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Lastruper Planungsausschuss tritt auf die Bremse

Einer Mehrheit der Mitglieder geht die Entwicklung im Ort ein wenig zu schnell. Sie sehen noch Diskussionsbedarf. Die Nachfrage nach Grundstücken ebbt indes nicht ab.

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Ort liegt nah: Im Baugebiet Heiddresch ist der zweite Bauabschnitt bereits erschlossen. Foto: Meyer

Ort liegt nah: Im Baugebiet Heiddresch ist der zweite Bauabschnitt bereits erschlossen. Foto: Meyer

Der Ratsausschuss für Wirtschaft, Planung, Verkehr und Umwelt hat   die Vorbereitungen für ein neues Baugebiet in Lastrup zurückgestellt. Konkret geht es um eine rund elf Hektar große Fläche zwischen der Hammeler und der Vlämischen Straße. Die Verwaltung hatte die Bauleitplanung eigentlich noch in diesem Jahr auf den Weg bringen wollen.

Bei einigen Ausschussmitgliedern stößt das Tempo, mit dem die Wohnbauentwicklung im Ort derzeit vorangetrieben wird, allerdings auf Unverständnis. Als „Wahnsinn“ bezeichnete es beispielsweise Stephan Grönheim (CDU). Er habe gedacht, dass die Gemeinde mit der Ausweisung des Baugebietes „Heiddresch“ erst einmal „acht bis zehn Jahre“ Ruhe habe, sagte der Lokalpolitiker. Zumal die landwirtschaftlich genutzten Flächen „Zwischen den Wegen“ noch gar nicht vollständig im Besitz der Gemeinde seien. Auch sein Fraktionskollege Alexander Schroer sah Beratungsbedarf und stellte einen entsprechenden Antrag. Dieser wurde mit 4:3 Stimmen angenommen.

"Der Zuzug sichert den Fortbestand von Schulen und Kindergärten."Michael Kramer, Bürgermeister

Gebaut wird in Lastrup tatsächlich deutlich schneller, als ursprünglich geplant. Die Erschließung des zweiten Bauabschnitts im Heiddresch ist inzwischen abgeschlossen. Fast alle Grundstücke seien verkauft, berichtete Bürgermeister Michael Kramer. Lastrup sei vor allem bei jungen Familien auch von außerhalb gefragt. Kramer begrüßt den Zuzug. „Er sichert uns den Fortbestand von Kindergärten und Schulen.“ Niemand habe gewusst, dass der Run auf die Bauplätze so groß sein würde, betonte der Verwaltungschef. Auch die Coronakrise konnte den Boom bislang nicht abwürgen. Kein einziger Bauwilliger habe einen Rückzieher gemacht, sagte Kramer. Dass die Politik jetzt auf die Bremse drücken könnte,  hätte aus  seiner Sicht „fatale Folgen für die Außenwirkung Lastrups als junge Gemeinde“.

Bauleitplanungen hängen zusammen

Die vom Ausschuss verhängte Auszeit bringt außerdem die Planungen für den Heiddresch aus der Spur. Kramer möchte dort jetzt  bereits den dritten Abschnitt in Angriff nehmen. Das Problem: Um díe direkt an der Hammeler Straße (Kreisstraße 161) gelegenen Flächen zu erreichen, bedarf es einer neuen Zuwegung und der Versetzung des Ortseingangsschildes. Beides würde der Landkreis aber nur genehmigen, wenn zugleich die Bauleitplanung für das gegenüberliegende Gebiet „Zwischen den Wegen“ angelaufen ist - also just die Fläche, bei der der Ausschuss  Bedenken anmeldete. Ortsschilder an Kreisstraßen markieren den Beginn einer beidseitigen Bebauung - oder zumindest deren Absicht.

Der Zusammenhang zwischen beiden Vorhaben löste im Ausschuss Irritationen aus. Das Thema geht jetzt zur Besprechung zurück an die Fraktionen.

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