. Der Ortskern soll attraktiver gestaltet werden und ich möchte Planungssicherheit und eine Stärkung für die 3 Feuerwehren." Eine neue Sporthalle ist ebenfalls Thema.


Zur Person

  • Marcus Brinkmann ist 48 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.
  • 1992-1998 Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten in Marburg und Osnabrück.
  • 1998-2000 Referendariat in Erfurt mit Stationen im Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur und an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer.
  • 2001-2013 Selbstständiger Rechtsanwalt und Mediator, Lehraufträge an der Universität Osnabrück und an der Hochschule Osnabrück.
  • Seit 2013 Bürgermeister der Gemeinde Cappeln.

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