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Lechner will Althusmann als CDU-Landeschef beerben

Die personelle Neuaufstellung der CDU nach der Wahlniederlage in Niedersachsen wird konkreter: Der erste Anwärter für die Nachfolge von Bernd Althusmann steht fest. Bleibt er der einzige Kandidat?

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Sebastian Lechner gibt nach der CDU-Fraktionssitzung im Landtag ein Pressestatement ab. Foto: dpa/Frankenberg

Sebastian Lechner gibt nach der CDU-Fraktionssitzung im Landtag ein Pressestatement ab. Foto: dpa/Frankenberg

Niedersachsens CDU-Generalsekretär Sebastian Lechner will neuer Landesvorsitzender der Partei werden. Der CDU-Bezirk Hannover nominierte Lechner, der auch neuer Fraktionschef im Landtag ist, am Mittwochabend einstimmig als Nachfolger von Bernd Althusmann. Das teilte die Partei mit. Althusmann hatte nach der Niederlage bei der Landtagswahl im Oktober seinen Rückzug angekündigt.

Lechner sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sei überzeugt, dass er den Rückhalt der Partei habe: "Ich habe das Gefühl, es stehen alle dahinter." Bisher ist Lechner der einzige Kandidat. Ein mögliches Interesse am Landesvorsitz war auch den Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt und Gitta Connemann nachgesagt worden. Eine alleinige Kandidatur von Lechner gilt nun aber als wahrscheinlich.

Lechner zufolge soll es keine One-Man-Show geben

Der 41-Jährige sagte, es sei hilfreich, wenn der Fraktions- und der Landesvorsitz in einer Hand wären, "weil es sonst immer Sollbruchstellen gibt in der Zusammenarbeit". Auch auf Bundesebene sind Fraktions- und Parteivorsitz bei der CDU bei Friedrich Merz in einer Hand.

Lechner zufolge soll es trotzdem keine One-Man-Show geben. Er verwies auf viele neue Gesichter in der Fraktion, die als Gegenspieler der geplanten rot-grünen Landesregierung aufgebaut werden sollen. "Auf die gleiche Art und Weise wollen wir auch die Partei aufstellen, das heißt ein großes Team, viele einbinden", sagte er.

Lechner ist seit 2013 Landtagsabgeordneter. Von 2008 bis 2014 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Niedersachsen. Seit Anfang 2021 ist er Generalsekretär des Landesverbands. Lechner ist verheiratet und hat drei Kinder.

Lechner räumt Fehler ein

Der Bezirksvorsitzende der CDU Hannover, der Bundestagsabgeordnete Hoppenstedt, begrüßte die Nominierung: "Mit diesem Personalvorschlag haben wir die Chance, einvernehmlich und geschlossen die Neuaufstellung der Partei zu gestalten."

Die CDU hatte bei der Landtagswahl ihr schlechtestes Ergebnis in Niedersachsen seit den 1950er Jahren eingefahren. Spitzenkandidat Althusmann kündigte unmittelbar darauf an, den Landesvorsitz abzugeben. Als Generalsekretär war allerdings auch Lechner für den missglückten Wahlkampf mitverantwortlich. In den Wochen vor der Wahl hatte die CDU sich vornehmlich auf Attacken auf die Bundesregierung konzentriert, eigene Inhalte rückten dadurch in den Hintergrund.

Lechner räumte nun ein: "Ich habe auch Fehler gemacht." Er mache aber selten Fehler zwei Mal. Er sei ein erfahrener Landespolitiker, kenne die Partei sehr gut und wisse, welche Reformen es brauche, um «kampagnenfähig» zu werden für die Landtagswahl 2027.

Landesvorstand soll am 21. Januar 2023 in Hildesheim gewählt werden

Der CDU-Landesvorstand soll am 21. Januar in Hildesheim komplett neu gewählt werden. Vorher will der Landesausschuss der Partei an diesem Freitag in Walsrode die Gründe für die Wahlniederlage analysieren.

Lechner war in den vergangenen Wochen bereits als möglicher Anwärter auf den Posten des Landesvorsitzenden gehandelt worden. Vor rund 2 Wochen sagte er der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview dazu: "Wer kandidieren will, sollte dies bis zum 4. November kundtun, in dem er oder sie sich durch einen der Landes- oder Bezirksverbände nominieren lässt. Dann werden wir beim Landesausschuss bestimmen, wie das weitere Verfahren geregelt wird."

In der Partei gebe es eine große Neigung, eine Mitgliederumfrage zu machen, sollte es mehrere Kandidaten geben, erklärte Lechner in dem Interview. Sollte es nur einen Kandidaten geben, brauche man diese Umfrage hingegen nicht.

Die Amtszeit des scheidenden Landeschefs Althusmann hatte Ende 2016 begonnen, als der heute 55-Jährige von David McAllister übernahm.

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