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Leben und leben lassen

Thema: Landwirte blockieren Lidl-Lager - das hartnäckige Ausharren hat sich möglicherweise gelohnt. Lidl-Chef Klaus Gehrig zeigte sich gesprächsbereit. Doch für eine Bewertung ist es noch zu früh.

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Das Muskelspiel dauert an, die Handelsriesen drücken Bauern weiter an die Wand. Dass die Landwirte sich nicht länger die Preise und Lieferbedingungen vorschreiben lassen wollen, ist mehr als verständlich. Wer wertvolle Lebensmittel produziert, muss davon auch selbstverständlich auskömmlich leben können.

„Geiz ist geil“ ist eigentlich out. Inzwischen gibt es immerhin einen Handelsriesen, der damit wirbt, Lebensmittel zu lieben. Nur schlägt das Herz dabei leider immer noch nicht für die Landwirte, die sie produzieren. Erkannt hat das Problem glücklicherweise auch die Politik. Das Engagement von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, mit einem neuen Gesetz das „massive Marktungleichgewicht“ zugunsten der Landwirte zu bekämpfen und deren Rechte stärken, kann man nur begrüßen. Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl) mögen dagegen jetzt noch so Sturm laufen, ein Handeln für ihre Produzenten wäre jedenfalls wünschenswerter.

Aber das gestrige hartnäckige Ausharren der Landwirte hat sich möglicherweise gelohnt. Denn auf Vermittlung der heimischen Bundestagsabgeordneten Silvia Breher schickte ihre CDU-Parteikollegin Julia Klöckner sofort eine Videobotschaft an die Demonstranten. Das Ergebnis lässt hoffen: Lidl-Chef Klaus Gehrig zeigte sich gestern doch gesprächsbereit, will sich mit den anderen Handelsriesen um mehr Wertschöpfung bemühen. Noch steht das Ergebnis aus, ist es für eine Bewertung zu früh. Aber es bewegt sich was. Statt die reine Marktmacht auszuspielen, sollte dann endlich das Motto „Leben und leben lassen“ gefragt sein.

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