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Lehrerin beklagt unterirdische Internet-Versorgung

Keine Infrastruktur für Online-Unterricht: Eine Pädagogin aus Schwaneburg beklagt sich über die digitale Benachteiligung der Schüler im Home-Schooling.

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Viel Luft nach oben: Schnelle Internet-Verbindung gibt es im Landkreis Cloppenburg nur selten.    Foto: Jan Woitas/ZB/dpa

Viel Luft nach oben: Schnelle Internet-Verbindung gibt es im Landkreis Cloppenburg nur selten.    Foto: Jan Woitas/ZB/dpa

Die Problematik ist nicht neu, die Coronakrise befördert die (negativen) Auswirkungen jedoch deutlich in den Ablauf des persönlichen und beruflichen Alltags: In einem Schreiben an den SPD-Kreistagsabgeordneten Wilhelm Bohnstengel aus Friesoythe hat eine Lehrerin aus Schwaneburg auf die unhaltbaren Zustände der „unterirdischen Internet-Versorgung“ hingewiesen. Es sei weder für Lehrer noch Schüler möglich, einen Online-Unterricht zu gestalten.

Bohnstengel stellte während der jüngsten Kreisschulausschusssitzung die Sorgen der Pädagogin vor, die von einer „digitalen Benachteiligung“ der betroffenen Schüler sprach. „Die Kinder hier können nicht arbeiten“, zitierte der Kommunalpolitiker aus dem Brief. Im Schreiben appelliert die Lehrerin an Politik und Verwaltung, alles daran zusetzen, diesen Zustand zu verändern.

„Die Lehrerin hat uns aus den Seele gesprochen“, reagierte Landrat Johann Wimberg. Es sei in Deutschland politisch versäumt worden, mit dem Breitbandausbau einen Versorgungsanspruch für alle zu beschließen. So hätte man die Telekommunikationsunternehmen - ähnlich wie bei den Telefonanschlüssen - verpflichten können, eine umfassende Versorgung herzustellen.

Insgesamt Kosten von 100 Millionen Euro im Landkreis

Es sei nach wie vor sehr schwierig, besonders in den Außenbezirken die Voraussetzungen für einen Glasfaseranschluss zu schaffen. Der Landkreis Cloppenburg sei jedoch selbst aktiv geworden, eine möglichst breite Versorgung zu erreichen, obwohl das nicht Aufgabe der lokalen Behörden sei. Helfen werde der aktuelle Förderbescheid des Landes, acht Millionen Euro für den Breitbandausbau bereitstellen zu wollen (wir berichteten). Insgesamt aber müsse man von Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro im Landkreis ausgehen. Im Klartext: Beim Landkreis und bei den Kommunen blieben am Ende sehr hohe Kosten.

„Es bleibt viel Luft nach oben“, betont Johann Wimberg. Es sei kein Vergnügen, dass die Entwicklung so langsam vorangginge.

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