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"Kroger Runde" sammelt Ideen aus dem Dorf

Bei der Premiere des von den örtlichen CDU-Ratsmitgliedern initiierten Meinungsaustauschs gab es viel zu besprechen. Es ging um die Zukunft des Pfarrheims, Wohnen, Gewerbe und Windenergie.

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Die Straße Am Kamp durchschneidet den Geltungsbereich: Südöstlich der Kroger Straße und südwestlich der Diepholzer Straße könnte in Kroge demnächst ein neues Gewerbegebiet entstehen. Das Projekt steht am Anfang des Verfahrens.  Foto: Timphaus

Die Straße Am Kamp durchschneidet den Geltungsbereich: Südöstlich der Kroger Straße und südwestlich der Diepholzer Straße könnte in Kroge demnächst ein neues Gewerbegebiet entstehen. Das Projekt steht am Anfang des Verfahrens.  Foto: Timphaus

Es war ein Versprechen aus dem Kommunalwahlkampf, das die drei CDU-Ratsmitglieder Paul Sandmann, Ulrich Zerhusen und Anja Thoben nun einlösten. Sie hatten die Bürgerinnen und Bürger aus Kroge-Ehrendorf zu einem Meinungsaustausch in die Sportklause eingeladen, um die Anregungen aus der Zukunftswerkstatt, die im September stattfand, für ihr Dorf weiterzuführen. Paul Sandmann erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass "Wohnen, Leben und Arbeiten" seinerzeit die Themen waren, die im Mittelpunkt standen.

Mit der neuen Runde möchten die Christdemokraten "für die Dorfgemeinschaft eine Möglichkeit schaffen, die Ideen weiterzuentwickeln", sagte er. Es sei wichtig, Kindergarten und Schule im Dorf zu erhalten. Gleiches gelte aus seiner Sicht für das Pfarrheim, das jedoch kaum noch genutzt werde. "Wir sollten das Pfarrheim als Dorfzentrum beleben und neue Nutzungsmöglichkeiten abklopfen", wünschte Sandmann und fand damit die Zustimmung der Teilnehmer. Doch wie könnte das aussehen?

„Wir brauchen Orte, an denen sich die Bürger treffen können.“Ulrich Zerhusen

Dazu gab es viele Einfälle: Soll das Pfarrheim in städtische Hand übergehen oder besser doch nicht? Welche Gruppen sollen das Heim nutzen dürfen? Am besten alle Vereine, hieß es. Doch es müsse zunächst eine Struktur, ein Nutzungsplan erarbeitet werden. Außerdem müsse die wirtschaftliche Seite bedacht werden, und man dürfe der Gastronomie im Ort "nicht zu viel wegnehmen".

"Wenn sich die Kirche zurückzieht, müssen wir das kommunal auffangen", erklärte Ulrich Zerhusen. "Wir brauchen Orte, an denen sich die Bürger treffen können." Das von den Ratsherren gewünschte "Stimmungsbild" ergab, dass die Teilnehmer der Diskussion ein baldiges Gespräch mit Kirchenvertretern und den infrage kommenden Vereinen wünschen.

Wie sieht es mit Bauplätzen aus? Mehrfach wurde vorgeschlagen, über eine Nachverdichtung nachzudenken. Es gebe durchaus sehr große Grundstücke, hieß es, bei denen solch eine zusätzliche Bebauung möglich und sinnvoll sei. Leider sei es bislang noch so, dass viele Menschen woanders bauten, weil sie in Kroge und Ehrendorf keine Möglichkeit dazu hätten.

Stadt plant Gewerbegebiet südöstlich der Kroger Straße

Zu einem möglichen neuen Gewerbegebiet sah die Runde durchaus Bedarf für "viele weitere Überlegungen". Zwar sei der Favorit mit dem Standort Kroger Straße/Diepholzer Straße bekannt. Doch vielleicht gebe es auch andere Flächen.

Zur Einordnung: Der Ausschuss für Umwelt, Bau und Stadtentwicklung hatte jüngst die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bereich "südöstlich Kroger Straße (K 268)/südwestlich Diepholzer Straße (L 850)" empfohlen. Der Verwaltungsausschuss war dieser Einschätzung gefolgt. Die Stadt sucht schon längere Zeit nach Optionen, um örtlichen Handwerksbetrieben eine Ansiedlung zu ermöglichen. Große Bereiche der Bauerschaft fallen aufgrund des Landschaftsschutzgebietes beziehungsweise des Naturschutzgebietes heraus.

Initiatoren: (von links) Anja Thoben, Paul Sandmann und Ulrich Zerhusen hatten in die Sportklause eingeladen. Foto: GerwanskiInitiatoren: (von links) Anja Thoben, Paul Sandmann und Ulrich Zerhusen hatten in die Sportklause eingeladen. Foto: Gerwanski

Während der Sitzung hieß es, dass das circa ein Hektar große Areal aufgrund der anhaltenden Nachfrage in verkleinerter Form gegenüber einer Standortuntersuchung aus 2014 als eingeschränktes Gewerbegebiet ausgewiesen werden soll. Die Erschließung könnte über die Kroger Straße erfolgen. Laut Aussage der Stadt gibt es bereits zwei Betriebe aus Kroge-Ehrendorf, die Interesse an einer Ansiedlung bekundet hätten.

Gründung einer Genossenschaft für ein Windrad?

Nach einem Gutachten des Tüv-Nord zur Geruchsbelastung wird der Immissionsrichtwert von 15 Prozent der Jahresstunden geringfügig überschritten. "Im Rahmen der Abwägung könnte eine solche geringfügige Überschreitung überwunden werden", teilte das Bauamt mit.

Angesprochen wurde während des Treffens zudem, wie Natur und Wirtschaft im Ort in Einklang zu bringen seien und auch die Akzeptanz der Windenergie. Eventuell sei der Betrieb einer Windkraftanlage in Form einer Genossenschaft ein denkbares Modell für Kroge-Ehrendorf. Wünschenswert sei für das Dorf ein Einkaufsladen, wurde angeregt. Und der Hinweis, dass man dann dort auch kaufen müsse, um den Laden zu unterstützen und am Leben zu erhalten, fehlte natürlich nicht.

Alles in allem: Es war eine angeregte Runde. "Wir wollen uns jetzt alle 3 Monate treffen", schlug Anja Thoben vor.

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