Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Kritik an "Freizeit-Lockdown" für Jugendliche

Jugendliche sind bisher von der 2G-Regel in Niedersachsen ausgenommen, können also auch ohne Impfung noch viel unternehmen. Doch das soll sich bald ändern - zum Ärger der Opposition.

Artikel teilen:
Ein Jugendlicher wartet in einem Raum, nachdem er die erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizererhalten hat. Die Impfquote bei den 12- bis 17-Jährigen liegt in Niedersachsen bei 55 Prozent. Symbolfoto: dpa

Ein Jugendlicher wartet in einem Raum, nachdem er die erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizererhalten hat. Die Impfquote bei den 12- bis 17-Jährigen liegt in Niedersachsen bei 55 Prozent. Symbolfoto: dpa

Die von Niedersachsens Landesregierung zum neuen Jahr geplante Ausweitung der 2G-Regel auf Jugendliche stößt in der Opposition und beim Kinderschutzbund auf Unverständnis. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte angekündigt, dass die Zutrittsbeschränkungen für Ungeimpfte künftig auch für 12- bis 17-Jährige gelten sollen, etwa in Kinos und Geschäften. Bisher sind Jugendliche davon ausgenommen. Die Impfquote dieser Altersgruppe liegt in Niedersachsen aktuell jedoch erst bei 55 Prozent.

«Der Ministerpräsident zeigt einmal mehr, dass ihm die Rechte und die Situation von Kindern und Jugendlichen gleichgültig sind», kritisierte der Sozialpolitiker der Grünen, Volker Bajus, Weils Vorhaben am Montag. Die Ausweitung von 2G komme einem «Freizeit-Lockdown» für Jugendliche gleich und sei unverhältnismäßig.

"Es kann doch nicht sein, dass Jugendliche jetzt ausbaden sollen, was uns die vielen erwachsenen Impfverweigerer eingebrockt haben."Volker Bajus, Grüne

Bajus wies darauf hin, dass die Jugendlichen erst seit dem Spätsommer geimpft werden und wegen der Schließung der Impfzentren bisher deutlich weniger Möglichkeiten gehabt hätten, die Spritzen zu bekommen. «Es kann doch nicht sein, dass Jugendliche jetzt ausbaden sollen, was uns die vielen erwachsenen Impfverweigerer eingebrockt haben.»

FDP-Fraktionschef Stefan Birkner hält vor allem den geplanten Zeitpunkt der 2G-Ausweitung für zu früh. «Selbst Kurzentschlossenen ist es nicht möglich, bis Anfang Januar den vollen Impfschutz zu erreichen», sagte er. Stattdessen solle das Land eine umfangreiche Infokampagne über die Schulen starten und ab Februar an allen Schulen ein Impfangebot ausrollen, das auch Auffrischungsimpfungen umfasse. «Unter diesen Voraussetzungen wäre es vertretbar, 2G ab Ende Februar, Anfang März auch für diese Altersgruppe einzuführen.»

Kinderschutzbund schlägt Grenze bei 14 Jahren vor

Der Kinderschutzbund Niedersachsen schlug vor, die Altersgrenze für 2G zumindest bei 14 statt 12 Jahren zu ziehen. Dann hätten die Jugendlichen bei der Impffrage ein Mitspracherecht und seien selbstständiger. Grundsätzlich dürften die Kinder nicht die Impfentscheidungen ihrer Eltern ausbaden.

Ministerpräsident Weil hatte die Ausweitung der 2G-Regel am Wochenende angekündigt. «Wir brauchen gerade mit Blick auf die anstehenden Herausforderungen mit dem Omikron-Virus eine möglichst hohe Impfquote bei den Jugendlichen, bei denen wir derzeit hohe Infektionszahlen verzeichnen», sagte der Regierungschef der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Zur Begründung verwies er darauf, dass die Impfempfehlung für die 12- bis 17-Jährigen nun schon lange her sei und auch sie sich impfen lassen könnten.

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Kritik an "Freizeit-Lockdown" für Jugendliche - OM online