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Lastruper Regenrückhaltebecken wird zum Bauplatz

Der Ausschuss genehmigte die Umwandlung. Anwohner jedoch äußern Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Bebauungsplanes.

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Symbolfoto: dpa

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Recht viel Zeit hat sich Bürgermeister Michael Kramer in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Planung, Verkehr und Umwelt der Gemeinde Lastrup genommen, um auf die eingegangenen Anregungen und Bedenken zur 1. Änderung des Lastruper Bebauungsplanes Nr. 58 – Brinkstraße einzugehen. In diesem Baugebiet, das im Jahr 2004/05 auf dem ehemaligen Sportplatz entstanden ist, soll nun das Regenrückhaltebecken an der Ruhr verlegt werden. An dieser Stelle soll ein Wohnhaus in 2-geschossiger Bauweise entstehen. Das bisher als Biotop eingestufte Regenrückhaltebecken wird um einige hundert Meter versetzt in unmittelbarer Nähe neu entstehen.

Neben den Einwänden der Träger öffentlicher Belange hatten auch 3 unmittelbare Nachbarn schriftlich Bedenken erhoben, da neben weiteren Bedenken die 2-geschossige Bauweise in der Siedlung „Am Brink“ bisher nicht vorgesehen war. Lediglich die Bauzeile, die an der Alten Reichsstraße gelegen sei, sei als Mischgebiet mit der Möglichkeit der 2-geschossigen Bauweise akzeptiert. Ferner mochten sie nicht hinnehmen, dass die Bäume zwischen dem Flüsschen Ruhr und dem Regenrückhaltebecken schon im Winter entfernt worden waren und dass die Fläche des Biotops ohne Ausschreibung verkauft worden sei.

Kramer: „Wir haben unsere Hausaufgaben gründlich gemacht“

Bürgermeister Michael Kramer erläuterte, dass die Rodung der alten Bäume jederzeit hätte erfolgen können, da sie in keiner Weise geschützt gewesen seien. Außerdem wollte der Erwerber die Vegetationszeiten einhalten. Der Verkauf des Grundstücks sei nicht Gegenstand des jetzigen Verfahrens, zumal es für den Bau des neuen Regenrückhaltebeckens kaum andere Möglichkeiten gegeben hätte. Der Forderung der Anlieger, die Firsthöhe von 11 auf 10 Meter herabzusetzen, werde gefolgt. Aber weiterhin dürfen 2 Wohneinheiten auf dem Grundstück entstehen – entweder in Form von 2 Gebäuden oder als Gebäude in 2-geschossiger Bauweise. Zudem ist auf dem Grundstück ein nicht störender Gewerbebetrieb akzeptiert. Auch werde hier nicht in die Privatsphäre der Anlieger unzulässig eingegriffen. Laut Kramer ist es auch den anderen Anliegern der Straße „Am Brink“ nach dem Bebauungsplan gestattet, 2-geschossig zu bauen.

Diese Aussagen zweifeln die Anwohner massiv an. „In den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans 58 wird bestimmt, dass die Traufhöhe bei 4,80 Metern liegt. Diese Höhe schließt eindeutig eine 2-geschossige Bauweise aus“, halten sie dem Bürgermeister entgegen. Dieser widerspricht, das sei falsch. Auf die Androhung der Anlieger, den Klageweg zu beschreiten, reagiert Kramer gelassen. „Die Gemeinde hat alle rechtlichen Bestimmungen eingehalten. Wir haben unsere Hausaufgaben gründlich gemacht.“

Während in der Diskussion sowohl Ratsherr Alexander Schröer als auch Ratsherr Hubert Hoppe ein Problem mit der Zweigeschossigkeit artikulierten, fanden 3 Ratsherren das Vorgehen akzeptabel, während sich Ratsherr Peter Koopmann als Anlieger der Straße enthielt. Mit 3 zu 2 Stimmen wurde der Annahme des Bebauungsplanes zugestimmt. In 2 Wochen wird der Rat die endgültige Entscheidung treffen.

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