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Langförden bekommt eine Bürgersprechstunde

Ortsbürgermeister Dirk Lübbe (CDU) kündigt gleich zu Beginn seiner Amtszeit einige Neuerungen an. Dazu ist es für ihn wichtig, bei mehreren Themen am Ball zu bleiben.

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Neues Kapitel in der Kommunalpolitik: Dirk Lübbe verfügt über langjährige Erfahrung in der Parteiarbeit und engagiert sich jetzt wieder an vorderster Front in seinem Heimatort Langförden. Foto: Speckmann

Neues Kapitel in der Kommunalpolitik: Dirk Lübbe verfügt über langjährige Erfahrung in der Parteiarbeit und engagiert sich jetzt wieder an vorderster Front in seinem Heimatort Langförden. Foto: Speckmann

Dirk Lübbe ist zu Beginn der neuen Legislaturperiode zum Ortsbürgermeister in Langförden gewählt worden. Nun hat er seine erste Sitzung geleitet und gleich einige Neuerungen angekündigt. Im Interview spricht der 57-jährige Christdemokrat über seine Ideen. Er geht auf die weitere Entwicklung des Ortes ein und macht deutlich, warum ihm eine transparente Haushaltsführung auf Stadtebene so wichtig ist.

Herr Lübbe, Sie sind schon lange politisch aktiv. Was hat Sie dazu bewogen, sich im Ortsrat und dazu noch in führender Position zu engagieren?
Ich war schon von 1996 bis 2001 im Ortsrat aktiv. Die Arbeit dort hat mir sehr viel Spaß gemacht. Um noch mehr für unseren schönen Ort tun zu können, war es für mich selbstverständlich, auch hier in Verantwortung zu gehen.

Weht mit Ihnen als Ortsbürgermeister jetzt ein neuer Wind?
Ich werde versuchen, die erfolgreiche Arbeit meiner Vorgänger weiter zu führen. Dennoch habe ich neue Ideen, die ich gerne umsetzen würde.

Mittendrin statt nur dabei: Als neuer Ortsbürgermeister hat Dirk Lübbe jetzt seine erste öffentliche Sitzung geleitet. Foto: SpeckmannMittendrin statt nur dabei: Als neuer Ortsbürgermeister hat Dirk Lübbe jetzt seine erste öffentliche Sitzung geleitet. Foto: Speckmann

In der jüngsten Sitzung haben sie mit der Bürgersprechstunde schon eine Neuerung angekündigt. Was versprechen Sie sich von dem Angebot?
In Gesprächen mit unseren Bürgern kam ich auf diese Idee. Viele haben Redebedarf oder kleinere Probleme. Diese können oft nicht bis zur nächsten Ortsratssitzung warten. Es gibt aber auch Menschen, die sich bei einer öffentlichen Sitzung vor Publikum nicht trauen. Hier möchte ich Abhilfe bieten.

Wie sollen die Sprechstunden ablaufen?
Ganz zwanglos. Jeder kann zu der noch zu definierenden Sprechstunde kommen und seine Anliegen vorbringen. Diese werden dann gesammelt und es wird kurzfristig entschieden, ob es eine eilige Sache ist, die vielleicht sofort durch den Bauhof oder andere Institutionen der Stadt erledigt werden können oder, ob es hierfür einen Antrag an den Ortsrat oder Stadtrat gibt. Für Anliegen, die schon in Arbeit sind, bekommt der Bürger sofort eine Info.

Sie wollen mit dem Ortsrat auch eine Rundreise durch städtische Einrichtungen unternehmen. Wozu dienen die Besuche?
Die erste Besichtigungstour ist schon genehmigt, aber coronabedingt noch nicht terminiert. Sie wird wohl im Frühjahr stattfinden und führt den gesamten Ortsrat zum städtischen Bauhof. Hier werden wir durch das führende Personal über die Möglichkeiten und Aufgaben des Bauhofs informiert. 

Werfen wir einen Blick auf die Situation Langfördens. Sind Sie mit der Entwicklung in den vergangenen Jahren zufrieden?
Langförden hat sich in den letzten 20 Jahren gut entwickelt. Die Zeiten ändern sich und so verändern sich auch die Bedürfnisse der Bevölkerung. Hier wollen und müssen wir permanent am Ball bleiben, um unseren schönen Ort auch für die Zukunft fit zu machen.

Welche Bedeutung hat dabei die Ausweisung von neuen Bau- und Gewerbegebieten?
Ich finde, das eine geht nicht ohne das andere. Die Menschen sollen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes auch wohnen können, um unnötige lange Fahrten zu vermeiden. Hierzu gehört natürlich auch eine gute Kinderbetreuung vor Ort. Hier sind wir mit Grundschule und Kitas auf einem guten Weg.

