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Krankenhaus-Einweisungen von Heimbewohnern sind oft vermeidbar

Die meisten Menschen wollen nicht im Krankenhaus sterben. Aus diesem Grund spricht die AOK für den Ausbau der Palliativ-Versorgung und Sterbebegleitung in Pflegeheimen aus.

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Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses. Foto: dpa/Stratenschulte

Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses. Foto: dpa/Stratenschulte

Die meisten Menschen möchten nicht im Krankenhaus sterben. Auch aus diesem Grund spricht sich die Krankenkasse AOK für den Ausbau der Palliativ-Versorgung und Sterbebegleitung in Pflegeheimen aus.

Im «Pflege-Report» des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) werden 40 Prozent der Krankenhausaufenthalte in den letzten zwölf Wochen vor dem Tod als vermeidbar eingestuft. Es gelte das Netzwerk der Versorgung zwischen Pflegeheimen, Ärzten und Angehörigen weiter zu stärken, sagte Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, am Dienstag.

Zu den vermeidbaren Krankenhausfällen zählen dem Report zufolge unter anderem Einweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz, Dehydration oder Harnwegsinfektionen. Diese Krankheiten ließen sich unter guten Bedingungen auch im Pflegeheim behandeln. Pflegekräfte beobachten laut einer Befragung, dass Bewohnerinnen und Bewohner am Lebensende häufig in eine Klinik eingewiesen werden, obwohl die Pflegenden das nicht für die beste Lösung halten. Der Krankenhaus-Aufenthalt sei eine psychische Belastung, es drohten auch Infektionen oder Stürze.

Laut AOK lebte rund jeder Dritte von 37.500 im Jahr 2019 gestorbenen AOK-Versicherten in Niedersachsen in einem Heim. Mehr als die Hälfte von ihnen wurden in den letzten zwölf Wochen vor dem Tod mindestens einmal in eine Klinik verlegt. Etwa ein Viertel starb im Krankenhaus.

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