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Kreistag verlängert Rufbusprojekt

Vor einem Jahr ging "moobil+" in Cloppenburg an den Start. Bei den Fahrgastzahlen ist noch Luft nach oben. Um den ÖPNV zu stärken, soll auch kreisübergreifend zusammengearbeitet werden.

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Seit einem Jahr im Einsatz: Das Rufbussystem "moobil+" hat im Kreistag nicht nur Fans. Foto: Landkreis Cloppenburg/Rühl

Seit einem Jahr im Einsatz: Das Rufbussystem "moobil+" hat im Kreistag nicht nur Fans. Foto: Landkreis Cloppenburg/Rühl

Der Landkreis Cloppenburg will den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV)  ausbauen. Unter anderem ist eine Buslinie zwischen den Städten Cloppenburg und Vechta geplant. Ein kreisübergreifendes  Modellprojekt wurde inzwischen erarbeitet, dem der Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag zustimmte. 

Sollten die nötigen Fördermittel fließen, könnte neben der Busverbindung auch das Rufbusangebot erweitert werden. Das Tarifsystem soll in beiden Landkreisen angepasst, der Betrieb weitgehend digitalisiert werden. Auch Taxi- und Mietwagenunternehmen sollen in das Konzept integriert werden. Ziel sei, den Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr bis 2025 um sieben Prozent zu steigern. 

"Für mich sind sie (gemeint: die Busse) zu leer."Jürgen Tabeling (Kreistagsmitglied aus Garrel)

Beschlossen hat der Kreistag auch die Verlängerung des Rufbussystems "moobil+" um weitere 2 Jahre. Die jährlichen Kosten werden mit rund 2 Millionen Euro kalkuliert. Das vor einem Jahr gestartete Pilotprojekt arbeitet bislang defizitär. Nach Abzug der Fördermittel bleibt ein Verlust von 1,2 Millionen Euro. Kreistagsmitglied Jürgen Tabeling wies auf die nicht zufriedenstellende Auslastung der Busse hin. "Für mich sind sie zu leer. Da muss mehr passieren."

Aus Sicht von Fabian Wesselmann (Grüne) kommt dies aber nicht überraschend. Grund sei auch die Pandemie. Er hält die Fahrgastzahlen deshalb für wenig aussagekräftig. Kreisdezernent Neidhard Varnhorn bezeichnete den ÖPNV-Ausbau als "langwierigen Prozess". Dennoch habe der Landkreis einen "enormen Schritt nach vorn" gemacht. Auch Michael von Klitzing (Linke) widersprach Tabeling. "Die vergangenen Wochen dürfen kein Maßstab sein. Es wird sich etwas bewegen", ist er überzeugt.

Das Rufbussystem wurde laut Landkreis inzwischen in einigen Gemeinden an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst. So wird jetzt zwischen Cloppenburg und Emstek eine zusätzliche Fahrt angeboten. Auf anderen Linien kamen weitere Haltestellen hinzu. Alle Fahrzeuge wurden außerdem mit höhenverstellbaren Fahrradträgern ausgestattet. 

Geld für Straßensanierungen und Radwegenetz

Das eigene Auto ist für die meisten Bewohner des Landkreises jedoch noch immer das wichtigste Verkehrsmittel. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs liegt deutlich über dem bundesdeutschen Schnitt. Ohne ein gutes Straßennetz dürfte es deshalb auch künftig nicht gehen. Für die Sanierung von Kreisstraßen wird der Landkreis laut Kreistagsbeschluss jährlich 2,4 Millionen Euro  aufwenden. 

Weiter vorangetrieben werden soll zudem der Ausbau des rund 280 Kilometer langen Radwegenetzes. Konkret geht es um rund 30 Kilometer bereits bestehender Radwege sowohl im Nord- als auch im Südkreis. Sie sollen in den nächsten Jahren ausgebaut und verbreitert werden, um ein sicheres Fahren zu ermöglichen. Die Gesamtkosten belaufen sich grob geschätzt auf rund 10 Millionen Euro.

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