Muss nicht gerade auch die Jugendarbeit gefördert werden, wenn sich junge Familien in Langförden niederlassen sollen?
Seit ich politisch aktiv bin, interessiere ich mich für dieses Thema. Es gibt immer wieder gute Ansätze mit Gruppen von Jugendlichen. Leider ist die Zeit, bis die Jugendlichen in den Beruf oder zu weiterführenden Schulen gehen, sehr kurz, um hier dauerhaft etwas aufzubauen. Gute Ansätze hat die tolle Arbeit des Gulfhauses Vechta in der alten Hausmeisterwohnung in der Schule. Aber auch hier müssen wir ständig am Ball bleiben.

Apropos am Ball bleiben: Wie steht es um den Bau einer Ortsumgehung, die im jüngsten Wahlkampf wieder zum Thema geworden ist?
Es gab schon vor circa 40 Jahren Pläne und auch schon fertige Trassen. Damals wurde diese Idee leider nicht fortgeführt, da man keinen Bedarf sah und den Verkehr lieber, aus kaufmännischer Sicht, im Dorf halten wollte. Das hat sich heute gravierend durch das neue tolle Industriegebiet in Spreda und den damit verbundenen Schwerlastverkehr geändert.

Wie wollen Sie die Planung vorantreiben?
Der erste Schritt ist getan. In Kürze wird es eine Verkehrszählung geben, die den wirklichen Bedarf ermittelt. Als Nächstes kümmern wir uns um die Trassenführung. Bis jetzt gibt es zwei Varianten. Die erforderlichen Beschlüsse müssen dann vom Ortsrat, Stadtrat und natürlich vom Kreistag wegen der Kreisstraße gefällt werden. Beim Ortsrat sehe ich die geringsten Widerstände, da wir uns parteiübergreifend einig sind, was wir wollen.

In den Haushaltsberatungen am vergangenen Montag haben Sie detaillierte Zahlen gefordert. Warum ist Ihnen die Aufschlüsselung der Einnahmen und Ausgaben auf Orts- und Stadtebene so wichtig?
Es geht hier nicht um eine Aufrechnung, wer mehr oder weniger zum gemeinsamen Haushalt beiträgt. Seit nunmehr über 25 Jahren bekommen wir in Langförden nur die Ausgaben für die Altgemeinde Langförden präsentiert. Für mich als gelernten Betriebswirt ist so ein Haushalt eben nicht komplett. Dazu gehören nun mal beide Seiten. Wir sind hier aber auf einem guten Weg. Seit dem Haushalt 2021, der im letzten Jahr verabschiedet wurde, hat sich einiges getan. Wenn jetzt noch der Rest beim nächsten Haushalt komplementiert wird, bin ich zufrieden.

In den Haushaltsberatungen am vergangenen Montag haben Sie detaillierte Zahlen gefordert. Warum ist Ihnen die Aufschlüsselung der Einnahmen und Ausgaben auf Orts- und Stadtebene so wichtig?
Es geht hier nicht um eine Aufrechnung, wer mehr oder weniger zum gemeinsamen Haushalt beiträgt. Seit nunmehr über 25 Jahren bekommen wir in Langförden nur die Ausgaben für die Altgemeinde Langförden präsentiert. Für mich als gelernten Betriebswirt ist so ein Haushalt eben nicht komplett. Dazu gehören nun mal beide Seiten. Wir sind hier aber auf einem guten Weg. Seit dem Haushalt 2021, der im letzten Jahr verabschiedet wurde, hat sich einiges getan. Wenn jetzt noch der Rest beim nächsten Haushalt komplementiert wird, bin ich zufrieden.

Steckt hinter dem Vergleich nicht vielmehr ein Kirchturmdenken? Nein, ganz und gar nicht. Wir möchten als Langfördener unseren Beitrag zum gemeinsamen Haushalt der Stadt Vechta leisten und nicht nur als Empfänger zählen. Dazu gehört natürlich die größtmögliche Transparenz.

Welche Erwartungen und Wünsche haben Sie an die Stadt Vechta?
Das gute und harmonische Verhältnis zwischen Vechta und Langförden möchte ich gerne beibehalten und noch weiter ausbauen. Dabei soll so viel wie möglich Eigenständigkeit erhalten bleiben. Das tolle Vereinsleben, der gute Zusammenhalt in der Bevölkerung, ob im Sport, in der Kirchengemeinde und vieles mehr, muss erhalten bleiben, um die gute Nähe zur Bevölkerung zu gewährleisten. Dafür werde ich all meine Kraft einsetzen.


Zur Person:

  • Dirk Lübbe ist 57 Jahre alt, verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Als gelernter Elektromeister und Betriebswirt ist er zurzeit als Produktmanager tätig.
  • Er gehört seit 31 Jahren der CDU an, war schon von 1996 bis 2001 Mitglied im Ortsrat Langförden, hat seit 2021 wieder ein Mandat und ist nun Ortsbürgermeister.
  • Er ist Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Langförden, war bereits Vorsitzender des Kreisverbands Vechta und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Oldenburg.

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