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Land investiert 4,75 Millionen Euro in Breitbandausbau im Kreis Vechta

Insgesamt kosten die geplanten 2500 Privatanschlüsse den Kreis 40 Millionen Euro. Schon in diesem Jahr sollen die ersten Kunden angeschlossen werden.

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Schnelles Internet gibt es bald für 2500 weitere Haushalte zwischen Vörden und Visbek. Möglich macht das der Landkreis Vechta mit Hilfe von Bund, Land und Vodafone. Foto: dpa / Anspach

Schnelles Internet gibt es bald für 2500 weitere Haushalte zwischen Vörden und Visbek. Möglich macht das der Landkreis Vechta mit Hilfe von Bund, Land und Vodafone. Foto: dpa / Anspach

Der Landkreis Vechta kann sich über eine Geldspritze aus Hannover freuen: Das Land Niedersachsen fördert den Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet mit weiteren 4,75 Millionen Euro. Am Montag übergab Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann den Förderbescheid virtuell an Landrat Herbert Winkel (beide CDU). Tatsächlich werden die entsprechenden Unterlagen in den nächsten Tagen zugestellt.

Das Geld ist Teil der Summe von rund 40 Millionen Euro, mit denen der Landkreis künftig die zweite Ausbaustufe beim Ausbau schnellen Internets bezahlen will. Damit sollen rund 2500 private Adressen "gigabitfähig gemacht werden", erklärte Althusmann am Montag im Rahmen des Pressegesprächs. Die erste Ausbaustufe des Breitbandausbaus brachte bereits für etwa 6000 Adressen den Anschluss an das schnelle Netz.

Schnelles Internet - nicht nur der Landkreis ist an der Sache dran

Mit dem neuen Ausbauprojekt steige die Versorgung mit "gigabitfähigen Anschlüssen im Landkreis Vechta von 45 Prozent auf 75 Prozent", erklärten Althusmann und Winkel. 94 Prozent der Adressen würden am Ende des Ausbaus mit mehr als 30 Megabit in der Sekunde (Mbit/s) versorgt sein. Die Arbeiten an der zweiten Ausbaustufe sollen voraussichtlich Mitte des Jahres 2023 abgeschlossen werden, teilte das Ministerium schriftlich mit.

Virtuelle Übergabe: Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann übergibt den Förderbescheid über 4,75 Millionen Euro digital an Vechtas Landrat Herbert Winkel. Foto: EbertVirtuelle Übergabe: Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann übergibt den Förderbescheid über 4,75 Millionen Euro digital an Vechtas Landrat Herbert Winkel. Foto: Ebert

Mit 4,75 Millionen Euro übernimmt das Land knapp zwölf Prozent der Gesamtkosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Weitere 15,8 Millionen Euro kommen voraussichtlich als Zuschuss vom Bund. 11,1 Millionen Euro muss der Landkreis aus dem eigenen Haushalt aufbringen. Bleibt eine Lücke von 8,35 Millionen Euro. Diese wird im Laufe der Zeit durch die Pachteinnahmen gedeckt, mit denen der Landkreis rechnen kann. Aufkommen wird dafür das Telekommunikationsunternehmen Vodafone.

Bauarbeiten für schnelles Internet werden aber nicht nur im Auftrag des Landkreises durchgeführt. Vielmehr konzentriert sich die Behörde auf den Ausbau in den Gebieten im Landkreis Vechta, wo voraussichtlich kein Telekommunikationsunternehmen selbst Anschlüsse verlegen wird. Die Landesregierung bezeichnet diese Gegenden als "weiße Flecken". Sprich: Nur, wo Netzbetreiber nicht von alleine ausbauen, gibt der Landkreis öffentliches Geld aus. Im Umkehrschluss muss in den folgenden Jahren der Pächter – also Vodafone – Geld an den Kreis zahlen.

Althusmann: Schnelles Internet "Dreh und Angelpunkt für wirtschaftliche Entwicklung"

Landrat Winkel betonte, schnelles Internet sei für "Firmen und die Bevölkerung" sehr wichtig; das habe insbesondere die Pandemie gezeigt, wo zuhause gearbeitet und gelernt werden müsse. Der Behördenchef zeigte sich dankbar für die gute Zusammenarbeit mit Vodafone und für die Förderung des Landes – und drückte die Hoffnung aus, dass der Kreis auch "bei weiteren Ausbauprojekten auf finanzielle Unterstützung aus Hannover setzen" könne.

Althusmann betonte, die Investition in schnelles Internet sei zugleich eine "Sicherung der guten Aufstellung des Landkreises Vechta für die Zukunft". Eine gute digitale Infrastruktur sei, so der Minister, der "Dreh- und Angelpunkt für wirtschaftliche Entwicklung" – und zwar bei Gewerbetreibenden, Handwerkern und Landwirten. Es solle bis 2025 nicht nur "jede Milchkanne", sondern auch "jede Ackerfurche" mit schnellem Netz versorgt werden.

Dr. Stephan Siemer, Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Vechta und ebenfalls CDU-Mitglied, lobte Althusmann persönlich für dessen Engagement für den Breitbandausbau. Das sei "goldrichtig" gewesen.

Rolf-Peter Scharfe, Abteilungsleiter "Glasfaser-Kooperation" bei Vodafone lobte für sein Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Vechta. Er betonte, dass bereits in diesem Jahr die ersten Kunden aus der neuen Ausbaustufe an das Netz angeschlossen werden sollten. Zugleich sagte Scharfe, dass sein Unternehmen jenseits des geförderten Ausbaus auch in Wohn- und Gewerbegebieten im Landkreis Vechta weiter auf eigene Rechnung das Netz ausbauen wolle. Insgesamt versorge das Unternehmen zwischen Visbek und Vörden 30.000 Anschlüsse mit Internet im Gigabitbereich.

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