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Kreisel-Bau in Essen: Ende Juli geht es los

Die Ortsmitte wird bald voll gesperrt. Grünes Licht gab der Gemeinderat den Plänen der Firma Wernsing. Und: Tierhaltern soll ein Kriterienkatalog mehr Sicherheit beim Stallbau geben.

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Bald Baustelle: Die Hauptkreuzung in Essen erhält einen Kreisverkehr. Foto: G. Meyer

Bald Baustelle: Die Hauptkreuzung in Essen erhält einen Kreisverkehr. Foto: G. Meyer

Essens Hauptkreuzung wird ab Ende Juli für mehrere Monate voll gesperrt. Grund sind der Bau eines Kreisverkehrs und Kanalarbeiten im Bereich der Ahauser Straße/Lange Straße. Die Sperrung wird voraussichtlich bis Ende des Jahres andauern.

Statt der bisherigen Ampelanlage soll demnächst ein Mini-Kreisel den Verkehr in der Ortsmitte regeln. Zugleich müssen der Regenwasserkanal und die Schmutzwasserableitungen in Richtung des Nadamer Baches erneuert werden, erklärte Matthias Meyer, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, während der Gemeinderatssitzung am Montag. Zunächst sei geplant gewesen, die Arbeiten schrittweise vorzunehmen. "Das funktioniert aber nicht, weil alle Anschlüsse in der Ortsmitte zusammenlaufen." Autofahrer werden gebeten, ihre Ziele – wenn möglich – über die Ortsumgebung oder über die August-Meyer-Straße und die Schulstraße anzusteuern. Fußgänger und Radfahrer sollen den Baustellenbereich nach Möglichkeit queren können.

Politisch den Weg frei gemacht hat der Rat den Erweiterungsplänen der Firma Wernsing. In Addrup soll ein Heizwerk entstehen, das durch eine oberirdische Leitung über der Lüscher Straße mit dem Betrieb verbunden ist. Vorgesehen sind außerdem mehrere Lager- und Werkstattgebäude. Das Unternehmen wollte ursprünglich auch ein Schulungszentrum bauen, hat diesen Plan aber fallengelassen. Die Ratsmitglieder verabschiedeten einstimmig den erforderlichen Bebauungsplan.

Landwirte sollen Entwicklungschance haben

Einvernehmlich beschlossen wurde auch ein Kriterienkatalog, an dem sich Tierhalter orientieren können, um bei geplanten Um- und Neubauten ins Bauleitverfahren zu kommen. Ein mit Vertretern der Ratsfraktionen, der Verwaltung, der Landwirtschaft und der Landwirtschaftskammer besetzter Arbeitskreis hatte den Text monatelang ausgearbeitet. Unter anderem müssen Landwirte künftig ein "nachvollziehbares Betriebskonzept" über ihr Vorhaben vorlegen. Eine Entwicklung neuer Ställe soll nur noch an der Hofstelle erfolgen. Weitere Außenstandorte werden dagegen nicht ausgewiesen. Hintergrund ist die 2013 erfolgte Veränderung des Baugesetzbuches, die die bis dahin geltende Privilegierung für landwirtschaftliche Betriebe einschränkt.

CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Meyer bezeichnete den Katalog als "guten Kompromiss". Er sei froh, dass es zu der Einigung gekommen sei. "Die Landwirte haben schon längere Zeit darauf gewartet." Ziel sei, den Betrieben Entwicklungschancen auch für mehr Tierwohl zu ermöglichen.

Diskutiert haben die Ratsmitglieder am Ende der Sitzung über die Ergebnisse des Essener Jugendberichts. Sie waren Mitte Juni öffentlich vorgestellt worden. Detlef Kolde (SPD) nannte den Bericht "nicht zufriedenstellend". Fragen der finanziellen Förderung der Jugendarbeit seien darin nicht vorgekommen. Ebenso zweifelte er an, dass sich die Jugendlichen keinen Jugendtreff wünschen würden. Dirk Gehrmann (CDU) sagte, es sei nicht richtig, dass junge Leute in Essen und Bevern mit der Kirche "nichts mehr am Hut" hätten. Die Studie hatte ein weitgehendes Desinteresse gegenüber dem Thema Religion festgestellt. Gehrmann verwies auf die wachsenden Mitgliederzahlen in den katholischen Landjugendgruppen. Jürgen Meyer und Markus Bröring (CDU) mahnten dagegen an, die Ergebnisse nicht in Frage zu stellen.

Arbeitskreis ohne AfD-Vertreter

Auf Grundlage des Berichts soll jetzt ein Arbeitskreis konkrete Vorschläge entwickeln. Der Rat einigte sich darauf, ihn mit Andrea Anneken und Ina Lübbe (CDU) sowie Annette Dykgers und Oliver Winkler (SPD) zu besetzen. Auch ein Vertreter der Oberschule ist erwünscht. Annette Dykgers (SPD) sagte, sie wisse, dass die Schule mit einigen Jugendlichen "große Probleme" habe und warb mit Erfolg darum, auch einen Lehrer in das Gremium hinzuzubitten.

Nicht mit dabei ist dagegen Timo Schmidt, einziger Ratsherr der Alternative für Deutschland (AfD) und ebenfalls Mitglied im Jugendausschuss. Sowohl Detlef Kolde als auch Jürgen Meyer begründeten ihre Ablehnung mit der Parteizugehörigkeit Schmidts und der Tatsache, dass dieser nur über ein Grundmandat verfüge. Schmidt selbst akzeptierte die Entscheidung, die er, wie er sagte, verstehen könne. Er gab zu, "noch nicht richtig" im Rat angekommen zu sein, betonte aber, sich einbringen zu wollen.

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