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Lastrup will keine neuen Schulden machen

Der aktuelle Haushalt war coronabedingt erst im Februar beschlossen worden. Für 2022 kann der Rat die Weichen wieder frühzeitig stellen.

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Ziemlich kaputt: Die Brücke über den Mühlenbach soll saniert werden. Foto: Meyer

Ziemlich kaputt: Die Brücke über den Mühlenbach soll saniert werden. Foto: Meyer

Lastrups frisch gewählter Gemeinderat will ohne weitere Schulden in die neue Ratsperiode starten. Im Haushaltsplan für das kommende Jahr ist keine Kreditaufnahme vorgesehen. Ausgeglichen ist der Haushalt 2022 trotzdem nicht.

So fehlen im Ergebnishaushalt voraussichtlich rund 1,9 Millionen Euro, bestätigte Josef Pahls. Der Kämmerer stellte das Zahlenwerk am Montagabend im Planungsausschuss vor. Das Defizit sei natürlich bedauerlich, räumte Pahls ein. Grund zur Sorge sieht er aber nicht, da die Gemeinde über liquide Mittel in ähnlicher Höhe verfügt. Nur deshalb könne auf Kredite verzichtet werden. Aktuell steht Lastrup mit rund 3,4 Millionen Euro im Schulden. Gut 600.000 Euro davon sollen  im neuen Haushaltsjahr getilgt werden.

"Die Diskussionen über den Haushalt waren sehr konstruktiv."Josef Pahls, Kämmerer

Schon kurz nach ihrer Wahl hatten sich die Ratsmitglieder gemeinsam mit der Verwaltungsspitze zu einer Klausurtagung zurückgezogen. Fast zwei Tage lang stand der Haushaltsplan im Mittelpunkt der Beratungen. Mit dem Ergebnis zeigte sich Pahls  zufrieden. "Die Diskussionen waren sehr konstruktiv. Es war eine der besten Klausuren, an denen ich bisher teilgenommen habe." Dabei bestand die Hauptaufgabe der Lokalpolitiker darin, das ursprüngliche Budget sinnvoll zusammenzustreichen. Der Entwurf hatte nämlich durchaus neue Schulden (2,3 Millionen Euro) vorgesehen.  "Wir gingen dabei von der maximalen Wunschliste aus und haben dann jeden einzelnen Punkt unter die Lupe genommen", berichtete Bürgermeister Michael Kramer. Am Ende stand die schwarze Null.

Unter dem Strich geht es der Gemeinde trotz fast zwei Jahren Pandemie erstaunlich gut. Das liegt nicht zuletzt an den örtlichen Unternehmen, die in diesem Jahr rund 5,5 Millionen Euro  Gewerbesteuer zahlen. Die Steuer stellt neben den beiden Grundsteuern und der Einkommenssteuer die wichtigste  Einnahmequelle dar. In Lastrup sind es zusammen knapp 8,5 Millionen Euro. Behalten darf die Kommune  aber nur einen Teil des Geldes. Außerdem erwartet sie im kommenden Jahr hohe Erlöse durch den Verkauf von Grundstücken, etwa im Baugebiet Heiddresch. 

Kanal kaputt: Wasser drückt durch die Toilette

Investiert werden soll 2022 aber auch. Die Erneuerung der Vlämischen Straße geht weiter. Viel Geld  fließt außerdem in die Verbesserung der Oberflächenentwässerung. Dazu gehört  der Bau von Regenrückhaltebecken unter anderem im Bereich des Unner Weges. Die Maßnahmen sind Teil des Generalentwässerungsplans, der in den nächsten Jahren umgesetzt werden muss. In Vorleistung geht die Gemeinde beim Ausbau der Linderner und der Molberger Straße, beides Landesstraßen. Zu den kleineren Projekten gehört die Renovierung einer Brücke über den Löninger Mühlenbach.

Zurückgestellt hat der Ausschuss dagegen die Umlegung des baufälligen Schmutzwasserkanals an der Pegasusstraße. Zwei Haushalte sind zurzeit besonders betroffen. Dort sei das Wasser sogar durch die Toilette hochgedrückt worden, berichtet Bauamtsleiter Berthold Sauerland. Für beide werde der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) schnellstens eine provisorische Lösung finden. 2023 dann wird der Kanal komplett neu verlegt. 

Der Planungsausschuss stimmte dem Haushaltsplan einmütig zu. Abschließend beschlossen werden muss er nun noch vom Gemeinderat. 

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