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Langefeld will mit "Offensive für das Handwerk" in den Landtag

Bündnis 90/Die Grünen hat die Berufsschullehrerin Begüm Langefeld als Direktkandidatin für die Landtagswahl im Wahlkreis Cloppenburg-Nord nominiert. Das Handwerk ist eines ihrer Schwerpunktthemen.

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Begüm Langefeld (rechts) tritt für die Grünen im Wahlkreis Cloppenburg-Nord an. Birte Wachtendorf, die Geschäftsführerin der Grünen im Landkreis Oldenburg-Land, gratuliert zur einstimmigen Nominierung. Foto: Jäger

Begüm Langefeld (rechts) tritt für die Grünen im Wahlkreis Cloppenburg-Nord an. Birte Wachtendorf, die Geschäftsführerin der Grünen im Landkreis Oldenburg-Land, gratuliert zur einstimmigen Nominierung. Foto: Jäger

Die Berufsschullehrerin Begüm Langefeld aus Hude (Landkreis Oldenburg-Land) wird im Wahlkreis 66 – Cloppenburg-Nord bei der Landtagswahl im Oktober für die Grünen antreten. Die Mitgliederversammlung der Partei wählte die 52-Jährige in der vergangenen Woche einstimmig zur Direktkandidatin für den Wahlkreis, zu dem neben Barßel, Bösel, Friesoythe, Garrel und Saterland im Landkreis Cloppenburg auch Wildeshausen und Großenkneten im Landkreis Oldenburg gehören.

Nach dem Abitur in Hude studierte Langefeld Englisch, Französisch und Wirtschaft an den Universitäten in Kassel und Montpellier (Frankreich). Für ihre Abschlussarbeit war sie zudem einige Monate in Montreal (Kanada), anschließend arbeitete sie für zehn Jahre bei einer großen Bank in Frankfurt/Main. Es folgten Tätigkeiten in der Windenergiebranche in der Uckermark und beim Bundesverband erneuerbare Energien. 2016 kehrte Langefeld nach Hude zurück, heute arbeitet sie als angestellte Lehrerin an einer Berufsschule in Oldenburg. Sie ist Mitglied im Kreistag des Landkreises Oldenburg und im Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen. 

"Das sind doch die Menschen, die den Laden am Laufen halten."Begüm Langefeld, Landtags-Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen

Eines ihrer Herzensthemen, für die sie sich in Hannover einsetzen will, ist der Kampf gegen den Fachkräftemangel. "Wir müssen die Jugendlichen besser beraten und zeigen, dass nicht nur ein Studium zum Erfolg führen kann", sagt sie. Ihr schwebt eine landespolitische "Offensive für das Handwerk" vor, um handwerkliche Berufe als echte Alternative zu positionieren und um Frauen dafür zu begeistern. Notwendig sei etwa, den Azubis gleiche Chancen und Rechte wie den Studierenden einzuräumen. "Auch Azubis sollen Bafög und vergünstigte Tickets für den ÖPNV bekommen", fordert sie. All das gelte "natürlich auch für die Pflegeberufe und Erzieherinnen", betont Langefeld. "Das sind doch die Menschen, die den Laden am Laufen halten."

Auch für die Integration geflüchteter Menschen könne das Handwerk, so Langefeld, viel leisten. "Ein großer Teil der Menschen, die zu uns kommen, hat einen handwerklichen Hintergrund", sagt sie. "Die haben vielleicht schon jahrelang in dem Beruf gearbeitet." Um deren Berufseinstieg in Deutschland zu beschleunigen, so Langefeld, müsse man Integrationsmaßnahmen wie etwa Sprachkurse oder Weiterbildungen bündeln und unter dem Stichwort "Learning by Doing" idealerweise direkt in die Betriebe verlagern. 

"Handwerk ist Nachhaltigkeit, denn dort wird kein Billigschrott produziert, der beim ersten Defekt weggeschmissen werden muss."Begüm Langefeld

Und nicht zuletzt sei das Handwerk auch ein urgrünes Thema. "Handwerk ist Nachhaltigkeit, denn dort wird kein Billigschrott produziert, der beim ersten Defekt weggeschmissen werden muss", betont Langefeld. "Unsere Wegwerfgesellschaft muss zu einer Reparaturkultur zurückfinden." Auch die Digitalisierung im Bildungswesen, den Ausbau des öffentlichen Personen-Nahverkehrs und die Unterstützung der Landwirtschaft auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit hat sie sich auf die Fahnen geschrieben.

Im Wahlkampf steht das Gespräch vor Ort im Vordergrund

In ihrem Wahlkampf will Langenfeld vor allem das Gespräch vor Ort suchen. Gerade im ländlichen Raum gehe es darum, die kleinen und mittleren Betrieb vor Ort zu stärken. "Ich will mit den Akteuren im Wahlkreis darüber sprechen, wie man das Handwerk – auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit – voranbringen kann", sagt sie. Erste Kontakte mit Kammern, Verbänden und einschlägigen Organisationen habe sie bereits aufgenommen.

Ob Langefeld ihre Ideen in Hannover einbringen kann, ist ungewiss, die Chance auf den Gewinn des Direktmandats gering. Letztlich wird es auf den Listenplatz und auf das Zweitstimmenergebnis der Grünen ankommen. "Die Landesliste wird am 26. und 27. März in Hameln aufgestellt", sagt Langefeld. Erst danach wird man wissen, ob sie eine reelle Chance auf ein Landtagsmandat hat.


Fakten:

  • Für die FDP tritt bei der Landtagswahl im Wahlkreis 66 die 40-jährige Lehrerin Imke Haake aus Großenkneten (Landkreis Oldenburger Land) an.
  • Bei der SPD steht noch nicht fest, wann die Kandidatin oder der Kandidat bekannt gegeben wird.
  • In der CDU kämpfen vier Kandidaten um die Nominierung. Die Partei will am 26. Februar bei einer Mitgliederversammlung entscheiden, wer als Direktkandidat antritt.

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