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Landwirt aus Lutten möchte Legehennen statt Mastputen halten

Der Goldenstedter Gemeinderat beschäftigte sich mit der entsprechenden Änderung des Bebauungsplans. Dem Ratsherr Otto Themann dauerte der Prozess viel zu lang.

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Symbolfoto: dpa/Stratenschulte

Symbolfoto: dpa/Stratenschulte

Der Goldenstedter Gemeinderat befasste sich in seiner Sitzung mit einigen Flächennutzungsplan- wie auch Bebauungsplanänderungen. So auch mit einem Fall aus Lutten. Der Landwirt Heiner Zurborg möchte seine Mastputenhaltung zugunsten eines Legehennenstalls mit Freilandhaltung aufgeben. Der bisherige Putenstall soll so umgebaut werden, dass hier zukünftig eine Legehennenhaltung mit circa 28.600 Tieren möglich ist.

Im Rahmen der öffentlichen Auslegung hat der Landkreis Vechta darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei der südwestlichen Kompensationsfläche rechtlich um Wald handele. Die müsse in der Planzeichnung entsprechend berücksichtigt werden. Dem sei die Verwaltung nachgekommen, erklärte Bürgermeister Alfred Kuhlmann. Dies wurde in den Beschlussvorschlag entsprechend eingearbeitet.

Bevor die Ratsmitglieder über die Änderung abstimmten, meldete sich Otto Themann (CDU) zu Wort. Er bezeichnete das Vorgehen in diesem konkreten Fall als „Farce“ und als Beispiel dafür, was einem als Unternehmer oder Landwirt widerfahren könne. Der betroffene Landwirt versuche seit vier Jahren, den Maststall in einen Legehennenstall umzuwandeln und immer wieder seien ihm „Knüppel zwischen die Beine geworfen“ worden. Eine damalige Anpflanzung des Großvaters sei „kurzerhand zum Wald erklärt“ worden.

Mehrheit stimmt Änderung zu

Man solle überlegen, ob man „immer in ideologische Denkweisen“ verfallen sollte, führte Themann an. Es bestehe bei Anpflanzungen wie Büschen die Befürchtung, dass dies zum Wald erklärt werde. Ein Wald sei schützenswert und dann dürfe nichts mehr verändert werden. So käme es vor, dass Leute vorab diese Anpflanzungen immer weiter beschneiden, damit es gar nicht erst dazu komme. Dies könne nicht im naturschutzrechtlichen Sinne sein, sagte der Ratsherr. „So kann man mit Leuten nicht umgehen“, sagte er abschließend und machte deutlich, dass dies seine persönliche und keine Fraktionsmeinung sei.

Antonius Meyer (Grüne) pflichtete Themann bei, dass der Prozess zu lange gedauert habe. Für ihn stelle die Umwandlung vom Mastputen- zum Legenhennenstall etwas Positives dar. Doch da die Lebensmittelpreise zu niedrig seien, seien die Landwirte gezwungen, mehr Tiere zu halten. Seines Erachtens habe der Landwirt vor, zu viele Legehennen zu halten. Seiner Ansicht nach sollten nicht mehr als 3000 Tiere gehalten werden.

Sowohl der Flächennutzungsplan- wie auch der Bebauungsplanänderung stimmte der Rat mit jeweils einer Enthaltung zu.

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