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Lehrerverband VBE fordert eine Ausbildungsoffensive

Der Landesvorsitzende Franz-Josef Meyer ist auf der VBE-Vertreterversammlung am Freitag in Hannover einstimmig wiedergewählt worden. "Es kommt viel Arbeit auf uns zu", betonte der Langfördener.

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Vor dem Gang aufs Podium zum Talk: (von links) der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann, Christian Fühner (CDU), Franz-Josef Meyer (VBE-Landesvorsitzender), Philipp Raulfs (SPD), Pascal Mennen (Grüne) und Björn Försterling (FDP). Foto: Tzimurtas

Vor dem Gang aufs Podium zum Talk: (von links) der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann, Christian Fühner (CDU), Franz-Josef Meyer (VBE-Landesvorsitzender), Philipp Raulfs (SPD), Pascal Mennen (Grüne) und Björn Försterling (FDP). Foto: Tzimurtas

Kontinuität an der Spitze des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE): Franz-Josef Meyer aus Langförden ist als niedersächsischer Landesvorsitzender am Freitag auf der VBE-Vertreterversammlung in Hannover für 5 weitere Jahre wiedergewählt worden. Das Votum der etwa 50 Delegierten fiel einstimmig aus. Ebenfalls ohne Gegenstimme oder mit großer Mehrheit sind die weiteren fünf Vorstandsmitglieder im Amt bestätigt worden.

Er fühle sich in seiner Arbeit an der Verbandsspitze bestätigt und wolle weiterhin "an vorderster Front die Interessen von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrkräften vertreten", sagte Meyer gegenüber OM-Online. "Es kommt viel Arbeit auf uns zu." Meyer betonte: "Wir brauchen dringend eine Ausbildungsoffensive und attraktive Arbeitsbedingungen."

50-jähriges Bestehen gefeiert

Der per Video zugeschaltete Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sprach ein Grußwort vor der Vertreterversammlung, die auch das 50-jährige Bestehen des VBE beging. Tonne hob die Bedeutung des Präsenzunterrichts hervor – auch in Corona-Zeiten. Meyer blickte in seinem Vortrag auf die Anfänge des Verbandes zurück, dessen Gründungsmitglieder zehn Forderungen für "gute Bildung" aufgestellt hatten. Dazu zählen: die Chancengleichheit für alle Schüler, Änderungen an den Schulstrukturen in Richtung Gesamtschule, die gleiche Zahl an Pflichtstunden für Lehrkräfte in allen Schulformen und ihre gleiche Besoldung.

"Dass wir (....) heute immer noch (....) um die gleichen Forderungen kämpfen müssen, ist (...) ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik in unserem Lande", sagte Meyer. Bei "guter Bildung“ gehe es immer um Bildungsgerechtigkeit, um gute Rahmenbedingungen für das Lernen und gute Arbeitsbedingungen für die Lehrer. Dass der Lehrerberuf allerdings für junge Menschen an Attraktivität verliert, immer mehr Pädagogen sich wünschen, aus dem Beruf auszusteigen und somit die Schulbildung an Qualität zu verlieren droht, das wurde während einer Podiumsdiskussion deutlich.

Das Problem Lehrermangel existiert seit langer Zeit

In der von Meyer moderierten Talk-Runde mit Landespolitikern und dem VBE-Bundesvorsitzenden Udo Beckmann ging es um Lehren aus der Corona-Krise für die Bildung der Zukunft. Alle sahen aufgrund der Erfahrungen während der Pandemie auch eine Chance. Doch damit eine Weiterentwicklung gelingt, muss ein seit langer Zeit bestehendes Problem gelöst werden: der Lehrermangel. Beckmann forderte wie Meyer eine "Fachkräfteoffensive".

Pascal Mennen, Bildungsreferent der Grünen-Landtagsfraktion, trat für einen Abbau der Belastungen für Lehrkräfte ein. Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, betonte: Nach der Pandemie werde die "Beziehungsarbeit" zwischen Lehrern und Schülern wichtiger sein. Zwischen beiden habe sich während der Pandemie – ein positiver Effekt des digitalen Lernens und des Homeschoolings – die Kommunikation verbessert, sei individueller geworden. Schule sei neu zu denken.

Christian Fühner, Schulexperte der CDU-Landtagsfraktion, forderte mehr Wertschätzung für den Lehrerberuf, es müsse positiv darüber gesprochen werden. Zudem sei die Ausbildung an Universitäten näher an der Praxis auszurichten. Auch Beckmann sieht einen erheblichen Bedarf, "dass die Lehrerbildung sich verändern muss“ – nicht zuletzt mit Blick auf die Digitalisierung. Der SPD-Landtagsabgeordnete Philipp Raulfs sagte, in der Corona-Krise sei deutlich geworden, "was alles schiefläuft“. Es sei mehr Geld in Bildung zu investieren. Da sei auch der Bund in der Pflicht. Das sahen alle so. Ebenso traten sie dafür ein, dass Lehrer aller Schulformen dasselbe Einstiegsgehalt erhalten sollten.

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