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Kreis will Tagespflege entgegenkommen

Die Zahlung von Entgelten soll zu 95 Prozent weiterlaufen, wenn die Bereitschaft zur Notbetreuung besteht, aber Kinder fehlen. Die Politik muss das noch absegnen.

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Warten auf Publikum: Figurentheater für Kinder. In der Tagespflege und in Kitas gibt es derzeit allenfalls eine Notbetreuung. Foto: dpa/ Gentsch

Warten auf Publikum: Figurentheater für Kinder. In der Tagespflege und in Kitas gibt es derzeit allenfalls eine Notbetreuung. Foto: dpa/ Gentsch

Der Erste Kreisrat Hartmut Heinen hat nach einem Bericht von OM Online über Existenzsorgen von Tagesmüttern aufgrund befürchteter Einnahmeeinbußen in Corona-Zeiten mit einer Klarstellung reagiert. Demnach erhalten Tagespflegepersonen, die eine Notbetreuung von Kindern tatsächlich übernehmen, weiter 100 Prozent der Entgelte. Außerdem: „Tagespflegepersonen, die sich bereit erklären, eine Notbetreuung zu übernehmen, aber keine Kinder betreuen, erhalten 95 Prozent der Gesamtentgelte.“

Zur Begründung führte Heinen in der Richtigstellung an: In dem Gesamtentgelt sei eine Sachkostenpauschale enthalten. Diese betrage zwischen 25 und 33 Prozent des Gesamtentgeltes, um Miete, Heizung, Reinigung, aber auch Spielmaterial (Bastelbedarf oder Knete) zu finanzieren. Heinen: „Für dieses Spielmaterial ist eine Kürzung in Höhe von fünf Prozent vorgesehen, so dass 95 Prozent des Gesamtentgelts weiter gezahlt wird.“

Und: „Tagespflegepersonen, die nachweislich als Risikopatienten gelten, erhalten ebenfalls 95 Prozent des Gesamtentgelts.“ Zusätzlich zu den Tagespflegeentgelten werden „nachgewiesene Beiträge zur Unfall-, Kranken- und Altersversicherung zu 100 Prozent weitergezahlt“.

Die Kreispolitik müsse über diesen Vorschlag abschließend entscheiden, da es über den 18. April hinaus noch keine Grundlage für die Weiterzahlung der Entgelte gebe. Allerdings: Um die Liquidität der Tagespflegepersonen zu sichern, werde vorbehaltlich der Beschlussfassung durch den Kreisausschuss die Weiterzahlung der Entgelte in Höhe von 95 Prozent sichergestellt.

„Das ist seitens der Verwaltung ein großes Entgegenkommen und Zeichen der Wertschätzung für die Tagespflegeeltern.“Hartmut Heinen, Erster Kreisrat

„Das ist seitens der Verwaltung ein großes Entgegenkommen und Zeichen der Wertschätzung für die Tagespflegeeltern“, schrieb Heinen. Er verwies auch darauf, dass die Tagespflegepersonen „selbstständig Tätige“ seien. Bis zum 18. April sei das Entgelt vom Landkreis „vollständig weiter gezahlt“ worden, „auch wenn die Betreuung unterblieben ist“.

Der Landkreis zahle monatlich 393 000 Euro an die Tagespflegeeltern. Vom Land gebe es Zuwendungen in Höhe von 142 000 Euro. Um die Eltern zu entlasten, sei die Erhebung von 120 000 Euro an Beiträgen ausgesetzt worden.

Tagespflegekräfte waren nach einem ersten Bericht von OM online zum Thema besorgt, dass eine Kürzung der Sachkostenpauschale komplett anstehen könne. Sie forderten die Fortzahlung der Entgelte zu 100 Prozent und eine bessere Kommunikation mit dem Landkreis.

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