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Land ringt angesichts des Klimawandels um Wasserversorgung

Gefühlt regnet es in Norddeutschland häufig, tatsächlich bringt der Klimawandel Trockenheit und Fragen der Wasserversorgung mit sich. Über Konzepte der Wasserverteilung debattiert daher der Landtag.

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Landwirte spüren die Wasserprobleme schon seit Jahren Foto: dpa/Stratenschulte

Landwirte spüren die Wasserprobleme schon seit Jahren Foto: dpa/Stratenschulte

Das Klagen über ein verregnetes Norddeutschland weicht der Sorge über eine ausreichende Wasserversorgung – angesichts des Klimawandels und mehrerer Hitzesommer setzt der Landtag in Hannover sich heute mit einem effizienten Wassermanagement für die Zukunft auseinander. Die Ausgangslage, dass Niedersachsen auch künftig grundsätzlich kein Problem mit verfügbarem Wasser haben wird, aber regionale Engpässe drohen, teilen SPD und CDU sowie die Grünen in ihren beiden separaten Anträgen. Mit ihren Forderungen und Schlussfolgerungen aber liegen sie nicht immer auf einer Linie.

Wer kann in Zukunft auf Wasser in Trinkwasserqualität zugreifen? Und was für Alternativen gibt es, etwa für die Beregnung von Feldern? Diese Fragen stellen die Fraktionen in ihren Anträgen. Zur öffentlichen Wasserversorgung werden in Niedersachsen jährlich rund 550 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert oder aus Talsperren bereitgestellt. Dieses Wasser fließt vor allem in die Haushalte, zu mehr als einem Drittel jedoch auch an Industrie und Landwirtschaft, die eigentlich kein Wasser in Trinkwasserqualität benötigen. Hier sieht die Politik Handlungsbedarf. Nachhaltige Strategien sollen sicherstellen, dass Wasser auch künftig überall in Niedersachsen in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht.

Wassermangel ist auch hausgemacht

Angesichts mehrerer trockener Sommer in Folge geriet bereits die Landwirtschaft mancherorts in die Klemme. Um die Ernte zu sichern, werden die Felder intensiv bewässert. Wenn Landwirte in einem Jahr aber stärker auf Grundwasser zurückgreifen, dürfen sie im nächsten Jahr weniger oder gar nicht bewässern. Geschieht dies doch, drohen ökologische Probleme und langfristig eine Schwächung der Grundwasservorräte. Künftig, das ist die Überlegung, müsse die Versorgung der Haushalte mit Trinkwasser Vorrang haben vor dem Zugriff von Landwirtschaft und Industrie.

Dabei will die Politik niemandem den Hahn abdrehen, vielmehr geht es um die Suche nach Alternativen, damit für die Feldberegnung und industrielle Nutzung statt Grundwasser und qualitativ hochwertigem Trinkwasser anderes Wasser Verwendung findet. Beispielsweise kann dies Oberflächenwasser sein, selbst kommunale Abwässer könnten genutzt werden.

Auf der Hand liegt auch, bei knapper werdendem Wasser den Wasserrückhalt zu verbessern und Maßnahmen zu treffen, um den Wasserabfluss im Binnenland zu verlangsamen. In den Anträgen geht es deshalb um die Förderung des Baus von Rückhaltebecken, auch aber um die Renaturierung von Mooren als Feuchtigkeitsspeicher. Auch das Versiegeln von Flächen durch Bebauung wird als ein Hemmschuh für das Versickern von Wasser und die Bildung von neuem Grundwasser identifiziert. Flächensparendes Bauen soll daher unterstützt werden, um die Wasserversorgung der Zukunft zu erleichtern.

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